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Das vergessene "weiße Gold"

14.04.2017  |  Prof. Dr. Hans J. Bocker
Eine Lanze für Silber brechen

Die sich häufig wiederholenden lapidaren Anweisungen weitsichtiger Berater oder wohlmeinender Freunde für bisher ratlose Investoren auf ihrer verzweifelten Suche nach Renditen im zinslosen Umfeld: "Na, dann kauft doch halt mal Edelmetalle"

Wobei jeder so Beratene automatisch nur an Gold denkt, bedarf es einer wichtigen korrektiven Ergänzung, die sich im Falle einer Finanz- und Wirtschaftskrise oder auch schon vorher als höchst lukrativ und auch sicher vor staatlichem Zugriff erweisen würde. Es handelt sich natürlich um das von den Massen der Anleger vielfach vergessene oder übersehene "weiße Gold", also Silber, als Alternative.

Diese Alternative wird nicht nur populärer sondern das Metall inzwischen auch knapp. Es sei daran erinnert, dass das Geldsystem der Menschheit schon seit der Phase des Muschelgeldes, die längste Zeit seiner gesamten Geschichte, nahezu ausschließlich vom Silber beherrscht und dominiert wurde.

Es war immer schon das "Gold des kleinen Mannes bzw. der gewöhnlichen Hausfrau", wie heute noch für etwa 850 Millionen indische Landbewohner. Es gab im Altertum sogar einige Jahrhunderte, als die Kaufkraft des weißen Metalls, heute kaum zu glauben, in bestimmten Gebieten, z.B. im griechischen Raum, diejenige des Goldes mehrfach übertraf.

Der Wohlstand und die finanzielle Macht eines Königs oder Herrschers wurde in alten Zeiten weniger nach seinen Ländereien, Harems, Sklavenheeren, Handelsschiffen oder nach seinem Goldschmuck als vielmehr nach der Anzahl der Silberbergwerke auf seinem Staatsgebiet gemessen.

Dieser kleine historische Rückblick muss aber einen höchst eindrucksvollen Aspekt, nämlich um die spektakuläre Konstanz der Kaufkraft über lange Zeitspannen hinweg, ergänzt werden. Eines von vielen Beispielen: Vor 3000 Jahren kostete ein Huhn in den arabischen Ländern, im gesamten Nahen Osten und in großen Teilen Asiens eine Unze Silber.

Vor 2000 Jahren kostete ein Huhn dortselbst eine Unze Silber. Vor 500 Jahren kostete ein Huhn dort noch immer eine Unze Silber. Vor 200 Jahren kostete ein Huhn gleichbleibend eine Unze Silber. Zu Zeiten von Columbus, Napoleon, Leonardo da Vinci, Gustav Adolf, Michelangelo oder Mozart, kostete ein Huhn immer noch unverändert eine Unze des "weißen Goldes". Im 1. und 2. Weltkrieg stand der Preis bei einer Unze.

Heute kostet das Durchschnittshuhn noch immer eine Unze Silber.

Wenn das keine "Mega-Konstanz" ist! Falls die deutsche Frau Merkel die Konstanz des "Einunzen-Huhn-Rekordes" historisch übertreffen wollte, dann müsste sie um das Jahr 2500 herum zum 99. Mal Kanzlerin werden.

Nach dieser allerallerletzten Amtszeit ändern sich vielleicht die Wahlergebnisse ein wenig, und im bestens geführten Sultanat Deutschland erhält man für eine Unze Silber je nach Wochentag 250 bis 300 Hühner - plus Hahn als Bonus. Dann allerdings würde Silber sehr knapp, denn alle Finanzämter akzeptieren dann nur noch zertifizierte Silberbarren.

Die sich derzeit bereits verstärkenden Knappheiten im Silberbereich machen dieses Industriemetall, von dessen jährlicher weltweiter Förderungsmenge von etwa 900 Mio. Unzen ca. 80 % im industriellen Sektor auf Nimmerwiedersehen verschwindet, zum unverzichtbaren Rohstoff und somit auch als knappe Wertanlage hoch aktuell. Dies umso mehr, als das "Recycling" wegen der geringen im Endprodukt gebundenen Mengen und der relativ hohen Kosten des Rückgewinnungsprozesses zu heutigen Unzenpreisen niemals wirtschaftlich sein kann.

Selbst auf indischen Hinterhöfen klagen die mit giftigen Lösungsmitteln bedeckten "Billig-Recycler" über schwindende Pfennigbeträge. Werden aus einer aus Europa angelieferten Schrott-Waschmaschine (ganze Schiffsladungen voller Technikschrott laufen im "Recycling-Billigland Indien" täglich am Hafen ein) in einer Tagesschicht 4 Gramm Kontakt-Silber herausgeholt, und muss vom Erlös eine 5-köpfige Familie ernährt werden, so macht dies deutlich, dass es um die künftigen "Recycling-Mengen im Überfluss" (anders als bei Gold, Kupfer und Platin) schlecht bestellt ist.

Bleibt eben nur das Bergwerk, und auch dort schwinden die Erzreserven, wie auch die Gehalte pro Tonne Erz stetig fallen. Konnte man vor 110 Jahren einer solchen Tonne im weltweiten Durchschnitt noch rund 2 kg reines Silber abringen, so ist man heute schon froh, wenn man 190 bis 200 g je Tonne erhält. Und die immer strengeren und damit teureren grünen Umweltauflagen treiben die Kosten weiter in die Höhe.

NEIN, seitens der Angebotsseite sind keine religiösen Wunderwerke zu erwarten. Dafür steigt der Bedarf auf der Nachfrageseite gar munter. Es gibt derzeit etwa 43000 bekannte Silber-Anwendungen in Industrie, Chemie und Wirtschaft, und täglich kommen etwa 10 neue hinzu. Besonders im Bereich von Gesundheit und Heilung stehen alle Ampeln für Silber auf tief grün.

Man erinnere sich, dass bereits die Phönizier, Spanier oder Wikinger auf ihren Seereisen ihr Trinkwasser monatelang völlig frisch hielten, indem sie ein oder zwei Silberstücke auf den Grund des Wasserbehälters legten. Die extrem antibakterielle Wirkung des Metalls existiert natürlich auch heute noch, was z.B. in vielen Krankenhäusern mit Gerätschaften, Unterlagen und Desinfektionen höchst effektiv genutzt wird.


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