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Das Einmaleins der Finanzmärkte: Die Manipulation des Silbermarktes

07.04.2017  |  Craig Hemke
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Sind wir uns bis jetzt einig? Dann wollen wir fortfahren. Unten sehen Sie einen Chart der Silber-Futures an der Comex, der ebenfalls den Preisverlauf der letzten Woche zeigt. Die Ähnlichkeit zum Coca-Cola-Chart ist offensichtlich - der Preis scheint sich stabil um die 18,20-$-Marke herum zu bewegen. Auf den ersten Blick könnte man daher vermuten, dass die Zahl der Käufer und Verkäufer ausgeglichen ist. In einem gewissen Sinne stimmt das auch, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied.

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Worin besteht dieser "entscheidende Unterschied"? Hier müssen wir wieder auf das zurückgreifen, was wir über Angebot und Nachfrage gelernt haben. Wenn das Angebot konstant ist, schlagen sich Änderungen der Nachfrage in einem Anstieg oder Rückgang des Preises nieder. Am digitalen Silbermarkt der Comex ist das Angebot aber nicht konstant.

Stattdessen verfügen die als "Market Maker" agierenden Bullionbanken, wie oben erwähnt, über die fast uneingeschränkte Fähigkeit, das Angebot an Terminkontrakten täglich zu erweitern. Der nächste Chart zeigt erneut die Kursentwicklung von Silber an der Comex, enthält aber zusätzliche Informationen über die Anzahl der ausstehenden Kontrakte (Open Interest, OI). Wenn eine erhöhte Nachfrage auf ein gleichermaßen höheres Angebot trifft, bleibt der Preis konstant.

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Uns stellt sich nun die Frage, wie viel höher der Preis letzte Woche gestiegen wäre, wenn das Angebot an Silberkontrakten gleich geblieben wäre. Würde der Kursverlauf im Comex-Silberchart dann eher wie der Kurs der Amazon-Aktie aussehen, statt wie der von Coca-Cola?

(Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass an dieser Stelle der Betrug und die Manipulationen beginnen. Aus diesem Grund vertreten wir die Ansicht, dass der Preismechanismus der Comex ein zutiefst illegitimer Prozess für die Bestimmung der physischen Gold- und Silberpreise ist. Die Verkäufer der neuen Kontrakte (die Banken) "verkaufen" Silber, das sie gar nicht besitzen, und versprechen damit einem Käufer (einem Spekulanten) die Auslieferung des physischen Silbers.

Dieser Käufer hat im Normalfall aber keinerlei Interesse daran, sich das Edelmetall auch wirklich liefern zu lassen. Wir haben es hier also schlicht mit einem Gesellschaftsspiel und einem Kampf um Liquidität zu tun, bei dem derjenige gewinnt, der die tiefsten Taschen hat und daher in der Lage ist Kursschwankungen und Margin Calls zu überstehen.)


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