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Der mysteriöse Brief in Austin, Texas

29.01.2011  |  Redaktion
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Dr. Bandulets Antwort

Zunächst ließ ich es damit bewenden. Dann allerdings schickte, als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hatte, Dr. Bandulet am 18. Januar doch noch eine Email-Nachricht an Peter Boehringer und mich. Sinngemäß wiederholte er darin noch einmal seine Interpretation, dass es in dem Brief, der seines Wissens nach immer noch vertraulich behandelt werden würde, um ein "Immobilisations"-Versprechen bezüglich der deutschen Goldreserven gegangen sei, solange Truppen der USA in Deutschland stationiert blieben.

Relevant wäre daran bis heute, dass dieses Arrangement von deutscher Seite nach wie vor respektiert würde. In seinem Buch "Das geheime Wissen der Goldanleger" käme ein ehemaliges Mitglied der Bundesbank zu Wort, demgemäß Deutschland lediglich "kleinen Mengen" an Gold von New York abziehen könne, und das auch nur unter einem Vorwand.

Darüber hinaus habe der Abgeordnete des Deutschen Bundestages Dr. Peter Gauweiler am 16. Dezember 2010 von der Bundesregierung in einem Brief mitgeteilt bekommen, dass Vertreter der Bundesbank am 11. Juni 2007 die deutschen Goldbestände bei der NY Fed inspiziert hätten, was ein gewisses Misstrauen bewiese. Fernerhin sei Dr. Gauweiler am 19. November 2010 von der Bundesregierung mitgeteilt worden, dass derzeit kein deutsches Gold verliehen sei und dass der Gesamtbetrag der Reserven 3401,8 Tonnen betrage.

Abschließend schrieb Dr. Bandulet, dass er vielmals öffentlich zu einer Rückführung des Goldes aufgerufen habe; er wisse aber, dass das unter diesen Umständen nicht geschehen werde. Die Kontrolle über den internationalen Goldmarkt liege nach wie vor in London und New York/Washington.

Ich versendete diese Nachricht an Chris Powell, Max Keiser und James G. Rickards, woraufhin Powell antwortete:

"Vielleicht können wir einen Weg finden, um bei diesem Problem Druck auszuüben, obwohl es natürlich am besten wäre, wenn der Druck von Deutschland käme, da es eine Angelegenheit der grundlegendsten nationalen Souveränität Deutschlands ist."


Richtung Austin, Texas

Um zu versuchen, den Dingen genauer auf den Grund zu gehen, wandte ich mich sodann als nächstes an Bob Chapman, den Herausgeber des "International Forecaster". Herr Chapman - ehemals der größte Gold- und Silberaktienhändler der Welt - gibt in aller Regelmäßigkeit Interviews für die Infowars-Radio-Show von Alex Jones, und Herr Jones wiederum ist in Austin, Texas beheimatet - sprich genau dort, wo der Brief von Karl Blessing an William M. Martin in der Präsidenten-Bibliothek von Lyndon B. Johnson liegen sollte. Also schrieb ich Herrn Chapman:

"Könnten Sie ihn fragen, ob er so nett wäre, jemanden von seinem Mitarbeiterstab eine kurze Fahrt machen zu lassen, um eine Kopie/Faksimile/PDF des unten genannten Gegenstandes zu machen? Es würde helfen, den exakten Inhalt des Blessing-Briefs bezüglich des deutschen Goldes / der Dollarreserven in den späten Sechzigern klarzustellen.

Sehr vielen Dank,
Lars.

Dimitri Speck am 6. Dezember 2010:

Der Blessing-Brief ist in der Lyndon B. Johnson Library in Austin.*

*: Brief von Karl Blessing an Mr. William M. Martin, Jr., kein Betreff, unklassizifiert, 30. März 1967, in: LBJL, NSF, NSCH: TTNAN, Box 50, 1966–67, Buch 2, Tabs 72–98 [1 von 2]“

Bob Chapman entsprach postwendend meiner Bitte und wurde in der Tat via Email für mich aktiv. Doch regen tat sich daraufhin in Austin, Texas nichts. Drum wandte ich mich zwei Tage später an den Verfasser des Buches "The Best Way to Rob a Bank Is to Own One", William K. Black, der als Ökonomie-Professor an der University of Texas in Austin gearbeitet hatte, und an den GATA-Vorsitzenden Bill Murphy, der in Texas lebt. Murphy antwortete, dass er gerade im kanadischen Vancouver sei. Eine weitere Sackgasse. Aber Professor Black hatte eine naheliegende Idee. Nachdem ich ihn wegen meines "Texas-Problems" um einen Anruf gebeten hatte, schrieb er zurück:

"Wenn die Angelegenheit darin besteht, dass jemand ein Dokument in der LBJ-Präsidentenbibliothek überprüfen soll, dann würde ich vorschlagen, Prof. Jamie Galbraith zu fragen, ob er einen Stundenten losschicken kann, um das zu tun (die Bibliothek ist 100 Meter von seinem Büro entfernt)."

Diesen Einfall hatte ich zwar selber zuvor auch schon gehabt, da James K. Galbraith, einer der renommiertesten Ökonomen der Vereinigten Staaten, den Lloyd M. Bentsen, Jr.-Lehrstuhl für Government/Business Relations an der Lyndon B. Johnson School of Public Affairs der University of Texas in Austin innehält; allerdings hatte ich in der Annahme, dass Professor Galbraith allzu sehr beschäftigt sein könnte, den Einfall zunächst wieder verworfen. Mit dem Hinweis:

"Ich habe ein kleines Problem und versuchte es anders zu lösen, aber diese Wege sind eher Sackgassen",

erklärte ich ihm schließlich dann doch mein Anliegen, und erhielt wenige Minuten später die Zusicherung:

"Ja, ich werde mich drum kümmern."




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