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Silbermarkt Update

15.09.2008  |  Clive Maund
Nicht ohne Grund wird Silber das "Gold des armen Mannes genannt", denn wenn es hart her geht, sind es die Armen, die zuerst unter die Räder des reichen Mannes Wagens kommen. Deswegen ist Silber, während Gold beim verheerenden Rohstoffeinbruch ein Viertel von seinen Höchstständen verlor, ganze erdrückende 50% eingeknickt. Im letzten Update dachten wir, die Bodenbildung hätte bei ca. 12,30 $ begonnen, da es so überverkauft gewesen war. Aber nach einer kurzen Erholung fiel es sogar noch tiefer. Durch die anhaltende Dollarstärke in die Tiefe gehämmert, erreichte es im Innertageshandel am Dienstag ein Tief bei ca. 10,20 $. Jetzt gibt es dennoch Anzeichen, dass Gold den Boden erreicht hat oder auf dem Weg dahin ist. Auch gibt es gute Gründe, dass der Dollar austoppt (wie schon im Goldmarkt Update behandelt wurde) und dass der wilde Einbruch beim Silber jetzt seinem Ende zugeht.

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Auf dem langfristigen Chart können wir sehen, dass Silber nach seinem letzten Abschwung - auch wenn es deutlich schwächer aussieht als Gold - ebenfalls unglaublich überverkauft ist. In Gegensatz zu Gold unterschritt Silber seine 2006er-2007er Höchststände und fiel auch unter seiner 2006er-2007er Handelsspanne, um sich einem weiteren starken Unterstützungsniveau anzunähern, das über seinen Hochständen von 2004 und 2005 liegt. Im Großen und Ganzen sieht Silber zwar schwächer aus als Gold, es ist aber jetzt schrecklich überverkauft und ein großer Sprung steht wahrscheinlich an, der es schnell in Richtung des Widerstands (an die untere Grenze des Top-Gebietes von 16 $) und zu den für den Sektor günstigen Bedingungen bringt. Die große Frage für Händler, die bei einer solchen Bewegung Geld machen wollen, ist, ob es zuerst weiter auf die Unterstützung fallen wird, die im 9$-Gebiet angezeigt ist, da Silber verglichen mit Gold immer noch relativ schlecht abschneidet. Das hängt natürlich vom Dollar ab, der, wie im Goldmarkt-Update angedeutet, jetzt Anzeichen für ein Austoppen zeigt, aber dennoch ein wenig weiter bis auf 82 im Index steigen könnte, bevor es vorbei ist. Die beste Herangehensweise für Händler ist wahrscheinlich, jetzt mit den Etablieren von Positionen zu beginnen, diese jedoch schnell auszubauen, wenn Silber weiter in die Unterstützungszone bei 9 $ fällt, das dies noch stärker überkaufte Bedingungen und ein noch größeres Kurssprungpotential mit sich bringen würde.

Viel eindringlicher als beim Gold stellt sich beim Silber, mit Blick auf den Chart, die Frage: "Ist der Bullenmarkt vorbei?" Auch wenn sich das für jene, die Anfang des Jahres bei ca. 21 $ gekauft haben, wie ein dämlich, akademische Frage anhören mag, so ist es immer noch wichtig, hier nach einer Antwort zu suchen. Trotz des sehr starken Einbruchs unter die langfristigen gleitenden Durchschnitte, trotz der Tatsache, dass eben diese nach unten gleiten und dass zahlreiche Unterstützungslinien brachen, lautet die Antwort "Nein", vorausgesetzt, die Unterstützung auf unserem Chart hält.

Die COT-Struktur für Silber hat sich dennoch, auch wenn nicht so deutlich wie im Gold-COT, in jedem Fall in die richtige Richtung bewegt – mit wesentlichen Reduzierungen bei den Long-Positionen der großen Spekulanten (nach dem Einbruch natürlich) und bei den Short-Positionen der Commercials.

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Wie steht es nun mit der potentiellen Implosion hin zu einer deflationären Depression, wie sie in unserem Artikel CATASTROPHE THEORY and the US ECONOMY ausgeführt wurde? Könnte das nicht eine Erklärung für den jüngsten Rohstoffkollaps und den Höhenflug des Dollars sein - und wenn dem so wäre, könnte dies nicht zu einer anhaltenden Zerstörung des Rohstoffsektors im Allgemeinen führen? Ja das könnte es, aber die letzten Hinweise, die wir vom Gold, vom Silber, vom Dollar und deren COT-Charts bekommen und von der Entwicklung der Edelmetallaktien, deuten darauf hin - auch wenn dieses Risiko weiter im Hintergrund bestehen bleibt und die deflationären Kräfte im Hintergrund an Stärke gewinnen - dass diese Kräfte für eine ganze Zeit nicht in den Vordergrund treten werden - möglicherweise nicht vor ein, zwei Jahren. In der Zwischenzeit besteht Potential, dass die hyperinflationären Folgen der enormen Ausweitung des Geldangebots - verschärft durch die Freizügigkeit der Regierung hinsichtlich der Bailouts für Großbanken und andere große Finanzinstitutionen - zu einer enormen Rally bei den Edelmetallen führen. Beim Bailout von Fannie und Freddie ging es nicht darum, eine grundlegende Lösung des Problems zu finden, vor dem die US-Wirtschaft steht. Das eigentliche Ziel ist es gewesen, mehr Zeit für die US-Notenbank, die Regierung und die Wall Street zu gewinnen - was sich eher mit einem Kind vergleichen lässt, dass am Strand die Wände seiner Sandburg verstärkt, weil die Flut es schon umspült.


© Clive Maund (14.09.2008)
www.clivemaund.com







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