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US-Staatsanleihe: Zurück zum Emittenten (Teil 2/2)

02.07.2013  |  Jim Willie CB
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Ein weiterer Faktor unter der Saudi-Sonne ist die große petrochemische Fabrik am Hafen des Roten Meeres - ein Gemeinschaftsprojekt mit China. Im Gegenzug arbeitet die Saudi Basic Industries (SABIC) mit Nachdruck am einem gigantischen petrochemischen Werk innerhalb Chinas. Insgesamt belief sich der bilaterale Handel im Jahr 2012 auf 42 Mrd. $. Eine große Ablaufmenge US-Staatsanleihen wird auch in die Hände der Saudis geleitet, zur Finanzierung des Projektes, für Materialien, technischer Ausrüstung, Arbeitskräfte und anderes. Toxische und geschädigte US-Staatsschuldentitel werden an den Emittenten, die USA, in großen Mengen zurückgeführt, und das wird die US Fed und ihre Weimar-Presse mit Sicherheit überfordern.


US-Großbanken fahren den Carry Trade zurück

Jede Ausstiegsstrategie der gelähmten US Fed wird unbeabsichtigte Konsequenzen haben, sie wird einen reißenden Strom aus US-Staatsanleihenverkäufen in Bewegung setzen - in Form einer Umkehr des massiven, geförderten Carry Trades mit US-Staatsanleihen. Ganze vier Jahre leihen sich US-Großbanken nun schon Geld zu sage und schreibe fast 0% und investieren diese für 2% Zins in 10-jährige US-Staatsanleihen, oder in 30-jährige US-Staatsanleihen, die dann 3% bringen. Dieser Prozess wurde unter Anleitung, im besten Wissen und mit Korruptionsabsichten von der US Fed selbst in Gang gebracht. Die Zentralbank förderte dieses Programm sogar offensiv als Möglichkeit, die Reserven der Großbanken nach der Post-Lehmann-Misere wiederaufzufüllen.

Die US-Großbanken sind keine Kreditmotoren mehr, die den amerikanischen Unternehmen Liquidität zur Verfügung stellen, sie sind aber auch keine Investmentbanken, die amerikanische Unternehmenskücken großziehen würden. Sie sind einfach nur riesige, hässliche Krebswarzen, die wie Casinos funktionieren und stark anhängig vom Carry Trade mit US-Staatsanleihen sind. Sie nehmen kurzfristig Kredit auf und investieren langfristig, und sie haben ein gigantisches Konto bei der US Fed aufgebaut, das unter der Bezeichnung Überschussreserven läuft. Komischerweise gehört diese Schlüsselkomponente (jene Überschussreserven), welche den Fed-Bilanzen den Anschein von Solvenz gibt, nicht einmal der US Fed, sondern den US-Großbanken. Die US Fed ist ebenfalls eine insolvente Bank, sie befindet sich sogar im allerschlimmsten Zustand.

Die US Fed ist ein gigantisches, ruiniertes, kaputtes Schwungrad. Sobald sich die Hinweise bestätigen, dass die falsche, mit Unmengen Zinsswap-Derivaten gestützte Rally zu Ende ist, werden die US-Banken ihre Strategie umstellen. Sie werden nicht nur US-Staatsanleihen verkaufen, sondern auch US-Staatsanleihen-Futures, die dem korrupten Geschäft noch einen größeren Hebel geben. Mit der Zeit wird die enge Verbindung zwischen US Fed und US-Großbanken schwer unter Druck geraten. Sie werden in der Tat x-zig Möglichkeiten finden, um sich von der alten Geliebten zu trennen. Der von den Banken eingeleitete Verkaufsprozess wird das hässliche Phänomen der “Konvexität“ hervorbringen.

Alle Versuche der US Fed, einen Anstieg der Anleihezinsen zu ermöglichen, wird scheitern, schwer außer Kontrolle geraten - und zwar Aufgrund des Phänomens der Konvexität. In den vergangenen Jahren war das Phänomen bei Fannie Mae zu beobachten, als die US Fed versuchte, einen Anstieg der Zinserträge zu ermöglichen. Dieser üble Tornado wird auch aus aufgelösten Hebelpositionen gespeist, ein “Überschießen“ ist sicher. Der wichtige Punkt ist aber, dass die US-Banken als Verkäufer auftreten werden, da sie ihren Carry Trade mit US-Staatsanleihen, jene amoralische Gewinnquelle, auflösen. Die Gegenreaktion kommt. Toxische und geschädigte US-Staatsschuldentitel werden an den Emittenten, die USA, in großen Mengen zurückgeführt, und das wird die US Fed und ihre Weimar-Presse mit Sicherheit überfordern.


Der Sichere Hafen Gold tritt in Erscheinung

Wie es scheint, unternimmt die US Fed gerade ein Experiment, um zu sehen, ob die Finanzmärkte einen Zinsanstieg bei US-Staatsanleihen aushalten können. Diese Umkehr könnte man als eine Rückkehr zur Normalität bezeichnen, allerdings wären 20 bis 30 schrittweise Erhöhungen der Anleiherenditen nötig. Um wieder in Einklang mit den Fundamentaldaten zu kommen, müsste die US-Staatsanleihe mit 10-jähriger Laufzeit auf mindestens 7% oder 8% oder 9% steigen. Die erste Verteidigungslinie in diesem Experiment sind die Zinsswaps. Die zweite wäre die Auflösung des Carry Trades, der durch die US Fed mitgestaltet wurde. Allein oberflächlich betrachtet, können wir zu dem Schluss kommen, dass die US Fed ein Experiment durchführt. Sie führt gerade einen Live-Stresstest durch. Und der wird schlimm enden, wenn er fortgeführt wird. Eine Rückkehr zur Normalität lässt sich unmöglich bewerkstelligen, nicht einmal ansatzweise.

Der Erzfeind des Goldes ist seit Ewigkeiten schon die US-Staatsanleihe. Die US-Staatsanleihe als heiliger Sicherer Hafen wird sich als glühender Hochofen und Säureregengebiet entpuppen, da die BRICS eine Gold-Zentralbank aufbauen, da die Russen die Londoner Kredite für die Rosneft-Übernahme zurückzahlen, da die Russen & Chinesen ihre Devisenreserven konvertieren, da die Chinesen ihre Öl- und Gaslieferungen über Pipelines auf diese Weise bezahlen, da die Afrikaner ihre Erlöse aus Mineralien- und Rohstoffgeschäften umtauschen werden und da die großen US-Banken ihren Carry Trade mit US-Staatsanleihen rückführen.

Der wahre Sichere Hafen wird Gold sein. Wenn die Verkaufswelle bei US-Staatsanleihen dann in voller Fahrt ist, dürfte wohl auch die COMEX schließen, dann fallen die Goldkurse aus, und es bilden sich Klägerschlangen. Die COMEX wird keine andere Wahl mehr haben, weil sie voll und ganz goldfrei sein wird. Kein Markt kann ohne Bestände existieren, ganz gleich wie korrupt er ist, ganz gleich, wie mächtig die Banker sind, ganz gleich, mit welchen Armeen die Kritiker, Gegner und Feinde eingeschüchtert werden. Das Dichtmachen ist ein notwendiger Schritt zur Befreiung des Goldpreises - auf dem Weg zu wahrhaftig hohen und ehrlichen Ständen. Dieses Sturmgebiet ist nötig und muss durchschritten werden.

Wenn die US-Staatsanleihen durch die genannten Kanäle nach London und New York zurückfließen, wird der Goldpreis große Schritte nach oben unternehmen und sich auf dem Weg nach oben nicht mehr kontrollieren lassen. Der korrupte COMEX-Kurs ist derzeit absolut kein Anhaltspunkt für den Goldmarkt. Die US-Staatsanleihen werden in physisches Gold konvertiert. Der Prozess läuft schon. Die Kanäle sind im Bau. Der Fluss wird gewaltig sein: Uncle Sam auf dem Leichentisch, mit Schläuchen in allen Arterien und Venen. Er wird trockengelegt, zur Trockenleiche konvertiert. Auf dem Boden, wo das Blut in Bottichen gesammelt wird, geht ein plötzlicher und beeindruckender Umtausch vor sich.

Diesen größten Paradigmenwechsel seit 200 Jahren zu erkennen - das wird der nächste Megatrend, der große Akt. Gold wird sich mit unsteten Sprüngen zur 7.000 $-Marke vorkämpfen. Die Gold-Plattformen für die Handelsabwicklung (über diesen großen Neubeginn wurde schon entschieden) sind die Garanten für hohe Preisniveaus. Alles ist in Vorbereitung, auch die heimliche Verhaftung von 6.000 Bankern. Auch wenn es wahrscheinlich keine Gerechtigkeit geben wird, so werden diese zumindest aus dem Verkehr gezogen.


© Jim Willie CB
www.goldenjackass.com


Der Artikel wurde am 04.06.13 auf http://news.goldseek.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.



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