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Aktienanleger, wie Alfred, verlieren 98% ihrer Investitionen

07.03.2019  |  Egon von Greyerz
Stellen Sie sich ein Kasino voller Spielautomaten vor. Alle Automaten versprechen Ihnen eine konstant hohe Gewinnausschüttung. Sie müssen nichts weiter tun, als Geld reinzustecken, um an eine unglaubliche, lebenslange Einkommensquelle zu gelangen.

Und genau das ist der Aktienmarkt - ein bemerkenswerter Spielautomat, der einen anhaltenden Ausschüttungsfluss garantiert. Besondere Fähigkeiten braucht es nicht und zudem nur wenig Einsatz. Das Wunderbare daran ist, dass man nicht einmal Glück braucht, da die Maschine einfach Geld ausspuckt, ohne dass Strategie oder Geschick erforderlich wäre.


Alfred - Ein Aktienmarktgewinner ohne jegliches Talent

Weshalb bräuchten wir Timing, wenn der Aktienmarkt so gut für uns arbeitet? Nehmen wir das Beispiel eines Aktienmarktinvestors namens Alfred, der Ende des 2.Weltkriegs geboren wurde und heute 74 Jahre alt ist. Zu seiner Geburt schenkten seine Eltern ihm 100 $ in Aktien des Dow Jones Index, zudem sparten Eltern und Großeltern zusammen 10 $ monatlich, um Aktien für Alfred zu kaufen. Das gesamte Geld wurde in Dow-Aktien gesteckt und die Dividenden reinvestiert.

Im Alter von 24 Jahren, 1969, fängt er an zu arbeiten und bekommt ein gutes Gehalt, da er eine exzellente Ausbildung erhalten hatte. So konnte er monatlich 250 $ sparen. Zehn Jahre später konnte Alfred, der Karriere machte, 2.000 $ pro Monat sparen, bis er 2010 mit 65 Jahren in Rente ging. Sein Anlagenkonto war zu dieser Zeit auf 6,7 Millionen $ angewachsen. Auch nach 2010 blieb Alfred komplett im Markt investiert und sparte zudem 1.000 $ von seiner Rente - bis heute. Bis Februar 2019 hatte Alfred ein Aktienportfolio im Gegenwert von 14 Millionen $ angehäuft. Alfred hatte einen exzellenten Steuerberater, so dass er Kapitalertragssteuern oder andere Steuer auf seine Investitionen vermeiden konnte.

Die Gesamtersparnisse über diesen Zeitraum von 74 Jahren - das Geld seiner Eltern, seiner Großeltern und sein eigenes - beliefen sich auf ca. 1 Million $ und wurden komplett in Aktien gesteckt. Zum größten Teil waren es Alfreds eigene Ersparnisse, für die er gearbeitet hatte. Der Aktienmarkt kümmerte sich sehr gut um Alfred und seine Aktienmarktinvestitionen, so dass ihm eine Vervierzehnfachung der investierten Geldsumme gelang - von 1 Million $ auf 14 Millionen $. Selbstverständlich hielt sich Alfred für einen sehr talentierten Aktienanleger, doch sein Glück bestand darin, dass hierfür weder Talent noch Markttiming notwendig waren. Denn Alfred kaufte einfach nur Anteile am Dow Jones Index.


Alfred ist Daueroptimist - trotz vieler 40-60%iger Rücksetzer

So weit so gut. Für Alfred lief es ziemlich gut am Aktienmarkt, trotz mancher haarsträubender Marktstürze. Während seiner Zeit als Aktienmarktinvestor musste Alfred einige erhebliche Papier-Verluste wegstecken, z.B. 1973-74, als der Markt um 40% nachgab oder 1987 mit ganz ähnlichen Verlusten. Doch Alfred machte sich nie Sorgen, denn aus seiner Erfahrung stieg der Aktienmarkt immer. Alfred ist ein Daueroptimist - ein "Permabull".

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2000-02 erlitt Alfred einen Verlust von 40%. Und dann kam die Große Finanzkrise von 2008-09, als Alfred auf dem Papier 60% verlor. Doch da die Märkte immer steigen, musste Alfred sich keine Sorgen machen. Und auch dieses Mal lag er richtig: Der Markt drehte wieder und markierte neue Höchststände.

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Alfred ist heute 74 Jahre alt und hat, dank der Weisheit seiner Großeltern und Eltern, die auch er geerbt hatte, eine beachtliches Vermögens von 14 Millionen $ angehäuft. Alfred weiß, dass er dieses Geld gar nicht ausgeben kann, also wird er es an seine Kinder und Enkel vererben.


Alfred schnitt besser ab als 99% aller Investoren

In seinen 74 Jahren hat Alfred wahrscheinlich besser abgeschnitten als 99% aller Aktienmarktinvestoren. Dabei hatten die Mitwettbewerber es in sich. Besonders ab Ende der 1980er entstand eine extrem hochentwickelte Investmentindustrie, die sich auf leistungsstarke Computer, Raketentechniker, Hochfrequenzhandel sowie überaus komplexe Finanzinstrumente oder Derivate stützte. Die Asset-Management-Sparte brachte auch massive Kostenstrukturen mit sich: stark überbezahlte Angestellte mit sehr teuren Systemen und hohen Infrastrukturkosten. Doch auch trotz dieser kostenintensiven und top-modernen Systeme schnitt die Sparte schlechter ab als Alfred und alle anderen Index-Anleger.



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