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28.01.2012   07:30 Uhr  | GoldMoney

Zentralbanken sind fest zur Inflationierung entschlossen

Open in new windowDie Gold- und Silberpreise notierten auch gestern wieder höher. Der meistgehandelte Gold-Kontrakt an der Comex (Februar) schloss mit einem Plus von $26,6 (1,6%) bei $1.726,70 pro Feinunze. Der Silberkontrakt für März ging mit einem Plus von 62 Cent (1,9%) bei $33,743 pro Feinunze aus dem Handel. Der HUI-Index für Gold- und Silberaktien konnte sich in Reaktion auf die Nachrichten vom Offenmarktausschuss der Fed gut behaupten und konnte zu Beginn des gestrigen Handelstages weitere Gewinne zu verbuchen. Anschließend geriet die Aufwärtsbewegung jedoch ins Stocken, was nach Meinung einiger Analysten ein Hinweis darauf sein könnte, dass die Hedgefonds zu wenig Vertrauen in die Tragfähigkeit dieser Rally haben.

In den letzten Monaten ist es immer wieder vorgekommen, dass beginnende Kurserholungen an den Aktien- und Rohstoffmärkten ein frühes Ende fanden, nachdem der anfängliche Optimismus abflaute. Ein gutes Beispiel hierfür sind die Marktentwicklungen Ende Oktober 2011, als es Hinweise darauf gab, dass sich die politischen Entscheidungsträger Europas endlich zu einem tragfähigen Plan im Umgang mit der Schuldensituation Griechenlands durchringen konnten. Die aktuelle Situation ist aber dahingehend eine andere, da die Märkte inzwischen eingesehen haben, dass die großen geldpolitischen Institutionen dieser Welt kein Interesse an einem frühzeitigen Platzen der Schuldenblase haben.

Und darauf hatte es in den vergangenen Monaten vermehrt Hinweise gegeben. Ob nun in Form der rapiden Bilanzausweitung bei der EZB, der letzten November angekündigten Fed-EZB-Swaps oder auch der jüngsten LTRO-Operation der EZB, die für die Dauer von 3 Jahren Kredite im Umfang von bisher 489 Milliarden Euro an europäische Banken vergab. Eine zweite solche "langfristige Refinanzierungsoperation" ist schon für den kommenden Monat geplant.

Zusätzlich will jetzt auch der Internationale Währungsfonds seine finanziellen Rettungsoptionen ausbauen – eine Maßnahme, die mit Sicherheit in vielen Ländern für Kontroversen sorgen wird, weil der IWF im Gegenzug auch höhere Beiträge (d.h. mehr Steuergelder) von diesen Ländern erwartet. Schon jetzt haben sich die Republikaner in den USA gegen jegliche finanzielle Beteiligung an den Rettungsaktionen für die Eurozone ausgesprochen. Eine Gelegenheit zum Einspruch haben sie dabei schon verpasst, da die Ausweitung der Swap-Vereinbarungen zwischen der Fed und der EZB als klare Unterstützung der der Eurozone gewertet werden muss (wobei auch die deutlichen politischen Risiken umschifft wurden, die ein direkter Ankauf europäischer Staatsanleihen durch die Fed verursacht hätte).

Auch die Tragweite der geplanten IWF-Aktionen wird wohl anfänglich den Radarschirmen der meisten Politiker und auch großer Teile der Medien entgehen, weil sie, für die meisten unverständlich, im Jargon der internationalen Bürokratie präsentiert werden. Tatsächlich legt der IWF seit dem Ausbruch der Kreditkrise 2008 kontinuierlich das Fundament für ein eigenes Engagement bei Rettungsaktionen und gibt vermehrt Sonderziehungsrechte (SZR) als eine Art Zentralbankengeld aus.

Die globalen Finanzinstitutionen werden nicht kampflos untergehen, und es wäre vermessen, ihre Entschlossenheit bei Inflationierungsfragen in Zweifel zu ziehen.


© GoldMoney News Desk
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23. Februar 2012 - 03:43 Uhr   Seite aktualisieren