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Gold statt Dollars: Erste Anzeichen für die Neuordnung des Währungssystems

20.10.2016  |  Jim Willie CB
Der Welthandel war nun bereits das zweite Quartal in Folge rückläufig. Grund für das Jahrzehnt der Stagnation in der industriellen Produktion der Vereinigten Staaten, Japans und der Europäischen Union sind "Financial Engineering", die Immobilienblasen, Kriege und seit Neustem auch die destruktiven geldpolitischen Maßnahmen, insbesondere die als quantitative Lockerungen bezeichneten Programme zum Kauf von Anleihen. Das sind keine Wirtschaftsimpulse, sondern Kapitalzerstörer.

Der Westen umfasst einige Länder, deren Wirtschaft stark auf der Industrie beruht und die kaum mehr als hochentwickelte Nationalökonomien bezeichnet werden können. Diese laufen Gefahr nach einer Generation des Outsourcings, der Spekulationsblasen und des Finanzbetrugs auf den Status von Entwicklungsländern abzurutschen, sobald im Rahmen eines finanziellen Systemneustarts eine neue Währungsordnung etabliert wird.

Das Centraal Planbureau (CPB), ein niederländisches Institut für wirtschaftliche Analysen, welches Teil des Wirtschaftsministeriums ist, hat kürzlich seine vorläufigen Daten zum weltweiten Warenhandel veröffentlicht. Demnach stieg das Handelsvolumen im Juni um 0,7%, nachdem es im Mai 0,5% gesunken war.

Im Vergleich zum Vorjahr waren die Zahlen unverändert, lagen jedoch unter dem Handelsvolumen vom Dezember 2014. Im Quartal wurde insgesamt ein Rückgang um 0,8% verzeichnet. Somit schrumpfte das Handelsvolumen bereits das zweite Quartal in Folge. Die Weltwirtschaft steckt zweifellos in einer starken Rezession. Seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers wurden keinerlei positive und konstruktive Gegenmaßnahmen oder gar richtige Reformen durchgeführt. Nicht eine einzige. Man hat es nicht einmal versucht.

Schlimmer noch, das CPB hat auch seine Handelsdaten der letzten Jahre nach unten korrigiert. Die neuen, aktualisierten Werte zeichnen das Bild einer deutlich schwächeren Erholung des Welthandels in der Zeit nach der Finanzkrise als die ursprünglichen Daten, die um 2-3% gesenkt werden mussten. Selbst der IWF spricht von einem Klima des stagnierenden Wirtschaftswachstums. Ein Großteil der westlichen Daten ist dabei Müll, der nur auf Geheiß der neokonservativen Machtkreise im positiven Bereich liegt.

Der folgende Chart zeigt den World Trade Monitor Index des CPB. Die blaue Linie repräsentiert die alten, im Juli 2015 veröffentlichten Daten, die rote Linie die neuen, korrigierten Daten. Beachten Sie hier die erschreckende Anpassung der Zahlen um -4,4% zum Höchststand des globalen Handelsvolumens im Dezember 2014 und die aktuellen Werte vom Juni 2016. Diese bestätigen einen allgemeinen Konjunkturabschwung von rund 1,0%, der in krassem Widerspruch steht zur widersinnigen orwellschen Propaganda von einer schleppenden Erholung, die zum Trommelschlag der Mainstreammedien gebetsmühlenartig wiederholt wird.

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Der Welthandel reflektiert auf direkte Weise den Zustand der Herstellungsindustrie. Dienstleistungen werden nicht rund um den Globus verschifft. Wenn eine Beratergruppe in ein anderes Land fliegt, zählt das genauso wenig zum Welthandel wie die Tourismusbranche. Fertigprodukte, Rohmaterialien und Zwischengüter (z. B. Autobauteile) werden dagegen regelmäßig verschifft. Die industrielle Produktion, mit Ausnahme der Bauindustrie, ist der Schlüssel zu den Handelsstatistiken.

Für die hochentwickelten Wirtschaftsräume ist der derzeitige Trend entsetzlich. Die globale industrielle Produktion, ohne Einbeziehung der Bauindustrie, ist im Juni um 0,6% gestiegen, nachdem sie im Mai 0,3% gesunken war. Der Index für die Industrieproduktion der fortschrittlichen Volkswirtschaften ist auf 102,5 geklettert, liegt damit jedoch unter dem Stand vom Januar, als ein Wert von 103,4 verzeichnet wurde. Dieses Niveau erreichte der Index nach der Finanzkrise bereits im Dezember 2012. Die Industrieleistung bleibt zudem weiterhin hinter den glorreichen Zeiten vor der Finanzkrise zurück, als der Index im Februar 2008 mit 107,8 seinen absoluten Spitzenwert erreichte. Die globale Rezession ist allzu offensichtlich, wird jedoch vehement geleugnet.

Im Moment liegt der Index wieder fast exakt auf dem Niveau vom April 2006, kurz vor dem Kollaps von Lehman und der nachfolgenden Krise. Die Welt musste ein volles Jahrzehnt der Stagnation ertragen, ohne dass auch nur der geringste Versuch unternommen wurde, die Situation geradezurücken oder Reformen einzuleiten. Das Bankensyndikat blieb währenddessen an der Macht. Setzen sie die rosarote Brille ab.


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