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Zurück zum Goldstandard

11.10.2014  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
In den Vereinigten Staaten bleibt der Ruf nach einem Beenden, einem Schließen der US-Zentralbank (Fed) ein Thema in der Politik.

Die Forderung "End the Fed" stammt von Dr. Rob Paul, ehemaliges US-Kongressmitglied. Er spricht sich für die Abschaffung der US-Zentralbank (Fed) aus. Der Grund: Die Fed zerstöre den Geldwert durch Inflation, schaffe Finanz- und Wirtschaftskrisen, ihre Politik führe zu einer ungerechten Verteilung von Einkommen und Vermögen und erlaube ein maßloses Anwachsen des Staates zu Lasten der bürgerlichen Freiheiten.

Pauls Empfehlung: Rückkehr zum Goldgeld, Abschaffung und Schließung der Fed. Noch ist zwar kein "monetärer Systemwechsel", wie ihn Ron Paul fordert, eingetreten. Jedoch verbreitet sich die Erkenntnis über die ökonomischen und ethischen Defizite, die dem Zentralbanksystem anhaften.

Jüngstes Beispiel ist der republikanische Kandidat für den Senat, Jeff Bell, der aktuell den demokratischen Senator Cory Booker, New Jersey, herausfordert. Bell spricht sich wie Ron Paul für eine Rückkehr zum Goldstandard aus, einem Geldsystem also, in dem der US-Dollar durch das gelbe Metall gedeckt ist.

Ein System, in dem der US-Dollar eine Bezeichnung für eine fest vorgebene physische Goldmenge ist (wie es ehemals im Münzgesetz ("Coinage Act") von 1792 auch vorgesehen war). Bell kritisiert die Fed-Politik der anhaltend tiefen Zinsen, die Banken und Staat auf Kosten der Sparer begünstige.

Ohne Frage ist eine Kandidatur, die eine Rückkehr zum Goldstandard als Programmpunkt hat, im politischen Betrieb durchaus "schwere Kost". Und zwar deshalb, weil derjenige, der für das Beenden der Zentralbank eintritt, nicht nur die politische Klasse, sondern vor allem auch das "Experten-Establishment" der Ökonomen gegen sich auf bringt. Die vorherrschende Meinung dieser Experten ist nämlich, kurz gefasst, dass ein Goldstandard unpraktikabel sei, dass er der Zentralbank die Möglichkeit nehme, in Krisensituation "flexibel" reagieren zu können; und so weiter und so fort.

Doch alle diese Argumente können vollständig entkräftet werden. Es lässt sich überzeugend zeigen, dass das Sachgeld, etwa in Form von Gold, dem staatlichen, ungedeckten Papiergeld in allen ökonomischen und ethischen Belangen uneingeschränkt überlegen ist.

Der amerikanische Ökonom Murray N. Rothbard (1926-1995) hat das unmissverständlich u. a. in seinem überaus lesenswerten Buch "The Case Against The Fed" (1994) ausgebreitet. Es gibt schlichtweg keine vernünftigen Gründe, warum der Staat mit seiner Zentralbank das Monopol der Geldproduktion haben sollte, und dass das Goldgeld durch ungedecktes Papiergeld ersetzt werden sollte.

Folgt man dieser Argumentation, erkennt man, dass es etwas besseres gibt als das ungedeckte Papiergeld, das die Zentralbanken ausgeben und dies ist Geld, das sich im freien Markt, im Wettbewerb herausbildet. Der "natürliche Kandidat" für das Siegertreppchen in diesem Wettbewerb ist das Goldgeld. Dass Jeff Bell für ein Abschaffen der Fed und für das Goldgeld eintritt, zeigt ganz offensichtlich vor allem eines: dass die kritische Frage nach dem "guten Geld" zusehends in den politischen Raum eingedrungen ist - und weiter vordringt.

Europa hat hier noch Nachholbedarf.


© Prof. Dr. Thorsten Polleit
Quelle: Auszug aus dem Marktreport der Degussa Goldhandel GmbH



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