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Euro bricht ein - Panik treibt Gold auf Allzeithoch

07.03.2022  |  Markus Blaschzok
Der Krieg in der Ukraine und die beispiellosen Sanktionen Europas gegen Russland haben viele Rohstoffpreise auf neue Allzeithochs getrieben. Noch vor zwei Wochen sprachen die Notenbanker von einer Wirtschaftserholung und Zinsanhebungen nach dem Ende der Pandemie, während heute Inflation, Rezession und Stagflation das beherrschende Thema sind.

Für Leser dieses wöchentlichen Reports ist das nichts Neues und die Regierungen haben endlich den prognostizierten Sündenbock für steigende Preise, eine Fortsetzung der Rezession und den Verlust des Wohlstands in der Gesellschaft. An den Märkten ist unterdessen die Hölle losgebrochen. Die plötzliche Änderung der Lage zwang und zwingt Investoren sich neu zu positionieren, was den starken Anstieg des Goldpreises erklärt. Überbewertete Aktien und Anleihen, die in der Stagflation einen sicheren Verlust bringen werden, fliegen aus den Portfolios, während Gold als sicherer Hafen vor der Enteignung durch die Inflationssteuer gekauft wird.

Der Goldpreis stieg heute Morgen erstmals wieder auf 2.000 US-Dollar, dem höchsten Stand seit August 2020, wogegen der Goldpreis in Euro längst auf einem neuen Allzeithoch bei 1.851 Euro kletterte. Seit Anfang 2014 stieg der Goldpreis in Euro um 105% an! Die Sanktionen treffen insbesondere die europäische Wirtschaft hart, was die Aufnahme neuer Schulden und mehr Inflation mit sich bringen wird, weshalb der Euro auf 1,082 US-Dollar abstürzte. Der Goldpreis in Euro stieg im letzten Monat daher viel stärker an (+14%) als der Goldpreis in US-Dollar (+9,5%).

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Krieg in Europa - der Euro bricht ein, während Gold und Silber in Euro stark ansteigen


Die Preise einiger Rohstoffe, die unmittelbar von den Sanktionen betroffen sind, gehen unterdessen durch die Decke. So stieg der Palladiumpreis allein in der letzten Woche um 26% an und erreichte heute ein Hoch bei 3.412 US-Dollar. Das Defizit in diesem Markt könnte sich durch die Sanktionen deutlich verschärfen, da 40% der Weltproduktion in Russland gefördert werden. Tritt dies ein, so wären kurzfristig auch viel höhere Preise denkbar!

Der Preis für dieses, primär in Benzinkatalysatoren verwendete Industriemetall stieg allein am Montagmorgen um mehr als 430 US-Dollar an, nur um am Nachmittag wieder um 600 $ zu fallen, nachdem die Meldung einer vorübergehenden Waffenruhe und der russischen Bereitschaft zum Ende aller Kriegshandlungen vermeldet wurde.

Europa und Deutschland schneiden sich mit den Sanktionen tief in das eigene Fleisch und einige Automobilhersteller müssen aufgrund fehlender Komponenten schon in Kürze die Produktion einstellen. Sollten die Russen in der Lage sein weiterhin ihr Palladium auf dem Weltmarkt zu verkaufen, während die Nachfrage durch einen Stillstand der Automobilproduktion abnimmt, dann könnte der Palladiumpreis schnell wieder fallen, ähnlich März 2020, als sich der Palladiumpreis binnen einem Monat halbiert hatte. Der heutige Einbruch um 600 $ ist ein Warnzeichen und zeigt, dass dieser Markt aktuell nichts für unerfahrene Trader ist.

Zum Platinmarkt, der seit einer Dekade ein chronisches Überangebot aufweist, steuert Russland jedoch nur 10% der Weltförderung bei, weshalb Platin die Preisanstiege von Palladium nicht nachvollziehen kann und aktuell immer noch bei günstigen 1.130 gehandelt wird. Sollte die Automobilproduktion wegen dem Abbruch von Lieferketten als direkte Folge des Krieges und der Sanktionen angehalten werden und damit auch die Nachfrage nach Platin zur Verwendung in Dieselkatalysatoren einbrechen, so wäre bei Platin ein nochmaliger deutlicher Rücksetzer möglich.

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Der Palladiumpreis stieg heute auf ein neues Allzeithoch bei 3.400 US-Dollar. Anfang 2016 wurde Palladium noch für weniger als 500 US-Dollar gehandelt


Die deutsche Wirtschaft leidet besonders stark unter den zusätzlich gestiegenen Energiekosten aufgrund der Sanktionen auf russisches Öl und Gas. Dies versetzt der heimischen Wirtschaft, die aufgrund überbordender Bürokratie, Regulierungen und den weltweit höchsten Steuern international ohnehin zunehmend nicht mehr wettbewerbsfähig ist, aktuell den Todesstoß.

Der Deutsche Aktienindex brach vergangenen Woche auf 13.100 Punkte ein, während sich die amerikanischen Märkte, die sich auch in einem neuen Bärenmarkt befinden, noch relativ stabil halten können. Die wirtschaftlichen Verflechtungen der USA mit Russland sind weitaus geringer und Amerika ist als Öl- und Gasexporteur eher ein Profiteuer der Krise.


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