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Ein sich selbst aufblähendes Schuldensystem

03.09.2013  |  Vertrauliche Mitteilungen
Die weltweit größten Zentralbanken (z.B. der USA, des Euro-Raums oder Japans) blähen noch immer die Geldmenge hemmungslos auf, um mit dem von ihnen geschaffenen, "billigen" Geld Staatsanleihen aufzukaufen. Ihr Ziel ist es, die im Regelfall längst überschuldeten Staaten (einstweilen) vor dem Staats bankrott zu bewahren und die Wirtschaft anzukurbeln. Dafür nimmt man die bisher wahrscheinlich größte Manipulation der Zins- und Anleihemärkte in Kauf. Insbesondere der für die Staatsfinanzierung wichtige Staatsanleihen markt hat längst jeden Bezug zur Realität verloren.

Das sehen offenbar auch die Verantwortlichen des norwegischen Staatsfonds so, dessen Vermögen inzwischen auf mehr als (umgerechnet) 500 Mrd. Euro beziffert wird. Der Anteil festverzinslicher Wertpapiere wurde hier auf den bisher tiefsten Wert von 35,7% reduziert, während der Aktienanteil (teilweise gewiß auch durch Kurssteigerungen bedingt) auf 63,4% stieg. In dieser Umschichtung ist deshalb weniger ein zunehmender Enthusiasmus für Aktien zu sehen als vielmehr ein immer größeres Miß trauen gegenüber den Anleihemärkten!

Insbesondere bei den Staatsanleihen sind deshalb die Zentralbanken (denen in den meisten Fällen eine direkte Staatsfinanzierung eigentlich gar nicht gestattet wäre) zu einer der wichtigsten Käufergruppen geworden. Die Bank of Japan schluckt zur Zeit beispielsweise etwa 70% der auf den Markt kommenden Papiere, die Bank of England hält 30% aller ausstehenden britischen Staatstitel und mit einem Volumen von beinahe 2 Billionen US-Dollar ist auch die US-amerikanische Fed eine der größten "Staatsgläubiger".

Wichtige "Staatsfinanzierer" sind aber auch die Versicherungsunternehmen, denen z.B. nach deutschem Recht sogar vorgeschrieben ist, einen erheblichen Teil ihrer Reserven in Staatsanleihen anzulegen. Im Interesse der Versicherten sollte gewiß über eine Reduzierung dieses Pflichtanteils nachgedacht werden. Doch auch im Deutschen Bundestag mag sich praktisch kein Abgeordneter mit dieser Frage befassen.

Man würde schließlich eine bisher als praktisch "sicher" erachtete Finanzierungsquelle (Versicherungsunternehmen stehen schließlich beinahe immer vor dem Problem, die von den Kunden eingenommenen und für den "Notfall" bereitzuhaltenden Gelder anzulegen) teilweise austrocknen lassen...

Doch bei den übrigen institutionellen Investoren war in den letzten Wochen der Trend zu einer Reduzierung des Staatsanleihen-Anteils unverkennbar. Schon in diesem Herbst könnte es in diesem Bereich nach verbreiteter Beobachteransicht zu einem regelrechten "Ausverkauf" kommen, wenn bei der in diesem September fälligen Erklärung der US-Fed die Nachricht herauskommen sollte, daß die Zeit der grenzenlosen Geldvermehrung und der Niedrigst-Zinsen langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen geht.

Wie man eine mangelhafte Nachfrage nach den eigenen Staatsanleihen zumindest vorübergehend kaschieren kann, zeigt noch immer die italienische Regierung. Die dortige Bank Monte dei Paschi war einer der größten Aufkäufer italienischer Staatsanleihen. Gleichzeitig pumpte der italienische Staat immer wieder neue Hilfsgelder in die Bank. Es kam also zu einer Erhöhung der Staatsschulden, um u.a. einer Bank zu helfen, die eigentlich zahlungsunfähig wäre. Diese nutzte (stark verkürzt formuliert, aber dafür auf den Punkt gebracht) die staatlichen Hilfsgelder, um immer neue Staatsanleihen aufkaufen zu können. Es war und ist ein sich selbst aufblähendes Schuldensystem, dessen Ende aber noch immer nicht absehbar ist!


© Vertrauliche Mitteilungen

Auszug aus den wöchentlich erscheinenden Infoblatt Vertrauliche Mitteilungen - aus Politik, Wirtschaft und Geldanlage, Nr. 4044



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