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US-Aktienmärkte: S&P 500 - je schlechter, desto besser

09.06.2019  |  Klaus Singer
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Aus Sicht der Zinslandschaft verdichten sich die Anzeichen für eine Rezession in den USA, zudem wird eine Senkung des Leitzinses immer wahrscheinlicher. Wie der langfristige Chart zeigt, ist eine Abwärtsentwicklung beim Leitzins immer auch ein vorlaufender Indikator für eine Rezession.

Ich hatte mich schon mehrfach mit der Frage beschäftigt, wann eine Rezession einsetzen könnte. Merkmale der Zinsstruktur sind dabei die notwendige Bedingung. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Brüche in der Zinslandschaft zeitlich schwer kalkulierbar durch die Realwirtschaft drücken. Wenn sich auf der Grundlage von Warnzeichen der Zinsstruktur Makrodaten nachhaltig schwächer entwickeln, ist das eine weitere, hinzukommende Bedingung für das Aufkommen einer Rezession.

Die Auswertung der Entwicklung der Arbeitsplätze, der Konsumausgaben, der verfügbaren Einkommen und der Industrieproduktion in der Form eines Diffusionsindex zeigt Makroschwäche (siehe rote Linie am unteren Chart-Rand) (siehe Chart!). Der Index zeigte in den Monaten August, September, Oktober 2018 mit 88% solide Stärke. In den folgenden vier Monaten ging er auf 75% zurück. Seit März steht er nur noch bei 63%. Die Scheidelinie liegt bei 50%.

Solche Rückzüge, sogar ausgeprägte Schwäche der Makrodaten gab es auch schon Ende 2015 bis Herbst 2016 und davor etwa zwischen Ende 2012 und Anfang 2014. Aber seinerzeit war die Zinsstruktur als notwendige Bedingung für das Herannahen einer Rezession „in Ordnung“. Die aktuelle Tendenz zur Makro-Kontraktion ist im Gegensatz dazu vor diesem Hintergund ernst zu nehmen.

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Ich möchte zwei weitere Charts zeigen, die den eingetrübten Marko-Ausblick belegen. Da ist zunächst der „Echtzeit“-Indikator für das reale BIP, der sich aus dem Produkt aus Zahl der Arbeitsplätze und der Wochenstunden ergibt. Der Indikator warnt vor deutlich schlechterer BIP-Entwicklung in den nächsten paar Quartalen, wobei die Entwicklung in der Fertigung besondere Schwäche zeigt (siehe Chart!).

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Der nächste Chart macht deutlich, dass sich die Entwicklung der Löhne in die Entwicklung der Unternehmensgewinne hineinfrisst. Er zeigt die jeweiligen Anteile an der Nettowertentwicklung der Unternehmen. Im vierten Quartal 2018 hatte der Anteil der Gewinne ein lokales Maximum erreicht und tendiert im ersten Quartal nach unten. Gleichzeitig steigt der Anteil der Löhne wieder an. Es ist noch zu früh, hier eine nachhaltige Entwicklung hineinzuinterpretieren, aber es ist ein Warnzeichen, zumal der Anteil der Gewinne im vierten Quartal in der gesamten Zeit seit 1980 nie höher war als im Schlussquartal 2018 (siehe Chart!).

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