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Gold in Euro wieder am Allzeithoch

19.08.2019  |  Markus Blaschzok
Der Gold- und der Silberpreis legten in der vergangenen Handelswoche wieder einmal deutlich zu und die Rallye der monetären Edelmetalle scheint diesmal kein Ende nehmen zu wollen. Am Dienstagmittag erreichte der Goldpreis in Euro wieder sein Allzeithoch und verfehlte dieses mit 1.377 € je Feinunze nur um 10 €. Gold in US-Dollar erreichte immerhin 1.528 $, wobei hier das Allzeithoch noch nicht in Greifweite ist.

Noch vor zwei Monaten begründete EZB-Chef Mario Draghi weitere monetäre Lockerungen in der Geldpolitik damit, dass die Inflation in der EWU zu niedrig sei. Zwei Monate später erreicht der Goldpreis in Euro wieder sein Allzeithoch, wobei der Goldpreis in Euro seit September vergangenen Jahres um 35% angestiegen ist.

Die Inflationsrate in der EU ist weitaus höher, doch die Lüge hat Methode, denn nur so lassen sich die Ersparnisse der Bürger über die Finanzielle Repression der Inflationssteuer enteignen. Man gaukelt eine niedrige Inflationsrate vor, während man über eine reale Geldentwertung von etwa 8% die Ersparnisse der Europäer an den Staat und seine Günstlinge umverteilt.

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Zwei Monate nachdem Draghi mahnte, die Inflation wäre zu niedrig, erreicht der Goldpreis in Euro wieder sein Allzeithoch


Selbst nach den offiziellen Statistiken erhält man mittlerweile in Deutschland für 30-jährige Anleihen nur noch eine Negativrendite, die noch deutlich niedriger ausfallen würde, wenn man sie mit der realen, ungeschönten Teuerung berechnen würde. Weder Aktien noch Anleihen dürften in den kommenden Jahren eine reale positive Rendite abwerfen, weshalb immer mehr Investoren den sicheren Hafen der stärksten Weltwährung "Gold" suchen.

Womöglich hätte der Goldpreis in Euro vergangenen Dienstag gar ein neues Allzeithoch erklommen, wenn nicht zwei schlechte Meldungen die Spekulanten in Panik versetzt und zu einem Abverkauf bei Gold und Silber geführt hätten.

Am Dienstag gegen Mittag wurde der steile Aufwärtstrend des Goldpreises gebrochen und die US-Statistikbehörde veröffentlichte eine hohe Teuerungsrate für die USA im vergangenen Monat. So stiegen die Verbraucherpreise im Monat Juli anstatt der erwarteten 0,2% um starke 0,3%, was auf Jahressicht einer Teuerung von 1,8% anstatt der erwarteten 1,7% entspricht. Die Kerninflationsrate ohne Lebensmittel und Energie stieg ebenfalls stärker als der Markt erwartet hatte mit 0,3% zum Vormonat, was der stärkste Anstieg seit 2001 ist.

Man sollte meinen, dass die Märkte mit einem steigenden Goldpreis auf eine hohe Inflation reagieren, doch wie die Lemminge folgen die Spekulanten der Logik, dass eine höhere Inflationsrate die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung vermindert, weshalb diese Gold kurzfristig verkauften.

Kurz darauf twitterte wieder einmal Donald Trump und schickte damit die Märkte erneut auf Achterbahnfahrt. Aus dem Nichts twitterte er, dass man die Zölle gegen China von September auf irgendwann im Dezember verlegen wird und er hofft, dass China bei den Verhandlungen einlenken würde. Der Grund für den letzten Anstieg des Goldpreises um 130 $ waren die geplanten Zölle in Höhe von 10% auf Importe aus China ab dem 1. September.

Dieser Faktor, der den Goldpreis getrieben hatte, fiel von einer Sekunde auf die andere plötzlich einfach wieder weg. Dadurch erlebte der Goldpreis den ersten großen Long Drop seit Monaten mit einem Minus von über 50 $. Später im Handelsverlauf konnte sich der Goldpreis wieder erholen und ging mit 1.513 $ ins Wochenende. Trump hatte diesmal von einer Sekunde auf die andere dem Goldpreis den Boden unter den Füßen weggezogen.

Die Chinesen haben für den Rückzug von Donald Trump nichts geboten und Trump hat diesen Schritt einseitig getan, da er weiß, dass diese Zölle den USA schaden. Trump hat sich dadurch in eine denkbar schlechte Verhandlungsposition gebracht und warum sollten die Chinesen gerade jetzt Agrarprodukte kaufen, wenn sie es davor schon nicht getan haben? Trump hat geblufft und hat an Glaubwürdigkeit gegenüber den Chinesen verloren. Man wird ihm jetzt nicht mehr glauben, wenn er wieder mit neuen Zöllen droht, die damit endgültig vom Tisch sein dürften.

Für Spekulanten und Investoren sind Trumps Äußerungen, die er später teilweise wieder revidiert, störende unvorhersehbare schwarze Schwäne, die mittlerweile mit Regelmäßigkeit die Finanzmärkte treffen und für Turbulenzen sorgen. Diesmal hat er vermutlich eine überfällige Korrektur des historisch starken Preisanstiegs beim Gold eingeleitet. Langfristig sind wir sehr bullisch und Draghi sowie Trump wollen schwächere Währungen.


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