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Das Pferd hinter den Wagen spannen: Der Gold-Hype

28.07.2018  |  Michael Shedlock
Die Short-Positionen der Commercials in Metall-Futures nehmen ab. Aber was passiert wirklich?

Hier finden Sie den Artikel, MAJOR ALERT: Bullion Banks Covered Massive Number Of Gold & Silver Shorts, But Here Is The Real Shocker! von King World News, den wir betrachten.


Bullionbanken sind verantwortlich

Der Titel lässt vermuten oder lässt sich zumindest so lesen, als wären die Bullionbanken verantwortlich.

Wir lesen oftmals auch gegenteilige Schlagzeilen wie "Commercials bauten ihre Short aus". Viele dieser Artikel nehmen eine Haltung ein, im Rahmen derer den Short-Positionen die Schuld gegeben und auf "Manipulation" plädiert wird.

Manipulation gibt es überall, sie ist jedoch nicht einseitig. Sie findet nach oben, unten und seitwärts statt. King World News äußerte im obigen Artikel keine Manipulationsvorwürfe, doch der Titel ist aus zwei Gründen irreführend.

1. Die Bullionbanken (kommerzielle Trader oder Marktmacher sind wohl bessere Bezeichnungen) nehmen einfach nur die andere Seite des Handels ein, die von großen und kleinen Spekulanten eingenommen wurde. Große und kleine Spekulanten sind die Treiber, nicht die Bullionbanken.

2. Die Bullionbanken sind abgesichert. Sie nehmen Short-Positionen gegenüber Futures ein, sind jedoch auf die eine oder andere Weise Long-Gold. In einfachen Worten: Die Bullionbanken sind nicht wirklich Short-Gold. Man wird sie durch einen Goldpreisanstieg nicht wirklich überraschen, da sie von vornherein keine Netto-Short-Position einnehmen.

Die kommerziellen Trader schließen ebenfalls die Produzenten mit ein, die immer Netto-Short-Positionen einnehmen. Der Verkauf von Futures und die Lieferung von Gold ist eine Möglichkeit ihre Goldproduktion zu verkaufen.

Am Futuresmarkt gibt es für jede Long-Position eine Short-Position. Die Marktmacher nehmen beide Seiten des Handels ein. CotPriceCharts stellt uns eine akkurate Darstellung der Ereignisse zur Verfügung:

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Gold-Futures von Juli 2017 bis Juli 2018



Freiwillige vs. unfreiwillige Handlungen

Aus Not nehmen die Marktmacher einfach die andere Seite des Handels ein. Das ist eine der Voraussetzungen, um ein Marktmacher zu sein.

1. Seit dem 16. Januar 2018 haben die großen Spekulanten die Anzahl an Netto-Long-Kontrakten drastisch reduziert. Insgesamt nehmen die Spekulanten weniger Long-Positionen ein als zuvor, angenommen diese Positionen sind nicht abgesichert.

2. Die Marktmacher (Bullionbanken, wenn Sie das bevorzugen) reduzierten unweigerlich die Anzahl an Futures-Short-Kontrakten. Aber wie ich sagte: Die Marktmacher sind abgesichert. Die Marktmacher sind im eigentlichen Sinne "nicht weniger Short positioniert". Sie sind neutral.

Bezüglich Punkt 1 gibt es zwei Wege, wie die Netto-Long-Positionen der Spekulanten reduziert werden können.

1A: Long-Liqudierung (Verbuchung von Gewinnen oder Verlusten).

1B: Spekulative Short-Verkäufe steigen schneller als spekulative Käufe.

Punkt 1B erklärt die aktuellen Entwicklungen am besten.


Long-Positionierung der Spekulanten seit dem 19. Juni 2018

Am 19. Juni waren die großen Spekulanten mit 202.915 Kontrakten Long. Die kleinen Spekulanten hingegen waren Long mit 47.073 Kontrakten.

Am 18. Juli positionierten sich die großen Spekulanten mit 218.427 Kontrakten Long. Die kleinen Spekulanten waren mit 51.491 Kontrakten Long.

In Kombination steigerten die Spekulanten ihre Long-Positionen um 19.930 Kontrakte.


Short-Positionierung der Spekulanten seit dem 19. Juni 2018

Am 19. Juni nahmen die großen Spekulanten eine Short-Position mit 106.403 Kontrakten ein. Die kleinen Spekulanten waren mit 29.461 Kontrakten Short.

Am 18. Juli positionierten sich die großen Spekulanten mit 160.586 Kontrakten Short. Die kleinen Spekulanten hingegen waren Short mit 35.697 Kontrakten.

In Kombination steigerten die Spekulanten ihre Short-Positionen um 60.419 Kontrakte.


Was ist passiert?

Die Netto-Long-Positionen der Spekulanten nahmen seit dem 19. Juni um 49.489 Kontrakte ab (60.419 – 19.930).

Der Open Interest der Spekulanten stieg um 80.349 Kontrakte (60.419 + 19.930)



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