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Yuan für Öl ... Gold für Yuan

01.01.2018  |  Rudy Fritsch
Die Leitinformationsmedien beginnen einzuräumen, dass die Tage des sogenannten "Petro-Dollars" enden. Jener Trend im Osten, wo der Dollar durch den Einsatz lokaler Währungen wie Rubel und Yuan umgangen wird, gilt den westlichen Medien dabei als "Angriff auf die Dollar-Hegemonie". Westliche Medien betrachten alles durch die Brille des Krieges.

In Wirklichkeit tun die östlichen Mächte, nur was sie tun müssen, um den westlichen Imperialismus zu meiden. Anstatt den Petro-Dollar direkt anzugreifen, weichen die östlichen Mächte Sanktionen und ökonomischem Druck des Westens ganz einfach nur aus. Russland und China haben gegenseitige Verträge für den Handel mit Öl und Gas geschlossen, wobei die eigenen Landeswährungen zum Einsatz kommen und der Dollar umgangen wird. Iran hat sich diesen Bestrebungen angeschlossen, selbst Venezuela ist dazu gestoßen.

Venezuela mag in finanziellen Turbulenzen stecken, dennoch verfügt das Land über die weltgrößten ungenutzten Ölreserven, größer als die Saudi-Arabiens. Kein Wunder, dass die in Washington sitzenden Imperialisten Venezuela im Fadenkreuz haben. Kein Wunder auch, dass Venezuela jetzt seine Ressourcen in Yuan handelt ... und nicht in Dollar.

Diesbezüglich am aufschlussreichsten ist jedoch eine Ankündigung der Chinesen, die kürzlich verlauten ließen, auch die nicht-russischen Ölimporte in Yuan zu bezahlen, nicht in Dollar. In der Ankündigung hieß es weiter, dass die Chinesen jedem Öllieferanten, der eher keine Yuan empfangen möchte, eine Goldzahlung anbieten. Wie die Chinesen weiterhin erklärten, werde man dafür kein chinesisches Gold einsetzen, sondern bei Bedarf Gold am globalen Goldmarkt kaufen.

Da Venezuela den Dollar ohnehin schon fallen ließ, richtet sich diese Ankündigung eindeutig an die Saudis. Die Saudis sind der Hauptpfeiler, der den Petro-Dollar trägt, doch die Zeiten ändern sich. Die USA sind nicht mehr der größte Käufer saudischen Rohöls; das ist jetzt China. Tatsächlich sind die USA jetzt Netto-Energieexporteur und praktisch ein Konkurrent der Saudis, anstatt deren bester Kunde … und Beschützer.

Das saudisch-amerikanische Petro-Dollar-Regime stand auf drei Pfeilern. Pfeiler 1: Saudi-Arabien wird nur Dollar-Zahlungen für das eigene Rohöl akzeptieren. Pfeiler 2: Sie werden den überwiegenden Teil ihrer Dollar-Öleinnahmen über US-Staatsanleihen zurückführen (recyceln). Pfeiler 3: Im Gegenzug garantieren die USA dem saudischen Regime militärischen Schutz.

Diese Stützen sind am Einbrechen. Die USA sind nicht mehr der große Käufer saudischen Öls, zudem kann ihnen in der Funktion des großen Schutzpatrons nicht mehr vertraut werden. Die militärische Macht der USA nimmt ab. Man hat den Krieg in Syrien verloren, nun gewinnt der Iran an Einflusssphäre.

Ist das der Grund für die Turbulenzen in Saudi-Arabien … Verhaftungen von Takfiri-Geistlichen, Festnahmen von Milliardärsprinzen wegen Korruptionsvorwürfen, Krieg gegen Jemen, Krieg gegen den Libanon und vielleicht sogar ein Krieg gegen den Iran? Ist das der Grund, warum der saudische König mit seiner Entourage zum ersten Mal überhaupt Moskau einen Besuch abstattete?

Testen die Saudis etwa die Entschlossenheit der USA, sich an die Abmachungen zum unbedingten Schutz der saudischen Monarchie zu halten? Wie immer wird das erst die Zukunft zeigen. Aktuell bieten Chinesen Ölkäufe in Yuan an; die Tatsache, dass sie zur Erleichterung der Käufe auch Gold anbieten, scheint ein Angebot zu sein, dass die Saudis nicht ablehnen können.

Die Konsequenzen dieser geopolitischen Verschiebung sind gewaltig, und tiefgreifend. Der offensichtlich erste Schritt ist die Beendigung der Dollar-Hegemonie, das Ende des Dollar-Monopols.

Wenn Saudi-Arabien beginnt, Öl gegen Yuan zu verkaufen, dann ist der Sturz des Petro-Dollars komplett. Kein Wunder, dass die westlichen Medien die Ölverkäufe in Yuan - oder jeder anderen Währung außer dem Dollar - als einen Akt “ökonomischer Kriegsführung“ bezeichnen. Doch schauen wir, wohin das alles führen könnte - jenseits der Entthronung des Dollar.

Derzeit ist der Yuan an den US-Dollar gekoppelt. Trump lästert in der Tat über diese Währungskopplung und arbeitet daran, diese, so Trump, "Yuan-Manipulation" zum Nachteil der US-Industrie zu zügeln. Jetzt wird es interessant: Wenn der Yuan den Petro-Dollar ersetzt, wird China dann weiterhin an der Yuan-Dollar-Kopplung festhalten?

Die Chinesen haben hart an der internationalen Akzeptanz ihrer Währung gearbeitet. Ein großer Teil der chinesischen Ziele galt schon als erreicht, als der Yuan vom IWF durch seine Aufnahme in den Währungskorb der Sonderziehungsrechte akzeptiert wurde (Sonderziehungsrechte, SZR, repräsentieren einen Währungskorb, zu dem der Dollar, der Yen, der Euro, das Pfund … und jetzt auch der Yuan gehören).

Sollte China, nach all diesen langwierigen Anstrengungen, die eigene Landeswährung auch weiterhin an einen Dollar gekoppelt halten, der dramatisch an Kaufkraft verlieren wird? Ergibt keinen Sinn … viel wahrscheinlicher ist, dass China bald damit beginnen wird, den Yuan "frei schwanken" zu lassen, ihn also aus der Abhängigkeit vom Dollar zu befreien.

Bis zu diesem Punkt ist alles unumstritten: Die Westen unterstützt in der Tat einen "frei schwankenden Yuan" - im Glauben, dass dies den westlichen Wirtschaften zugutekommen würde, so hofft man zumindest.

Wäre also das Ende der Fahnenstange erreicht - der Yuan schwankt frei und ansonsten weiterhin 'business as usual'? Oder ist das nur die Phase II der chinesischen Strategie (Phase I war die Aufnahme des Yuan in den SZR-Korb)? Wenn schon das Ende der Fahnenstange erreicht ist, warum sollten die Chinesen dann erst anbieten, ihren Yuan auch in Gold auszuzahlen? Dieses goldene Angebot ist definitiv NICHT ‘business as usual‘. Keine andere Nation hat ein solches Angebot gemacht; die USA waren in der Tat die letzte Nation, die Gold für ihre Landeswährung versprach.


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