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Warum müssen immer Resets in der Finanzwirtschaft die Exzesse beenden?

27.07.2019  |  Dr. Dietmar Siebholz
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Und dann fand ich in einem Buch von Porter Stansberry, den ich sehr schätze, ähnliche Hinweise auf inneramerikanische Abläufe, die dort "Jubilee" genannt werden. Heute in Zeiten, dass man die Menschen mit verbrämten Werten besser noch mit unverständlichen Abkürzungen desinformiert, nennt man das GMR (Global Monetary Reset“) oder kurz Reset.

Porter Stansberry beschreibt die drei Möglichkeiten, ohne den Einsatz des brutalen "Resets" aus der Historie zur Kappung der Verschuldungs- und Zinsautomatik verwenden zu müssen, Schulden zu bereinigen.

Die Entspannung, so sagt Stansberry, kann entweder durch harte Sparpolitik (Austerity) mit schrittweiser Zurückführung der Schulden (kaum denkbar, da heute ja in der Demokratie Stimmen gekauft werden müssen) oder durch Einräumung der Möglichkeit, dass alle und jeder und auch der Staat Insolvenz anmelden können und somit die erforderliche Bereinigung von schlechten Geschäften nach Schumpeter erfolgen kann (also der private und der staatliche Reset) oder auch durch das Gelddrucken durch die Notenbanken erreicht werden.

Wir wissen heute, wie sich die feige Politik entschieden hat; das Gelddrucken tut keinem schnell weh und der Verlust seiner Kaufkraft wird ja durch das vermeintlich steigende Bruttosozialprodukt ausgeglichen. Aber auch dort ist keine Entspannung zu erwarten, denn durch die Zinssystematik sind die unteren Schichten immer die Leidtragenden, und das nicht nur die Armen, sondern vor allem der Mittelstand.

Und Stansberry sagt sehr deutlich, dass dies solange gut gehen kann, wenn der Verschuldungszuwachs geringere Steigerungsraten aufweist als die Werte der Steigerung des Bruttosozialprodukts. Doch diese Kondition wird seit Jahrzehnten nicht mehr eingehalten.

Wenn Sie die deutsche Historie betrachten, hat es solche Resets immer dann gegeben, wenn wir in den Krieg gezogen sind, also in 1923/24 und 1948/49. Diese Resets sind weltweit überall fest-zustellen. Man nennt sie nur anders.

Nun zurück zu "Mesapotamia". Die Sache interessierte mich und ich schrieb dann in "Meine Meinung zu..." im Jahre 2011 ausführlich darüber. Und wie man dort nachlesen kann, stellte diese Analyse der Boston Consulting folgendes als Arbeitsgrundlage heraus:

1. Eine gesunde Volkswirtschaft kann sich bei marktüblicher Verzinsung bis zu 180% des Bruttosozialprodukts verschulden, ohne in den Mahlstrom der Zinsproblematik zu kommen. Ideal wäre es, wenn die Haushalte, der Staat und die Unternehmen - also jede Gruppe bis zu 60% des BSP - aufnehmen würde und wie oben gesagt, die Steigerungsrate der Verschuldung unter der des Bruttosozialprodukts läge.

2. Zu diesem Zeitpunkt Ende 2010 lag dieser Satz für die BRD bei über 200%. BCG machte nun den Vorschlag, einen "kleinen Reset" zu machen, indem alle Bankguthaben um 10% abgeschöpft wurden, um den Maximalsatz von 180% zu erreichen. Dabei blieb es. Nach der Analyse hätten damals gerade die Schweiz, ich glaube Finnland und Luxemburg unter dem Satz von 180% gelegen. Schon damals hätte die Abschöpfung aller Bankguthaben in manchen Ländern nicht einmal ausgereicht, um dieses Ziel von 180 überhaupt zu erreichen.

3. Wir wissen, dass heute die USA einen Satz von knapp 400% erreicht haben und damit befinden sie sich in bester Gesellschaft, zum Beispiel aller EU-Südländer.

4. Eine Verzögerung des Resets ist natürlich auch durch "Kooperationen" und internationale Verträge wie den ESM etc. denkbar. Da laben sich die Verschwender an den Gütern und Guthaben der Vernünftigeren und senken die Sätze ihrer toxischen Ökonomie.

5. Und nun haben die vereinigten Politiker und Volkswirte eine Lösung zu finden, die den Reset herauszögert. Das sind negative Zinsen, sodass man ohne Zusammenbrüche der Schuldner deren Liquidität durch zinsfreie oder sogar negative Zinsen subventioniert und die Sparer und deren Bankguthaben zum Opfer nimmt.

6. Das kann aber nicht lange gut gehen, denn negative Zinsen belasten die Banken extrem, weil sie die Margen ihres Hauptgeschäfts nahezu auf Null stellen und ihre Kunden immer unsolider werden lassen. Dr. Markus Krall hat uns vorgerechnet, dass der Tag der "Abrechnung" spätestens Ende 2020 eingetreten sein wird. Dann sind die Banken ihr Eigenkapital los und müssen dann die Ausfälle der mit Nullzinsen am Leben gehaltenen von ihm als "Zombieunternehmen" bezeichneten Unternehmen, die mangels Ertragskraft schon lange aus dem Markt verschwunden sein müssten, ausgleichen. Auch diese Variante eines Resets ist regional und international möglich.


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