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Negative Zinsen und wie reagieren die Pensionsfonds?

23.04.2019  |  Dr. Dietmar Siebholz
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Und das bedeutet, bei fallenden Kursen (wenn die dortige Blase platzt oder die Liquiditätsüberversorgung sich irgendwann einmal in Preissteigerungen aller Güter in den USA niederschlägt) können Aktien nicht zum optimalen Zeitpunkt sondern müssen zwangsläufig zur Liquiditätsbeschaffung verkauft werden. Das kann nicht gut gehen.

Alle aktuellen Faktoren wie Schuldenstand der Staaten, der Unternehmen und der Bürger, manipulierte Lebenshaltungskostenindices weltweit, nicht veröffentlichte Problemzonen bei den Pensionseinrichtungen weisen dringend auf die nächste und derzeit nicht in der Öffentlichkeit verfolgte Implosionsblase hin. Und das Schlimme daran ist, dass man ja nicht in eigener Reaktion auf dieses Problem eingehen kann, denn eine Kündigung wäre einerseits kaum möglich und schon gar nicht anzuraten.

Man muss die Kürzungen hinnehmen, ohne eine Ausgleichsmöglichkeit für die Ausfälle zu haben. Es sei denn, man liquidiert andere Investments (so man diese noch hat).

Die Chance, die ein Jüngerer noch hat, nämlich für die Zukunft dagegen zu steuern, fällt bei den meisten ob bereits aktuellen oder künftigen Senioren weg. Es ist ein Gefühl wie eine Höllenfahrt, das einem kaum eine Chance lässt.

Drei unserer Nachbarn hier wollen ihr Haus verkaufen, sich ein ganz kleines Haus in den USA anschaffen, also einen erheblichen Lebensqualitäts-Verlust realisieren, um sich Liquidität zu verschaffen, damit sie die kommenden Jahre einigermaßen überbrücken können. Und nun hoffen sie auf ein Wunder, also auf Phänomene, die es im täglichen Wirtschaftsleben kaum kennt. Zumindest, wenn man die derzeitigen Voraussetzungen ausreichend analysiert.

Nun könnte man denen ja die Hoffnung machen, dass sich in der Zukunft etwas ändern könnte. Aber auch diese Hoffnung ist trügerisch. Denn steigende Zinsen, also für die Pensionskassen steigende Einkünfte, würden dann aber bei den Anleihen und den Aktien große Kursverluste bedeuten. Und vor allem, die Wirkungen von Zinssteigerungen in der Zukunft sind extrem langfristig verzögert und wirken in der Regel erst nach ca. 10 Jahren. Sie werden dazu noch durch heftige Kursverluste in den Assetwerten selbst begleitet.

Wenn Sie die Wirkungen der Risiken im Bereich der Pensionseinrichtungen abschätzen wollen, lesen Sie doch einmal die Informationen aus der Versicherungswirtschaft und die Stellungnahmen der BAFIN.

Was kann man jetzt noch tun? Ich meine: In der Blasenbildung befindliche Anlagen auch mit dem Risiko, nicht die Höchstwerte zu erwischen, liquidieren, damit man nicht unter Druck gerät, denn bei der Entleerung der Blasen läuft man die Gefahr (ich würde sagen, hat nahezu die Garantie) in eine missliche Abwärtsspirale zu kommen.

Und daher sollte man sich jetzt auf den mühsamen Weg machen, sich um alternative Engagements zu bemühen, bei denen aus natürlichen Gründen keine durch Finanztransaktionen ausgelöste Blasenbildung erfolgt bzw. in der Zukunft zu erwarten ist.

Ich weiß, das ist ungemein anstrengend, aber Sie sollten für die Sicherheit Ihrer Zukunft selbst arbeiten und sich bemühen. Die herkömmlichen Angebote und deren Anbieter haben das falsche Modell umgesetzt, das nur Versprechungen wie die aus der Vergangenheit gebracht hat, aber derzeit keine langfristige Überlebenschancen mehr hat. Und ein "Game Over-Zeichen" auf Ihrem Computerbildschirm sollten Sie dringend vermeiden.

Keine gute Nachricht, aber denken Sie daran, dass Sie für Ihr Geld arbeiten müssen. Sie können aber auch nur vertrauen. Das beste Beispiel ist unser gut bekannter früherer Minister Norbert B. mit seinem tröstenden Wort "eines ist sicher, die Rente". Nur Zyniker werden nun behaupten, er meinte damit seine eigene. Soweit würde ich aber nicht gehen. Dennoch: Die demografischen Fakten sind uns allen schon seit Jahrzehnten bekannt und gelten genauso wie die Grundbedingungen bei den Pensionseinrichtungen.


© Dr. Dietmar Siebholz
wthlz2@gmx.de



Nachsatz: Die Mitteilung meines US-Geschäftspartners endet mit folgender Schlusssentenz: „That´s exactly how the American debt cycle continues: Chasing bad money with bad money, and pumping up the balloon until someday it pops and almost nobody saw it coming. We are seeing it coming, though – and I hope you are preparing now for the head-on collision that will be loud, ugly and unstoppable“.

Dem ist nichts von mir hinzuzufügen.



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