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Draghi offen für MMT und eine QE des Volkes

28.09.2019  |  Michael Shedlock
Trotz der Tatsache, dass es gegen den Maastricht-Vertrag verstößt, auf dessen Grundlage die Eurozone gegründet wurde, meint Draghi, dass man die Moderne Geldtheorie recherchieren sollte.

Es war praktisch vorprogrammiert, dass es dazu kommen wird; und das auch genau zum richtigen Zeitpunkt.

Der aktuelle EZB-Präsident Mario Draghi meint, dass die EZB neue Ideen wie die MMT unter die Lupe nehmen sollte.

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"Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, erklärte, dass der EZB-Rat für Ideen wie die Moderne Geldtheorie offen sein sollte. Zeitgleich meinte er, dass derartige Ideen näher an der Fiskalpolitik seien und von Regierungen bestimmt werden sollten.

Draghi antwortete auf eine Frage von europäischen Gesetzgebern bezüglich Helikoptergeldes und die besten Möglichkeiten, Finanzmittel auf eine Art und Weise in die Wirtschaft zu speisen, die gegen Ungleichheit vorgeht. Er erwähnte die MMT und einen kürzlichen Artikel des ehemaligen, stellvertretenden Vorsitzenden der Federal Reserve, Stanley Fischer - der Berater Draghis Doktorats - in dem es hieß, dass Zentralbanken das Geld `direkt in die Hände der staatlichen und privaten Verbraucher legen´ sollten."



QE des Volkes

Das Geld direkt in die Hände der Verbraucher zu legen, wäre mit einer quantitativen Lockerung des Volkes gleichzusetzen. Regierungsdefizite auf der Theorie zu ignorieren, dass sie nicht von Bedeutung sind, ist einer der Grundsätze der MMT.

"Das sind objektiv betrachtet ziemlich neue Ideen", so Draghi. "Sie wurden bisher noch nicht vom EZB-Rat besprochen. Wir sollten Recherchen anstellen, sie wurden bisher jedoch nicht nicht getestet."



Noch nicht getestet?!

Das entspricht nicht ganz der Wahrheit. Japan hat Billionen von Dollar dafür verschwendet, Brücken ins Nichts zu bauen und das hat absolut gar nichts gelöst. Das Beste, das man aus dieser Situation filtern kann, ist die Tatsache, dass Japan bisher nicht implodiert ist.

Natürlich werden die Befürworter der MMT damit antworten, dass Japan keine ausreichende MMT durchgeführt hat; als würde das Bauen von Brücken ins Nichts tatsächlich irgendwelche Probleme lösen...


Ignoriert die Regeln, Tests voraus

"Wenn man einen genaueren Blick darauf wirft, dann realisiert man, dass die Aufgabe, Geld zu verteilen, tatsächlich eine fiskalpolitische Aufgabe ist", erklärte er. "Es ist eine Regierungsentscheidung, nicht die der Zentralbank... Es ist die politische Steuerung dieser Ideen, die angesprochen werden muss."

Draghi weiß nur allzu gut, dass beide Ideen, deren Test er vorgeschlagen hat, gegen den Maastricht-Vertrag verstoßen würden, auf dem die Eurozone gegründet wurde, wenn man sie in einem größeren Ausmaß durchführen würde.

Doch Draghi interessiert das einfach nicht.

Warum?
  • Es ist nicht sein Problem. Seine Amtszeit endet am 31. Oktober 2019.
  • Das italienische Bankensystem ist insolvent, also braucht man neue "kreative" Wege, um Probleme zu lösen.
  • Welch bessere Zeit gibt es, derartige Handlungen vorzuschlagen, wenn man die neuen Ideen einem selbst ausgewählten Ersatzclown, Christine Lagarde, aufhalsen kann?


Grundlegende Unwahrheit

Eine grundlegende (und offensichtlich falsche) Annahme der MMT ist die Tatsache, dass Regierungen weise Dinge mit dem Geld tun werden, das sie aus dem Nichts geschaffen haben.

Die Geschichte zeigt die Dummheit dieser Theorie.


© Michael Shedlock



Der Artikel wurde am 23. September 2019 auf www.mishtalk.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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