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93 Prozent, so weit so gut …

14.02.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Das Auf und Ab der Ölpreise setzt sich fort. Gestern gaben die Notierungen für Brent und WTI bis zu 2% nach. Brent handelte am Morgen bei 55,5 USD je Barrel und damit wieder in der Mitte der angestammten Handelsspanne. Gleiches gilt für WTI mit 53 USD je Barrel. Am oberen Ende der Spanne zu verkaufen und am unteren Ende zu kaufen hat sich in den letzten Wochen als eine gewinnbringende Strategie erwiesen, so auch gestern.

Die OPEC berichtete für Januar einen Rückgang der Ölproduktion um 890 Tsd. auf 32,14 Mio. Barrel pro Tag. Die 11 an Produktionsziele gebundenen Länder reduzierten ihre Produktion auf 29,888 Mio. Barrel pro Tag und setzten somit die vereinbarten Kürzungen zu 93% um. Saudi-Arabien kürzte die Produktion stärker als zugesagt, auf Basis direkter Kommunikation sogar um gut 718 Tsd. auf 9,75 Mio. Barrel pro Tag. Der Ölpreis reagierte allerdings nicht mehr auf diese Zahlen.

Zum einen hatte die IEA am Freitag von einer ähnlich hohen Umsetzung berichtet. Zum anderen bleibt abzuwarten, wie lange Saudi-Arabien an einer Übererfüllung der Kürzung festhält, wenn andere Länder wie der Irak weiterhin deutlich hinterherhinken. Zudem entspricht der von der OPEC geschätzte Bedarf an OPEC-Öl für 2017 genau der aktuellen OPEC-Produktion, so dass es nicht zu einem Abbau der Lagerbestände kommen dürfte.

Am Abend veröffentlichte die US-Energiebehörde EIA ihre neuen Schätzungen zur US-Schieferölproduktion. Diese soll im März um 79 Tsd. auf 4,87 Mio. Barrel pro Tag steigen. Das entspricht dem stärksten Anstieg seit fünf Monaten und dem höchsten Produktionsniveau seit Mai 2016. Der Anstieg ist größtenteils auf das Schieferölvorkommen Permian Basin zurückzuführen.

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Edelmetalle

Gold fiel gestern zwischenzeitlich auf 1.220 USD je Feinunze zurück, stieß dort aber auf Kaufinteresse und handelt am Morgen wieder bei 1.230 USD. Das gestrigen Handelsmuster verdeutlicht somit eindrucksvoll, dass Preisrückgänge von den Marktteilnehmern als Kaufgelegenheit erachtet werden. Selbst der anhaltende Höhenflug an den Aktienmärkten scheint die Investoren nicht davon abzuhalten, in Gold zu investieren.

Dies zeigt sich auch an neuerlichen Käufen bei den Gold-ETFs. Diese verzeichneten gestern erneut Zuflüsse von 5,8 Tonnen, welche wiederum größtenteils auf den weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, zurückzuführen waren. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs haben damit an zehn aufeinanderfolgenden Tagen Zuflüsse verzeichnet, welche sich auf gut 51 Tonnen summieren.

Heute richtet sich das Interesse auf die halbjährliche Anhörung von Fed-Chefin Yellen vor dem US-Kongress. Sollten dort Signale für eine Zinserhöhung im März ausgesendet werden, könnte Gold nochmals unter Druck geraten. Denn die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im März liegt derzeit laut Fed Fund Futures nur bei ca. 30%. Platin handelt nach dem gestrigen Rückgang um gut 1% bei 1.000 USD je Feinunze. Auch bei Platin wurden gestern nennenswerte ETF-Zuflüsse von 8,9 Tsd. Unzen berichtet, welche ausschließlich auf den Anbieter ETF Securities zurückzuführen waren.


Industriemetalle

Auch Nickel hat sich in den letzten Tagen verteuert und handelt heute Morgen bei etwa 10.800 USD je Tonne. Sumitomo Metal Mining, Japans größter Nickelproduzent, erwartet für dieses Jahr am globalen Nickelmarkt ein Angebotsdefizit von 48 Tsd. Tonnen. Damit würde das Defizit etwas geringer ausfallen als im letzten Jahr und das Unternehmen zeigt sich nicht ganz so pessimistisch wie die International Nickel Study Group.

Ohne Berücksichtigung von Veränderungen auf der Angebotsseite wie Ausfällen auf den Philippinen oder höheren Exporten aus Indonesien soll die weltweite Nickelproduktion laut Sumitomo 2017 um 3,8% steigen. Unterstützt wird sie demnach von einer höheren Nickelroheisenproduktion in Indonesien. Sollte das Land seine Nickelerzexporte wieder aufnehmen, wäre der Markt noch besser versorgt.

Dem gegenüber steht aber laut Sumitomo das Risiko, dass die Philippinen im großen Stil Nickelminen schließen, so dass dies ein eventuell höheres Angebot aus Indonesien mehr als ausgleichen würde. Die Nachfrage soll ausgehend von China 2017 um 3,1% zunehmen. Vorletzte Woche sprach bereits das Analysehaus MEPS davon, dass die weltweite Edelstahlproduktion, der größte Konsument von Nickel, in diesem Jahr ein neues Rekordhoch von 47,3 Mio. Tonnen erreichen dürfte.

Die Dynamik soll allerdings nachlassen. MEPS erwartet für dieses Jahr noch einen Anstieg um 4%, nach 9,5% im letzten Jahr. Unterdessen hat das indonesische Finanzministerium bekanntgegeben, dass auf die wieder erlaubten Ausfuhren von qualitativ geringwertigem Nickelerz eine Exportsteuer von 10% erhoben wird.


Agrarrohstoffe

Die australische Behörde Abares hat bestätigt, dass in der aktuellen Saison in Australien so viel Weizen geerntet wurde wie nie zuvor. Abares beziffert die Weizenmenge aus der vor wenigen Wochen ausgelaufenen Ernte auf 35,1 Mio. Tonnen. Dies sind 11 Mio. Tonnen mehr als die Erntemenge des Vorjahres und rund 5 Mio. Tonnen mehr als der bisherige Rekord.

Auch eine aktuelle Umfrage unter 2000 Landwirten im Mittleren Westen der USA bestätigt deren Absicht, in diesem Jahr die Sojabohnenfläche zulasten von Mais auszudehnen. Demnach planen die US-Landwirte, die Sojabohnenfläche von zuletzt 83,4 Mio. Morgen auf 90,2 Mio. Morgen (entspricht 36,5 Mio. Hektar) auszudehnen, während die Maisfläche von 94 Mio. Morgen auf 89,7 Mio. Morgen verkleinert werden soll. Bereits vorher hatten andere Umfragen ähnliche Absichten gezeigt.

Auch wenn sich die Anbaupläne kurzfristig noch ändern können und der Umfang der Anbauänderungen damit noch unklar ist, die Richtung scheint weitgehend unstrittig zu sein.

Das Analysehaus Informa Economics erwartet eine weniger starke Verschiebung. Es prognostiziert die Maisfläche zwar auch 4 Mio. Morgen niedriger als zuletzt, aber weiterhin höher als die Sojabohnenfläche. Um sich das gegenwärtig hohe Preisniveau zu sichern, haben US-Landwirte Agenturmeldungen zufolge bereits einen deutlich höheren Anteil ihrer erwarteten Sojabohnenernte 2017 im Voraus verkauft als üblich.



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