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Extreme Leerverkäufe von Gold- und Silberfutures

01.07.2015  |  Adam Hamilton
Gold und Silber stagnieren zur Zeit in einer Talsohle und dümpeln in der trostlosen Marktstimmung der Sommerflaute dahin. Der Hauptgrund für die schwachen Kurse besteht in den massiven Leerverkäufen der US-amerikanischen Futures-Spekulanten. Doch deren Wetten auf einen Bärenmarkt sind in Wirklichkeit positive Zeichen für beide Edelmetalle. Die Mehrzahl dieser Trader liegt bei Preisextremen immer falsch und ihre Short-Positionen sind ein Garant für steigende Edelmetallkäufe in naher Zukunft.

In den vergangenen Jahren waren die Aktivitäten der amerikanischen Futures-Spekulanten der bestimmende Faktor für die Kursbewegungen von Gold und Silber. Normalerweise verfügt diese Tradergruppe nicht über einen derart übergroßen Einfluss. Aber da sich die westlichen Investoren seit Anfang des Jahres 2013 weitgehend zurückhalten, blieben die Positionen der Futures-Spekulanten unangefochten. Wenn man dann noch die starke inhärente Hebelwirkung des Futurehandels bedenkt, hat man die Erklärung für den eisernen Würgegriff, in dem die Trader den Gold- und Silberkurs halten.

Die ärgerliche Anomalie nahm ihren Anfang, als die dritte Runde der quantitativen Lockerungen (QE3) durch die US-Notenbank Anfang 2013 richtig in Fahrt kam. Im Gegensatz zu den ersten beiden Runden hatte diese weder einen festgelegten Rahmen noch ein Enddatum. Die Fed nutzte das zu ihrem eigenen Vorteil und arbeitete hart, um die Händler davon zu überzeugen, dass die Geldmengen weiter erhöht würden, um jeden signifikanten Ausverkauf an den Aktienmärkten zu unterbinden. Und so glaubten diese schließlich, die Fed würde als eine Art Umkehrsperre für die Märkte fungieren.

Die Trader nutzten also jeden noch so kleinen Kurseinbruch, um wieder zu kaufen und trieben die Preise so unerbittlich in die Höhe. Sie gaben alle anderen Wertanlagen auf, um den von der Fed aufgeblähten Aktien hinterherzujagen. Sie vergaßen, ihr Portfolio umsichtig zu diversifizieren und mieden die alternativen Investitionsmöglichkeiten, allen voran Gold. Da die amerikanischen Trader ihre Gold-ETFs über Bord warfen, erlebte das Edelmetall im zweiten Quartal 2013 den größten Kurseinbruch innerhalb eines Quartals seit 93 Jahren.

Dieser Jahrhundertsturm war so gewaltig, dass die meisten der westlichen Investoren erst noch zu Gold zurückfinden müssen. Sie haben nach wie vor viel zu wenig Kapital in diese für ein ausgeglichenes Portfolio essentielle Wertanlage investiert, die zu den wenigen Assets zählt, deren Kurs sich gegenläufig zu den Aktienkursen entwickelt. Ohne diese normale Investitionsnachfrage hatten die amerikanischen Futures-Spekulanten freie Hand, die Edelmetallpreise entsprechend ihrer pessimistischen Einstellung nach unten zu drücken.

Diese gewaltige von der Fed hervorgerufene Anomalie stellt ein Dilemma für antizyklisch denkende Kommentaren wie mich dar. Der kleine Teil der Investoren, der heutzutage noch an Edelmetallen interessiert ist, will Informationen über Fundamentaldaten wie die chinesische und indische Nachfrage, die den Preis schon immer nach oben trieben. Aber angesichts der noch nie dagewesenen aktuellen Marktsituation sind die Aktivitäten der amerikanischen Futures-Spekulanten neben den Kapitalströmen der ETFs der einzige wichtige Faktor für die Preisbewegung.

Wenn sie Gold- und Silberfutures kaufen, steigen die Edelmetallpreise. Wenn sie verkaufen, fallen die Preise. Die Korrelation zwischen den Kursbewegungen der letzten Jahre und den Positionen der amerikanischen Futures-Spekulanten ist unglaublich hoch. Ich kann es kaum erwarten, dass sich die Investitionsnachfrage endlich wieder normalisiert und dieser unnormale Einfluss der Spekulanten schwindet, doch Tatsache ist, dass er zur Zeit den entscheidendsten Faktor für die Kursbewegungen von Gold und Silber darstellt.

Anhand eines Charts wird das besonders deutlich. Die Gesamtzahl der Long- und Short-Positionen der Goldfutures wird einmal wöchentlich von der US-Behörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) in ihrem berühmten Commitments of Traders Report (CoT) veröffentlicht. Wenn man die Gold- und Silberpreise über die Daten der Futures-Positionen legt, ist das Ergebnis ziemlich eindrucksvoll. Alle Querdenker müssen den Würgegriff verstehen, in dem sich die Edelmetalle befinden.

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Das Chart mag kompliziert aussehen, ist aber eigentlich ganz simpel. Lustigerweise hat ein polnischer Professor an einer südkoreanischen Universität versucht, eine Vorgängerversion dieses Charts bei Wikipedia als Beispiel für ein "überladenes" Diagramm zu verwenden! Dabei zeigt es nur den täglichen Goldkurs in blau und die wöchentlichen Daten zu den Futures-Positionen aus dem CoT-Bericht. Die Long-Positionen der amerikanischen Investoren für Goldfutures sind in grün dargestellt und die Gesamtzahl ihrer Short-Positionen in rot.


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