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Der mysteriöse Brief in Austin, Texas

29.01.2011  |  Redaktion
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Quellen:

i Dr. Bruno Bandulet: "Das Gold der Deutschen. Die Leihgeschäfte der Bundesbank", veröffentlicht am 27. Mai 2003 auf Goldseiten.de.

Dort heißt es zum "Blessing-Brief":

"Da kommt natürlich ein Verdacht auf. Warum legen die USA so großen Wert darauf, die deutschen Goldreserven bei sich zu haben? Ein exzellenter Kenner der Verhältnisse und früheres Mitglied der Bundesregierung meinte gegenüber G&M: 'Die Amerikaner betrachten das deutsche Gold als eine Art Pfand.' Er hätte auch sagen können: als eine Art Geisel für deutsches Wohlverhalten.

Ein heikles Thema, dem der Bundesbankkenner Marsh elegant auswich. Zum Verständnis des Ganzen müssen wir zurückblenden auf das Wirtschaftswunder der fünfziger und sechziger Jahre, auf die Exportüberschüsse, die sich damals in Gold verwandelten, auf die Besatzungskosten - und vor allem auf den berühmt-berüchtigten 'Blessing-Brief', der nie veröffentlicht wurde, mit dem aber jeder intime Kenner der Frankfurter Szene vertraut ist.(...)

Zurück zu Karl Blessing, der von 1958 bis Anfang 1970 der Bundesbank vorstand. Zwischen ihm und der Bundesregierung existierte ein geheimes Verwaltungsabkommen, wonach die Bundesbank bei gewissen Kabinettssitzungen hinzugezogen wurde. Besonders gefragt war die Kooperation zwischen Frankfurt und Bonn, als Gold wieder einmal in den Mittelpunkt der Währungspolitik rückte und als die US-Regierung Ende der sechziger Jahre einen neuen finanziellen Ausgleich für ihre Stationierungskosten in Deutschland verlangte.

Bonn war zahlungsunwillig, Resultat des amerikanischen Drucks war der bereits erwähnte Blessing-Brief. Darin sicherte der Bundesbankpräsident seinem Gegenüber bei der Federal Reserve die 'Immobilisierung' der deutschen Goldreserven zu. Er versprach, daß die Bundesbank die Reserven nicht aus den USA abziehen werde, solange die USA Stützpunkte in Deutschland unterhalten. Dies eine Konzession, auf die die Amerikaner allergrößten Wert legten."


ii Walter Hirt: "Die Zukunft des Goldes. Die Notenbanken als Helfershelfer der Hochfinanz", veröffentlicht auf Goldseiten.de am 10. September 2004.

Dort heißt es zum "Blessing-Brief":

"Wie kommt die Deutsche Bundesbank dazu, den Grossteil ihres Goldes in New York lagern zu lassen? Reichlich viel ist zu dieser Frage schon geschrieben worden, sowohl konkrete Hinweise als auch wilde Phantasien aus dem Reich der 'Verschwörungstheorien'. David Marsh bleibt verhalten: 'Im Interesse guter Beziehungen zur internationalen Finanzwelt werden die großen Mengen von Goldbarren wahrscheinlich bleiben, wo sie sind.' Offenbar betrachtet Washington das deutsche Gold als eine Art Pfand für weiteres 'Wohlverhalten'.

Diese etwas kühn anmutende Feststellung wird indessen durch den berühmt-berüchtigten 'Blessing-Brief' gestützt. Karl Blessing, von 1958 bis 1970 Präsident der Bundesbank, sicherte seinem Kollegen beim FED die 'Immobilisierung der deutschen Goldreserven' zu. Er versprach in Abstimmung mit der Bundesregierung, daß die Bundesbank die Reserven nicht aus den USA abziehen werde, solange die USA Stützpunkte in Deutschland unterhalten. Zum Hintergrund des 'Blessing-Briefs' gehört auch die Haltung des damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulle, der Dollar-Hegemonie offen entgegenzutreten und tonnenweise Gold von New York nach Paris verschiffen zu lassen, begleitet von Kriegsschiffen der Grande Nation und verbalen Attacken aus dem gallischen Reservoir."


iii Dr. Udo Ulfkotte: "Muss die Bundesbank ihre Goldreserven abschreiben?", veröffentlicht am 3. Juli 2009 auf "Schweizerzeit"/"Gesunde Währung".

Dort heißt es zum "Blessing-Brief":

"Zu verdanken hat die Bundesregierung die Einlagerung des Goldes der Bundesbank in den USA einem Herrn Karl Blessing, der von 1958 bis Dezember 1969 die Bundesbank leitete. Blessing sicherte der Fed am 30. Mai 1967 schriftlich zu, dass die Bundesrepublik ihre Dollar so lange nicht gegen Gold eintauschen werde, wie amerikanische Soldaten auf deutschem Boden stationiert seien. Allein 1967 bis 1969 lagerte die Deutsche Bundesbank dann Gold im damaligen Gesamtwert von vier Milliarden Dollar bei der Fed ein. In einem Interview, das Karl Blessing kurz vor seinem Tode im Mai 1971 dem 'Spiegel' gab (Überschrift 'Der Brief gilt leider noch heute'), sagte der frühere Bundesbank-Präsident: 'Dann kam die Geschichte mit den Truppen.' Und der 'Spiegel' fragte: 'Sie meinen die Drohung der Amerikaner: Wenn ihr den Dollar nicht auf diese Weise stützt, ziehen wir die Truppen aus der Bundesrepublik zurück?' Darauf antwortete Karl Blessing: '(…) aber die Drohung war immer im Hintergrund da. Der Brief gilt leider heute noch, den ich damals geschrieben habe.'"

Um unnötige Fehler zu vermeiden, setzte ich mich mit Dr. Ulfkotte vorab in Verbindung, und bat betreffend dieser Passage um einige Aufklärungen. So wollte ich beispielsweise wissen, was der "Blessing-Brief" exakt mit der Frage nach der "Einlagerung des Goldes der Bundesbank in den USA" zu tun habe, und ob es sich bei der Datumsangabe "30. Mai 1967" eventuell um einen Tippfehler handeln könnte oder ob es da noch einen anderen "Blessing-Brief" gäbe. Unter anderem schrieb ich: "Mir ist es nach der Ansicht des Blessing-Briefes nicht ersichtlich, was er mit der Einlagerungsfrage zu tun hat bzw. warum der Brief in einem Artikel vorkommt, der mit der Frage zu tun hat, ob die BRD ihr Gold dauerhaft in den USA belassen 'muss'." Meine diesbezüglichen Fragen blieben bis zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung unbeantwortet.


iv Vgl. Dimitri Speck: "Geheime Goldpolitik. Warum Zentralbanken den Goldpreis steuern", Finanzbuch Verlag, München, 2010, Seite 114.


v Karl Otto Pöhl: "Bundesbank - Ein Mythos wird fünfzig", veröffentlicht am 1. August 2007 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Um unnötige Fehler zu vermeiden, setzte ich mich auch mit Karl Otto Pöhl vorab über das Bankenhaus Sal. Oppenheim in Zürich in Verbindung, und bat betreffend des "Blessing-Briefs" um etwas Aufklärung. Unter anderem wollte ich erfahren, ob der "Blessing-Brief" vom 30. März 1967 stammt oder vom 30. Mai 1967. Ferner, ob der Brief als vertraulich behandelt wird oder jemals für die deutsche Öffentlichkeit veröffentlicht wurde (beispielsweise, um die Gerüchte rund um den Brief zu kontern), und vor allem, ob es einen geheimen - oder doch zumindest nicht veröffentlichten - Anhang gäbe. Meine diesbezüglichen Fragen blieben bis zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung unbeantwortet.


vi Bruno Bandulet: "Das geheime Wissen der Goldanleger", Kopp-Verlag, Rottenburg, 2007.


vii Genauer gesagt war Bill Murphy auf der Vancouver Resource Investment Conference 2011- siehe: www.youtube.com.


viii Als weitere Autoren zur Überprüfung des Sachverhalts nannte Herr Speck: H. W. Brands und Francis M. Bator.


ix Von daher sehe ich diese grundlegende Annahme von Dr. Bandulet keineswegs widerlegt, und ich möchte ausdrücklich betonen, dass es mir persönlich auch gar nicht darum ging. Gleichwohl möchte ich auch darauf hinweisen, dass mein Vorschlag an Dr. Bandulet, ein gemeinsames Interview zum "Blessing-Brief" zu führen, unbeantwortet blieb.




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