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Kreditzyklus und der Preis des Goldes

27.06.2016  |  Prof. Dr. Thorsten Polleit
Eine immer stärkere Ausweitung der Geldmengen ist nötig, um den Kreditzyklus vor dem nächsten Abschwung zu bewahren. Längerfristig sollte sich das in einem merklich höheren Goldpreis niederschlagen.

Gold ist nicht nur ein Schutz vor Inflation. Es bietet auch Schutz vor Zahlungsausfällen. Denn Gold (in physischer Form) unterliegt - anders als in ungedecktem Papiergeld ausgewiesenen Termin- und Spareinlagen und Schuldverschreibungen - keinem Kreditausfallrisiko.

Seit den frühen 1980er Jahren bis etwa 2005 gab es allerdings keinen unmittelbar sichtbaren Zusammenhang zwischen den US-amerikanischen Kreditausfallraten und dem Goldpreis; das gilt übrigens auch für die Phase der erhöhten Kreditausfälle im Zuge der US-Bankenkrise zu Beginn der 1990er Jahre.

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Quelle: Thomson Financial. *Anteil der Kredit an den Gesamtkrediten, bei denen ein Zahlungsverzug von 30 oder mehr Tagen besteht.


Mit Beginn des 21. Jahrhunderts stieg der Goldpreis dann jedoch kräftig an, vor allem angetrieben von einem kolossalen Rohstoffpreis-Boom. Im Zuge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise nahmen die Kreditausfälle stark zu, und nun stieg aber auch der Goldpreis mit in die Höhe.

Der Grund dafür könnte in der gegenüber den 1980er und 1990er Jahren mittlerweile merklich höheren Gesamtverschuldung der Volkswirtschaften zu finden sein. Nahezu in allen großen Volkswirtschaften der Welt ist nämlich die Verschuldung von Staaten, Banken, Unternehmen und Konsumenten relativ zur Wirtschaftsleistung merklich angestiegen.

In den Vereinigten Staaten von Amerika zum Beispiel ist die Verschuldung von etwa 231 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) Anfang 1990 auf 352 Prozent Anfang 2016 angestiegen; in der Spitze hatte sie im zweiten Quartal 2009 sogar einen Wert von 381 Prozent erreicht. Diese Verschuldungsausweitung ging einher mit einem drastischen Rückgang der Zinsen.

Die Fed hat die US-Zinsen mit Ausbruch der Krise auf ein extrem niedriges Niveau herabgeschleust; dort befinden sie sich nach wie vor. Die jüngste Zinserhöhung der Fed im Dezember 2015 hat daran im Grunde nichts geändert. Das wiederum hat dazu geführt, dass fällig werdende Kredite mit niedrigen Kreditzinsen refinanziert wurden und neue Kredite zu extrem günstigen Zinskonditionen abgeschlossen wurden.

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Quelle: Thomson Financial; eigene Berechnungen



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