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Übel ist die Wurzel allen Fiat-Geldes

10.12.2021  |  Egon von Greyerz
"Sie denken also, Geld sei die Wurzel allen Übels. Haben Sie sich jemals gefragt, was die Wurzel allen Geldes ist?“
- Ayn Rand -


Geld war ein stabiles Tausch- und Wertaufbewahrungsmittel - damals, als noch solide monetäre Prinzipen herrschten und Geld meist durch Gold oder Silber gedeckt war. Seit 1913, und im Besonderen nach 1971, gibt es hinsichtlich der Ausgabe von Geld keine Disziplin und keine moralischen Grundsätze mehr; es werden nach Belieben unbegrenzte Mengen Falsch Fiat-Geld geschöpft.

In der heutigen Welt des Fiat-Geldes gibt es nur noch eine Antwort auf Rands Frage „Was ist die Wurzel allen Geldes?“. Und die lautet: "Übel ist die Wurzel allen Fiat-Geldes" - Egon von Greyerz

Auf der Homepage des IWF (Internationaler Währungsfonds) findet sich ein Artikel, in dem es heißt "Geld ist etwas, das seinen Wert behält.." - Hmmm ...

Bei einem Treffen von Bankern und Politiker auf Jekyll Island im November 1910 wurde der Grundstein für die Schaffung der Federal Reserve gelegt. Ab diesem Moment steuerten Privatbanker das Geldsystem der USA und somit auch die Geldschöpfung. Allerdings blieb das Britische Pfund, das bis 1931 goldgedeckt war, die bis dahin bevorzugte Weltwährung.


Währungssysteme sind vergänglich

Mit dem 1944 geschlossenen Bretton-Woods-Abkommen wurde ein neues Währungssystem auf den Weg gebracht, das auf dem US-Dollar basierte. Ab dieser Zeit waren alle großen Währungen an den US-Dollar gekoppelt und dieser wiederum an Gold, und zwar zu einem Kurs von 35 $ pro Unze. Der US-Dollar wurde somit Weltreservewährung, die sich auf hohe Goldreserven stützte. Akkumuliert wurden diese Reserven zwischen den frühen 1900er Jahren und den späten 1940ern. Während des 2. Weltkriegs erhielten die USA auch Goldzahlungen für Waffenlieferungen und andere Güter.

Das Diagramm unten zeigt, wie die Goldbestände bis 1947 von praktisch null (frühe 1900er Jahre) auf 22.000 Tonnen anwuchsen. In den darauf folgenden 25 Jahren wurden 14.000 Tonnen verkauft; heute sollen die US-Goldreserven bei angeblich 8.000 Tonnen liegen.

Jene 14.000 verkauften Tonnen würden heute die hübsche Summe von 840 Mrd. $ erbringen, was sicherlich bei der Aufbesserung der maroden Kassenlage im US-Finanzministeriums hätte helfen können.

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Der größte Teil des US-Goldes wurde für einen mickrigen Preis von 35 $ pro Unze verkauft, was auch bedeutet, dass den USA ein Opportunitätsverlust von 794 $ entstanden sind. Eigentlich sollten die Vorstände von US-Finanzministerium und Federal Reserve doch Geldexperten sein, oder nicht? Zumindest zeigt es uns, dass sie nichts von Gold oder Geschichte verstehen. Von Geld verstehen sie jedenfalls nichts. Sie werden dennoch angestellt als vorübergehende Verwalter des Goldes und der Finanzen der USA und müssen nie direkte Verantwortung für die Folgen ihres Handelns tragen.

Wie Ayn Rand schrieb: "Realität lässt sich meiden, die Konsequenzen von Realitätsmeidung hingegen nicht."

In der heutigen Zeit des Goldenen Kalbs und der sofortigen Bedürfnisbefriedung muss keine Führungskraft, kein Politiker und kein Zentral- oder Geschäftsbanker fürchten, für das eigene Handeln zur Verantwortung gezogen zu werden. Gewinne werden immer privatisiert und Verluste ausnahmslos sozialisiert. Es interessiert nicht, wie hoch die Defizite oder Schulden waren, die ein Präsident, Kanzler oder Premier im Amt verursacht hat; nach Ende der Amtszeit schlagen sie sogar noch Kapital aus dem eigenen Namen und verdienen Millionen. Und Banker heimsen weiter Boni und Optionen ein, ganz gleich, welche Verluste sie verursacht haben.

Also: Die meisten dieser Menschen haben noch nie für die Konsequenzen ihres Handelns einstehen müssen. Die Folgen tragen hingegen normale Menschen - in Form von Besteuerung, sinkenden Leistungen aus Renten- oder Gesundheitswesen aber auch in Form eines deutlich gesunkenen Lebensstandards.


USA: 90 Jahre Defizite

Seit 1930 fahren die US-Regierungen Jahr für Jahr Haushaltsdefizite ein (mit Ausnahme einiger Jahre in den 1950ern und 1960ern). Die Überschüsse aus der Amtszeit Clintons waren wegen der falschen Berechnungsgrundlage nur Scheinüberschüsse. Also: Seit 90 Jahren lebt die stärkste Wirtschaftsmacht der Welt von geliehenem Geld und geliehener Zeit.

Die Konsequenzen sind offenkundig und für die meisten, die gar hinschauen mögen, auch klar ersichtlich. Ihre Regierung wird es ihnen nicht sagen und die Medien sind zu ignorant, um zu verstehen. Wahrscheinlich versteht nicht einmal 1% der Amerikaner, dass ihr eigenes Geld tagtäglich durch politische Führungskräfte und Banker zerstört wird. Wie viele Amerikaner werden dann verstehen, dass der US-Dollar seit 1971 ganze 98% seiner Kaufkraft verloren hat? Dass man für den Dollar heute nur noch 2% dessen bekommt, was man noch 1971 bekam, das versteht praktisch niemand mehr.


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