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Risk on: Krieg, Wirtschaft, Schulden, Dollar - Risk off: Gold

30.08.2017  |   Egon von Greyerz
Die vollkommen verantwortungslose Politik der Regierungen und Zentralbanken hat uns in die gefährlichste Situation gebracht, in der sich die Welt je befand. Risiken entstehen meist nicht innerhalb weniger Augenblicke als Folge einer einzelnen Handlung oder eines bestimmten Ereignisses. Ein Ausmaß an Risiken, wie wir es heute erleben, ist das Ergebnis vieler Jahre oder Jahrzehnte des wirtschaftlichen Missmanagements.

Zyklen sind sowohl in der Natur als auch in der Weltwirtschaft eine ganz normale Erscheinung. Wenn sie auf Naturgesetzen beruhen, spielen sie sich meist auf die gewohnte und geordnete Weise ab, ohne extreme Ausschläge in die eine oder andere Richtung. Wie die Jahreszeiten gehen ihre verschiedenen Phasen fließend ineinander über, vom Sommer zum Herbst, zum Winter und zum Frühling. Dramatische Abweichungen oder Katastrophen sind äußerst selten.

Bei den Wirtschaftszyklen würde es sich ganz ähnlich verhalten, erlaubte man ihnen, sich auf natürlich Weise und ohne Eingreifen der Regierungen zu entwickeln. Doch Macht korrumpiert und in der Geschichte der Menschheit haben die Herrschenden schon immer versucht, ihre Macht zu erhalten, indem sie Einfluss auf die normalen Konjunkturzyklen nahmen. Dazu werden die verschiedensten Methoden angewendet: die Reduktion des Edelmetallanteils im Münzgeld von 100% auf 0%, das Drucken von Geld, Kreditschöpfungen, Zinsmanipulationen, die Erhöhung der Steuern von null auf 50% im Laufe der letzten 100 Jahre usw.


Regierungen verrichten "Gottes Werk"

Regierungen werden immer scheitern, wenn sie glauben, dass sie Götter seien. Doch nicht nur Regierungsmitglieder meinen bisweilen, dass sie würden im Auftrag des Allmächtigen handeln. Auch anmaßende Investmentbanker wie der ehemalige CEO von Goldman Sachs kommen gelegentlich auf solche Gedanken. Dieser hatte ebenfalls verkündet, die Bank verrichte "Gottes Werk".

Dabei darf man nicht vergessen, dass Goldman, ebenso wie die meisten anderen Kreditinstitute, kläglich untergegangen wäre, wenn es der Bank nicht gemeinsam mit JP Morgan gelungen wäre, die US-Notenbank Federal Reserve 2008 mit dem Drucken und Bereitstellen von Milliarden und Abermilliarden Dollar zu beauftragen, um die Großbanken zu retten. Oder vielleicht war das auch Gottes Wille?

Die Risiken sind heutzutage in vielen Bereichen nicht mehr beherrschbar - das gilt in politischer, geopolitischer, wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht. Wir befinden uns in einer extrem ernsten Gefahrensituation, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen wird. Es gibt jedoch einen schwachen Silberstreif am Horizont, auf den ich weiter unten zurückkommen werden.


1. Risk on: Die politische Situation in den USA und ein möglicher Krieg

Wenn gleich eine Vielzahl von Risiken besteht, die zum Zusammenbruch der Weltwirtschaft führen könnten, sind alle gleichermaßen relevant. Die politische Situation in den USA ist allerdings für die ganze Welt hochgefährlich. Die Vereinigten Staaten haben zwar exponentiell wachsende Schulden und seit 1960 auf inflationsbereinigter Basis Jahr für Jahr ein Haushaltsdefizit und sind damit praktisch bankrott, aber aktuell sind sie dennoch die größte Volkswirtschaft der Erde.

So lange der Dollar nicht kollabiert, wird man die USA weiterhin als mächtige Nation betrachten, auch wenn ein heftiger Abschwung die Währung und das Ansehen des Landes schon bald schwächen wird. Amerika ächzt unter der Verschuldung auf allen Ebenen, von der Regierung über die Bundesstaaten bis hin zu den privaten Haushalten.

Was die USA heutzutage besonders gefährlich macht, ist die Tatsache, dass der Präsident so eine Niete ist. Beide große Parteien arbeiten gegen ihn und würden ihn am liebsten des Amtes entheben. Aber Trump ist eine Kämpfernatur und wird nicht so leicht aufgeben.

Da ihm in Hinblick auf wirtschafts- und gesellschaftspolitische Alleingänge praktisch die Hände gebunden sind, bleiben nur militärische Handlungen. Als Oberbefehlshaber hat er das letzte Wort, wenn es um den Einsatz von Nuklearwaffen geht. Trump weiß natürlich, welche katastrophalen Folgen ein Atomkrieg hätte. Dieser würde sich nicht nur auf die USA und Nordkorea beschränken, sondern auch China, Russland und zahlreiche andere Länder mit in den Konflikt ziehen. Aber Kriege wurden in der Vergangenheit oft von impulsiven und machthungrigen Herrschern begonnen - und Kim und Trump erfüllen diese Kriterien mit Sicherheit.

In den Vereinigten Staaten geht die wahre Macht von Sektoren wie der Verteidigungsindustrie, den großen Energie- und Pharmakonzernen und den Banken aus. Deren "Spenden" an praktisch alle Politiker sind die eigentliche Quelle der Macht. Wenn nun ein Staatsoberhaupt im Inneren unter starken politischen Druck gerät, ist ein Krieg ein probates Mittel, um die Aufmerksamkeit rasch von den innenpolitischen Problemen abzulenken.

Trump würde dafür selbstverständlich die volle Unterstützung des Militärs bekommen, dessen ganze Daseinsberechtigung ja einzig im Krieg liegt. Für Trump würde ein Krieg zudem bedeuten, dass er die Kontrolle wieder an sich reißen könnte und die innerstaatliche Zankerei schnell vergessen wäre. Als Kriegsherr könnte er sich zum "Retter" der USA stilisieren.

Abgesehen von all den anderen entsetzlichen Konsequenzen einer atomaren Auseinandersetzung bliebe natürlich auch die Wirtschaft nicht verschont. Die Aktien- und Anleihemärkte würden kollabieren, der Dollarkurs abstürzen usw. Es wäre ebenfalls zu erwarten, dass die Notenbank massiv neues Geld druckt. Wir können nur hoffen, dass es nicht so weit kommt und Trump und Kim sich bewusst machen, welche Katastrophe globalen Ausmaßes sie mit einem Krieg heraufbeschwören würden. Aber das Risiko ist hoch.



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