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Goldkonfiszierung und Manipulation

20.11.2018  |  Egon von Greyerz
Goldeigentum ist Lebensversicherung und Vermögensschutz. Alle, die hyperinflationäre Perioden in der Weimarer Republik, Zimbabwe, Argentinien oder Venezuela durchlebt haben, verstehen die Bedeutung von Gold. Doch allein Gold und Silber zu haben, reicht nicht aus. Extrem wichtig ist auch, wie man es hält und wo man es hält. Gerade haben wir wieder erlebt, wie Regierungen einseitig Gold "konfiszieren".

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Venezuela bekommt sein Gold nicht zurück

Open in new windowDas in der Bank of England (BoE) gelagerte Gold des venezolanischen Staates ist das jüngste Beispiel dafür, wie wichtig die Wahl des richtigen Rechtsgebietes und der richtigen Lagereinrichtung ist. Venezuela verwahrt 14 Tonnen Gold bei der BoE in London, mit einem Wert von 545 Millionen $. Im Rahmen staatlicher Goldbestände ist das eine relativ geringe Menge. Trotzdem bittet Venezuela seit einiger Zeit um Rückgabe. Die BoE findet jedoch alle möglichen Ausflüchte, wie eine erschwerte Versicherungslage bei solch großen Mengen, wodurch sich die Freigabe angeblich um Wochen verzögert hat. Diese Ausrede ist natürlich lächerlich.

Unser Unternehmen lässt große Gold- und Silbermengen durch die ganze Welt transportieren, in private Sicherheitslager in der Schweiz und Singapur. Nie hatten wir Probleme, Sofortlieferungen zu organisieren oder Versicherungsschutz zu bekommen. Die Gründe für die Verspätungen sind also auf keinen Fall Versicherung oder Transport. Großbritannien, das ist immer noch Teil der EU ist, kooperiert mit den USA hinsichtlich der Sanktionen gegen Venezuela.

Die Frage lautet also, ob Venezuela sein Gold jemals wiedersehen wird. Berichten zufolge haben sich die USA um das Gold Libyens und das der Ukraine "gekümmert". Vielleicht wird auch das venezolanische Gold genau dort landen.


Große physische Goldknappheit im Interbankenmarkt

Die meisten Zentralbanken halten Gold bei der Bank of England und auch bei der Fed in New York. Ein großer Teil des Zentralbankengoldes wurde entweder heimlich verkauft oder an den Markt verliehen. Wenn eine Zentralbank ihr Gold zurückhaben will, so existiert dieses nicht mehr in London oder New York. Das von einer Bullion-Bank geliehene Gold wurde an China oder Indien verkauft und die Zentralbank verfügt allein über einen Schuldschein, der besagt, dass die Bullion-Bank ihr Gold schuldet. Es existiert also kein physisch verfügbares Gold, mit dem der Schuldschein beglichen werden kann.

Irgendwann wird der Markt entdecken, dass es im Interbankenmarkt eine massive Knappheit an physischem Gold gibt. Wenn es soweit ist, kommt es zu Panik und der Goldpreis schießt in die Höhe. Gleichzeitig werden die Besitzer von Papiergold an den Terminmärkten physische Auslieferung fordern. Da es auf jede physisch verfügbare Unze mindestens 100 Ansprüche auf dem Papier gibt, wird es auch in diesen Märkten einen massiven "Squeeze" geben.


Deutsche Investoren sorgen sich um Goldkonfiszierungen

Letzte Woche war ich in München, um einen Vortrag auf der Internationalen Edelmetall- und Rohstoffmesse zu halten. Die Stimmung auf der Messe spiegelte deutlich die abgeschlagenen Kurse für Edelmetallaktien und Metalle wider. Dieses Jahr kamen ca. 4.000 Besucher, im Vergleich zu 14.000, als ich 2012 dort einen Vortrag hielt. Nach sechs Jahren Korrektur fühlen sich die Edelmetallinvestoren ziemlich angeschlagen.

Viele deutsche Investoren besitzen Bergbauaktien, wo die Verluste so viel deutlicher ausfielen als bei den physischen Metallen. Antizyklisch gedacht, ist die Abkühlung des Interesses als guter Indikator dafür zu betrachten, dass wir auf das Ende der Korrektur zugehen.

Deutschen Anlegern, die in physisches Gold und Silber investiert haben, bereitet das Risiko von Konfiszierungen innerhalb der EU deutlich Sorgen. Deutschland hat eine Vorgeschichte in Hinblick auf Verbote persönlichen Goldeigentums (von den 1920ern bis in die 1950er). Wir sprachen mit einer Reihe von Investoren, die sich um Goldkonfiszierungen in Deutschland und der EU Sorgen machten und deshalb Interesse an einer Verlagerung ihrer Gold- und Silberbestände in die Schweiz und auch nach Singapur hatten.

Die Schweiz hat noch nie Gold konfisziert

Open in new windowNoch nie hat die Schweiz Gold verboten oder konfisziert. Goldeigentum hat eine feste Tradition in der Schweiz. Schweizer Goldveredler sind Weltmarktführer in ihrem Bereich, sie veredeln 70% aller Goldbarren der Welt.

Zudem bestehen die Schweizer Gesamtexporte zu 29% aus Gold, was dem Sektor strategische Bedeutung verleiht. Diese Faktoren sorgen in der Summe dafür, dass Goldkonfiszierungen durch den Schweizer Staat sehr unwahrscheinlich sind. Es wäre sehr dumm und unwahrscheinlich, dass die Schweizer Regierung die Gans umbringt, die goldene Eier legt.


Schützen Sie Ihr Goldeigentum

Folgende Richtlinien sind zwingend für Goldinvestoren (und Silberinvestoren):
  • Halten Sie physisches Metall.
  • Verwahren Sie Gold in Ihrem Namen mit direkten Zugang zu den Tresoren.
  • Es darf keine Gegenpartei-Beziehung zwischen dem Anleger und der Lagereinrichtung bestehen.
  • Die Lagereinrichtung muss in einem sicheren Rechtsbereich liegen, wo Rechtsstaatlichkeit herrscht, wie in der Schweiz.



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