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Marc Faber: Unkluge US-Politik und deren Folgen für Gold und die Wirtschaft

04.05.2018  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist ein Privileg nun einen Mann begrüßen zu dürfen, den ich nicht weiter vorzustellen brauche: Mark Faber, Herausgeber des The Gloom, Boom and Doom Report. Dr. Faber war bereits langjähriger Gast bei Finanzsendungen in der ganzen Welt und ist ein weltbekannter Anhänger der Österreichischen Wirtschaftslehre und Investitionsberater. Es ist eine große Ehre ihn heute hier zu haben.

Dr. Faber, ich danke Ihnen vielmals, dass Sie heute hier sein können. Wie geht es Ihnen?


Marc Faber: Nun, es ist ein Vergnügen ihr Gast zu sein. Danke.


Mike Gleason: Beginnen wir mit dem Aktienmarkt, Marc. Ende Januar bildete der US-amerikanische Aktienmarkt eine Spitze und setzte Anfang Februar seine bisherigen Tiefstände für das Jahr. Die Aktien werden seitdem in einer Spanne gehandelt, nähern sich jedoch aktuell wieder den Tiefs an, da die Volatilität zurückgekehrt ist. Wenn Sie darüber spekulieren müssten, in welche Richtung sich die Märkte wahrscheinlich bewegen werden, welche wäre es? Und denken Sie, dass wir den Höchststand für 2018 bereits gesehen haben oder können die Spekulanten die Märkte noch längere Zeit nach oben drücken?

Open in new windowMarc Faber: Das ist eine gute Frage und ich denke, dass alle die Antworten darauf gerne kennen würden. Jeder hat eine andere Meinung, aber ich glaube weiterhin, dass das Hoch des US-Aktienindex S&P 500 vom 26. Januar bei 2.872 Punkten wie ein Spiegelbild des Tiefs vom 6. März 2009 war, als der S&P bei 666 Punkten lag. Zu diesem Zeitpunkt verhielt sich jeder bearish und führende Marktstrategen - ich möchte keine Namen nennen - prognostizierten, dass der S&P auf 400 Punkte fallen würde.

Und da die Stimmung so negativ war und der Markt so überverkauft, kehrte er sich um und begann trotz sehr miserabler Gewinne tatsächlich nach oben zu steigen. Und nun haben wir ein Hoch im Januar. Alle dachten, dass die Kurse noch höher klettern würde, doch die Aktien stiegen nicht, sondern begannen zu fallen, obwohl die Unternehmen gute Ergebnisse verbuchten.

Also denke ich, dass wir uns in einer Situation befinden, in der es wahrscheinlich ist - aber noch nicht hundertprozentig sicher - dass wir ein Tief unter dem Tief vom Februar verzeichnen müssen, um besser erkennen zu können, ob ein Bärenmarkt begonnen hat; aber das ist noch nicht passiert. Wenn wir jedoch den Markt, die Marktbewegungen, die Dynamik und die Anzahl an Aktien betrachten, die tatsächlich neue Tiefs zu verzeichnen haben, denke ich, dass uns die Märkte womöglich sehr stark enttäuschen werden.


Mike Gleason: Dr. Faber, auf uns wirkt es so, als wäre das Schicksal der Edelmetallmärkte stark mit den Aktienkursen verwoben, zumindest kurzfristig. Es fehlt die Angst oder die Gier, um Trendveränderungen voranzutreiben. Hier in den USA gibt es relativ wenig Nachfrage nach sicheren Vermögenswerten. Wenn man die Stimmung an den Metallmärkten betrachtet, erkennt man, dass der Gier-Faktor dort ebenfalls fehlt. Das könnte sich ändern, wenn Gold und Silber die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen, weil sie die Aktien weiterhin maßgeblich übertreffen oder wir die überfällige Korrektur der Aktienmärkte erleben.

Nun Marc, Sie haben vor kurzem über die zwei Dinge geschrieben, von denen Sie denken, dass sie eine wesentliches Top an den Aktienmärkten signalisieren würden. Der erste Indikator hat etwas damit zu tun, dass die Gesellschaft "all-in" geht, verbunden mit exzessiver Spekulation. Der zweite Indikator wäre die Aufdeckung eines bedeutenden Betrugs. Diese Indikatoren sollten denjenigen bekannt vorkommen, die sich mit der Finanzkrise 2008 beschäftigt haben. Denken Sie, dass sich die Geschichte hier wiederholen wird?


Marc Faber: Nun, ich denke, dass es viele Falschinformationen gibt. Wenn die Aktienkurse fallen, kommt normalerweise irgendein Betrug ans Licht. Und ich erwarte dergleichen; und zwar in einem großen Ausmaß, ganz gleich ob der Betrug nun mit irgendeinem Unternehmen zu tun haben wird - was ich für wahrscheinlich halte - oder ob der Betrug innerhalb des Rentensystems im Zentrum stehen wird. Die Rentenfonds sind heute in fahrlässiger Weise unterfinanziert und werden in Zukunft entweder die Beiträge erhöhen oder die Auszahlungen reduzieren müssen. Ich denke, dass beides möglich ist.


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