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Gold und Silber testen Tiefs vor EZB-Leitzinsanhebung

06.09.2022  |  Markus Blaschzok
Der USD-Index, der den Außenwert des US-Dollars zu sechs anderen Fiat-Währungen vergleicht, kletterte in der letzten Handelswoche weiter und erreichte mit über 110 Punkten den höchsten Stand seit 2002. Der Gold- und der Silberpreis mussten dabei Federn lassen und fielen in der letzten Handelswoche wieder auf ihre Juli-Tiefs. Der Goldpreis bildete diesmal mit 1.688 $ jedoch ein höheres Tief als im Juli aus und überwand folgend zwei kurzfristige Abwärtstrends. Es besteht die Möglichkeit, dass hier ein doppelter Boden ausgebildet wurde und nun wieder ein Anstieg auf das obere Ende der Handelsspanne bei 1.800 $ beginnt.

Sollte das Tief der letzten Woche jedoch noch einmal angelaufen werden, so droht ein finaler kurzer Einbruch unter die mehrjährige Unterstützung bei 1.680 $, bei dem Investoren abgefischt werden dürften. Es ist daher sehr wichtig einen Stopp-Loss spätestens auf dem Tief der letzten Woche zu platzieren und im Falle eines kurzzeitigen Einbruchs nach einer Rückeroberung der Unterstützung wieder auf der Käuferseite zu sein.

Der Silberpreis fiel mit 17,55 $ vergangene Woche bereits unter das Juli-Tief. Es hängt jetzt vom Goldpreis ab, ob Silber die vorherige Unterstützung bei 18 $ zurückerobern kann oder ob es noch ein letztes Mal um eine Etage tiefer gehen wird, bevor die Korrektur ganz abgeschlossen ist. Ich hatte Mitte August beim Gold bei 1.800 $ und bei Silber bei 20,75 $ zur Gewinnmitnahme geraten nach unserem erfolgreichen Long-Trade und einen erneuten Test der Juli-Tiefs prognostiziert, weshalb für kurzfristig agierende Trader Shortpositionen Sinn machten.

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Fast nur rote Vorzeichen in der letzten Handelswoche in einem Umfeld steigender Zinsen und eines stärkeren US-Dollars


Es gibt aktuell Licht und Schatten am Edelmetallmarkt. Die Stimmung ist denkbar schlecht, wie die Daten der US-Terminmarktaufsicht zeigen. Dies ist jedoch bullisch für den Silberpreis, denn wenn alle Spekulanten bereits verkauft haben, im Glauben der Preis könne nur noch tiefer fallen, dann gibt es keine neuen Verkäufer mehr. Irgendwann kommt es zu ersten Gewinnmitnahmen, die einen Preisanstieg erzwingen und so eine Trendwende einleiten, was sich sogar zu einem Short-Squeeze entwickeln kann.

Die Terminmarktdaten für Silber sind aktuell besonders bullisch, da die Spekulanten eine Netto-Shortposition halten, während die Produzenten diametral gegensätzlich eine Netto-Short sind, was bedeutet, dass sie ihre Produktion zu diesem günstigen Silberpreis praktisch zurückkaufen.

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Die Produzenten kaufen Ihre Produktion netto am Markt zurück


Dies geschah in der Vergangenheit sehr selten und war meist ein gutes Indiz für ein zyklisches Tief und eine gute Chance auf sichere Gewinne binnen 12 Monaten. In den 84 Fällen, bei denen die Spekulanten in den letzten 30 Jahren eine Netto-Shortposition hielten, lag die durchschnittliche 12-Monats-Rendite bei knapp über 12%. Der maximale 12-Monats-Gewinn betrug dabei 82%, während der maximale 12-Monats-Verlust nur geringe 15% ausmachte.

Dazu kommt, dass das Gold-Silber-Ratio mittlerweile bei 96 liegt, womit Silber historisch günstig ist zu Gold. Ein mehrjähriger zyklischer Trade, bei dem man Gold verkauft und stattdessen Silber akkumuliert, um Silber später zu einem niedrigeren Ratio wieder gegen Gold zu tauschen, macht nun durchaus Sinn. Hier zeigen sich die Vorteile von Edelmetallbeständen in Zollfreilagern oder börsengehandelten ETF, die sich leicht veräußern und in günstige Edelmetalle umschichten lassen. Auch für Käufer von Münzen und Barren bietet ein Preis von unter 18 $ eine sehr gute langfristige Kaufchance.


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