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Gold vor neuer Rallye zum Jahresstart?

20.12.2017  |  Markus Blaschzok
Die US-Notenbank hob vergangene Woche die Zinsen wieder um 25 Basispunkte an, womit sie ihr Versprechen erfüllte. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA fielen auf ein 44-Jahrestief, was im Zuge höherer Inflation und gleichzeitig solider Wirtschaftsdaten weitere Zinsanhebungen im kommenden Jahr ermöglicht. Aktuell plant die US-Notenbank drei Zinsanhebungen im kommenden Jahr und eine Reduktion der Notenbankbilanz von bis zu 500 Mrd. US-Dollar. Im Januar sollen wie geplant 20 Mrd.$ Dollar an Liquidität dem Markt entzogen werden mit steigender Tendenz bis zu 50 Mrd. $ monatlich für den Rest des Jahres. Zinsanhebungen und Liquiditätsentzug werden also den Dollar tendenziell stärken.

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Die USA und Europa fahren aktuell eine gegensätzliche Geldpolitik


Am Donnerstag tagte dann die Europäische Zentralbank, welche plant die Leitzinsen über einen ausgedehnten Zeitraum weiterhin niedrig zu halten, weit über das geplante Ende des QE-Programms im September 2018 hinaus. Man betonte wieder, dass man bereitstehe ggf. das Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen auszuweiten, wenn sich Probleme am Horizont zeigen.

Man sieht die offizielle Preissteigerung erst in 2020 bei 1,7%, was noch deutlich unter der Zielmarke von 2% liegt und somit die aktuell expansive Geldpolitik rechtfertigt. Über mindestens ein bis zwei Jahre hinweg Nullzinsen bei gleichzeitiger Ausweitung der Geldmenge um 270 Mrd. Euro werden den Euro schwächen.

Obwohl die Notenbanken seit geraumer Zeit ihre Ankündigungen und Versprechen erfüllen, hat sich der gesamte Markt praktisch gegen die Notenbanken gestellt und erwartet seit einem Jahr eine lockerere Geldpolitik in den USA und eine Restriktive in Europa. Dies hat dazu geführt, dass die Spekulanten nie stärker auf einen steigenden Euro am Terminmarkt gewettet haben, wie aktuell.

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Der gesamte Markt hat auf Trendwende in der europäischen Geldpolitik und einen Anstieg des Euros gewettet


Dies sieht man deutlich an der Positionierung an der Terminbörse CME. Sollten die Notenbanken weiterhin ihre Versprechen halten und ihren geplanten Weg weitergehen, werden die Eurobullen an die Wand gedrückt und zerquetscht. Bei dieser starken einseitigen Blase gibt es genügend Enttäuschungspotenzial und es stellt sich die Frage, wie lange die Eurobullen ihre Position noch unter den gegebenen Umständen halten können. Es herrscht akute Einbruchsgefahr beim Euro für die kommenden sechs Monate. Investoren sollten sich vor einem Einbruch des Euros von bis zu 15% schützen.


Stehen die Edelmetalle vor einem neuen Anstieg?

Wenn der Euro an Kaufkraft verliert, steigt der Goldpreis in dieser Fiat-Währung gerechnet an. Gold in Euro könnte unabhängig von der aktuellen Preisschwäche im neuen Jahr deutlich ansteigen, wenn die Europäische Zentralbank ihren Vermögen zerstörenden Weg weitergeht. Vor einigen Monaten wurden wir bei 1.340 $ kurzzeitig bärisch für den Goldpreis und unsere Prognose hat sich erfüllt. Jetzt, da der Preis zurückkam und sich das Jahresende nähert, bildet sich das Fundament eines neuen Anstiegs des Goldpreises aus.

Seit vier Jahren fiel der Goldpreis immer in den letzten ein bis zwei Quartalen um zwischen Weihnachten und Neujahr ein Tief auszubilden. Pünktlich zum Jahresbeginn setzte dann immer eine deutliche Rallye ein, wie folgender Chart zeigt.

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Der Goldpreis startete immer zwischen Weihnachten und Neujahr eine neue Rallye ins neue Jahr mit deutlichen Anstiegen



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