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Zentralbanken kaufen Gold wie verrückt

12.03.2019  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist mir nun ein Privileg Gerald Celente, Herausgeber des berühmten Trends Journal, begrüßen zu dürfen. Mr. Celente ist vielleicht der bekannteste Trendprognostiker weltweit und es ist immer eine Freude, mit ihm zu sprechen.

Mr. Celente, vielen Dank für Ihre Zeit und willkommen zurück.


Gerald Celente: Danke, dass ich da sein darf, Mike.


Mike Gleason: Gerald, das Trends Journal prognostiziert einen 11. September für die Wirtschaft als einen der großen Trends für 2019. Es gibt etliche Indikatoren, die Ihre These eines großen Abschwungs unterstützen. Die Verschuldung - staatlich und privat - ist explodiert, Chinas Wachstum lässt nach und alle Anreize in Europa zeigten keine Resultate. Höhere Zinssätze schaden allem, von Immobilien- bis Autoverkäufen usw. Aber nichts davon spiegelt sich auf dem Aktienmarkt wider, der rasant ansteigt.

Wieder einmal sieht es so aus, als würde die Fed ihre alten Tricks auspacken. Sie verspricht, ihre geplanten Zinserhöhungen auszusetzen und das Programm für Anleiheverkäufe zu beenden. Die ständigen Interventionen der Fed waren schon immer eine der größeren Wildcards, wenn es in den letzten Jahren darum ging, Prognosen zu erstellen. Was meinen Sie dazu? Können die Zentralbanker eine Rezession aussitzen oder werden sie in den kommenden Monaten endlich die Kontrolle verlieren?


Open in new windowGerald Celente: Ich denke, Sie haben die allgemeine Lage schon ganz gut analysiert und zusammengefasst. Wir haben diese Prognose eines 11. September der Wirtschaft im Dezember erstellt, als alle anderen Ausblicke für das neue Jahr herauskamen. Im Dezember erlebte der Dow Jones Index seinen schlechtesten Monat seit der Weltwirtschaftskrise. Doch plötzlich wendete er sich am 4. Januar 2019 wieder aufwärts.

Der Vorsitzende der Federal Reserve hatte sich Trumps Willen gebeugt und machte einen Rückzieher von seiner aggressiven Haltung, die 2018 vier Zinserhöhungen einbrachte und drei bis vier Weitere für 2019 vorsah. Er sagte, er würde geduldig sein. Ende Januar sagten sie erneut, dass sie geduldig blieben. Sie hatten es nicht eilig, Zinserhöhungen durchzuführen. Das veränderte unsere Prognose.

Sie injizierten dem Bullen mehr geldpolitisches Methadon, um ihn anzutreiben. Sie sehen ja, was geschah, als sie die Nadel herausziehen wollten. Der Bulle lag im Sterben, er hatte bereits eine Überdosis. Und jetzt haben sie ihn wieder in Gang gebracht.

Sie erwähnten Wildcards. Genau aus diesem Grund konnte niemand eine akkurate Prognose stellen. Es gibt einfach zu viele Wildcards - ob nun künstliche oder natürliche. Fakt ist, sie spielten die Wildcard, ob nun aus Angst vor einem Fed-Audit oder Druck von Trump. Wir haben eine Auflistung der Male, als Trump die Fed verrückt nannte und wie abstoßend er sie ab Juli 2018 bis zu ihrem Rückzieher fand. Was wir nun vor uns haben, Mike, ist der aufkommende Präsidentschaftswahlkampf und Trump wird alles daran setzen, dass die Wirtschaft weiter bei Stimmung bleibt.

Vergessen Sie nicht, der Typ ist im Immobiliengeschäft tätig. Für seinen Schwiegersohn, die Familie, die Cushners geht es um Immobilien. Sie erwähnten die gesunkenen Immobilienpreise. Im Dezember sanken die Immobilienverkäufe im südlichen Kalifornien um 20% auf den tiefsten Stand in elf Jahren. Als es also diese Zinssätze von 5% auf Hypotheken mit 30 Jahren Laufzeit gab, sah man die große Wende. Nicht nur, dass die Fed 2019 keine weiteren Zinserhöhungen mehr durchführt, es könnte passieren, dass sie die Zinssätze aggressiv senkt. Seit 2015 gab es neun Zinserhöhungen, also könnte es auch neun Zinssenkungen geben.


Mike Gleason: Dieses Jahr hat sicherlich das Potenzial in die Geschichtsbücher Europas einzugehen. Als Sie letztes Mal im Dezember bei uns waren, sprachen wir über die Gelbwesten-Proteste in Frankreich. Sie dauern immer noch an und es gibt Anlass zu glauben, dass sie ein größeres Problem darstellen könnten, als konventionelle Medien es vorgeben.

Es besteht die Möglichkeit, dass Präsident Macron aus seinem Amt gedrängt werden könnte, was ein Sieg für die Populisten wäre. In den kommenden Monaten sollte es auch endlich eine Resolution in Hinblick auf den Brexit geben. Was ist Ihre Meinung zu den Ereignissen in Europa, Gerald? Werden Populisten und EU-Gegner dieses Jahr gewinnen können oder wird das Establishment diese Attacken noch etwas länger abwehren können?


Gerald Celente: Nun, sie tun ihr Bestes, um sie abzuwehren. Sie sagten, dass Macrons Beliebtheit gesunken wäre, und sie war auch bei 27%. Doch nun ist sie wieder etwas gestiegen auf 32%. Sie tun wirklich alles, was sie können, um die Proteste einzudämmen.


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