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David Morgan: Verschwörungsfakten zeigen, dass die Edelmetallpreise steigen müssen

25.09.2015  |  The Gold Report
Selbst wenn die Preise an den Metallmärkten eingefroren sind, reicht ein einziger Auslöser, um die Manipulation durch die Papier-Trades abzustreifen, die die Kurse niedriger halten, als das angesichts der Fundamentaldaten auf einem freien Markt der Fall wäre. Wenn die Kurskorrektur einsetzt, könnte es ganz schnell gehen. Im folgenden Interview mit The Gold Report spricht David Morgan, der Herausgeber des Morgan Report, über seine bevorzugten Strategien, um auf das Aufwärtspotential der Edelmetallpreise eine Hebelwirkung zu erzielen, sich aber gleichzeitig vor dem Risiko der Junior-Bergbauunternehmen zu schützen.


The Gold Report: Sie und David Smith haben kürzlich einen Artikel mit dem Titel "Gold und Silber: Auf dem Weg zu einem Blue Screen des Todes" geschrieben. Darin vergleichen Sie die Panik, die einen ergreift, wenn der Computer plötzlich nicht mehr funktioniert, mit dem scheinbar eingefrorenen Edelmetallmarkt und dem Goldpreis, der bei unter 1.200 USD je Unze festgenagelt ist. Doch dann schreiben Sie weiter, dass der Kurs des Metalls genau wie ein Windows-Betriebssystem wieder neu gestartet werden kann und dann ein erneuter Anstieg auf 1.900 USD je Unze möglich ist. Was müsste passieren, damit das eintritt? Wie drückt man bei einem Rohstoff Steuerung-Alt-Entfernen?

David Morgan: Die Lage im Einzelhandelsmarkt für Silber ist angespannt und das Angebot wird immer knapper. Indien importiert bereits sehr lange große Mengen an Silber. Als der Wohlstand im Land stieg und eine Mittelklasse entstand, nahmen auch die Goldeinfuhren zu. Auf der Angebotsseite wirken sich niedrige Preise negativ auf die Wiedergewinnungsraten aus, deshalb ist derzeit weniger recyceltes Silber auf dem Markt. Es wurde mehrfach darüber berichtet, dass es fast unmöglich ist, über den Londoner Edelmetallmarkt größere Mengen an Gold zu beziehen, doch diese Knappheit spiegelt sich nicht in den Preisen wider.


The Gold Report: Was hält die Preise unten? Was verursacht den Blue Screen?

David Morgan: Diese Frage ist schwer zu beantworten, ohne dabei in den Bereich der Verschwörungstheorien abzudriften. Ich bin kein Freund von solchen Theorien. Ich halte mich lieber an Verschwörungsfakten. Und Fakt ist, dass an den Terminbörsen enorme Mengen an Papierkontrakten gehandelt werden, die physisches Gold und Silber und auch andere Rohstoffe wie Weizen oder Mais repräsentieren, und dass diese Kontrakte willkürlich für spekulative Zwecke erschaffen werden.

So wird die Nachfrage befriedigt, ohne das tatsächliche Angebot zu beeinflussen. Jemand könnte glauben, dass er von einem der großen Broker und Händler eine bestimmte Menge an physischem Gold gekauft hat, obwohl er in Wirklichkeit nur einen Anspruch auf das Edelmetall hat. Am den Metallmärkten ist das ziemlich weit verbreitet.

Die niederländische Bank ABN Amro hat für ihre Kunden jahrelang Gold eingelagert und als sie Probleme bekam, wurden die Kunden darüber informiert, dass sie statt des Goldes eine Auszahlung erhalten würden. Der Rentenfonds der texanischen Lehrer hat die Lieferung von Gold aus den Tresoren der Notenbank Fed nach Texas gefordert. Das ist "in Arbeit" und falls daraus nichts wird könnte es das Problem mit dem Papiergold noch deutlicher werden lassen. Die Differenz zwischen dem eigentlichen Wert eines Assets und dem Papierpreis ist schon früher ins Blickfeld geraten, doch das hatte keinerlei Auswirkungen auf den Markt.

Ich denke allerdings, dass der Tag der Abrechnung näher rückt, da das Phänomen immer stärker zum Vorschein tritt und die Aufgelder zur Zeit so hoch sind. Das deutet immer darauf hin, dass die Preise nicht den Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage entsprechen. Fairerweise muss man aber dazusagen, dass die Aufgelder wieder auf ein normales Niveau fallen können, wenn die Märkte sich beruhigen.


The Gold Report: Gibt es außer einer möglichen Lieferunfähigkeit der Banken in Bezug auf Gold noch andere schwarze Schwäne, die den Gold- und Silbermarkt wachrütteln könnten? Wir hatten den Crash des chinesischen Aktienmarktes und die Edelmetalle stiegen ein wenig, nur um dann innerhalb weniger Tage wieder zu fallen. Der Markt konzentriert sich noch immer auf die mögliche Zinserhöhung, die nach Angaben der Fed noch in diesem Jahr kommen könnte. Was wäre nötig, um einen Neustart auszulösen?

David Morgan: Diese Faktoren spielen natürlich eine Rolle. Physisches Gold hat von allen Assets die stärkste negative Korrelation gegenüber dem Aktienmarkt. Wenn die Aktien fallen, sollte sich das also positiv auf den Goldpreis auswirken. Das fand bisher nur in sehr geringem Ausmaß statt. In der Vergangenheit haben wir gesehen, dass Kleinigkeiten, die in früheren Jahren einfach ignoriert worden wären, den Markt auf mysteriöse Weise in Aufruhr versetzen können, wenn sie genügend Dynamik entwickeln.

Jim Rickards spricht über die Lawinentheorie, derzufolge es genau die eine Schneeflocke zu viel ist, die alles den Hang hinunterstürzen lässt. Vorher zu sagen, welche Schneeflocke das sein wird, ist schwierig. Aber auf uns kommen wie auch immer geartete Turbulenzen zu.


The Gold Report: Wenn das passiert, wie schnell würde es dann gehen?

David Morgan: Diese Dinge geschehen ziemlich schnell. Das Problem wächst und wächst und wächst und dann reicht schon ein winziges Bisschen, um den Schalter so schnell umzulegen, dass Sie möglicherweise keine Zeit mehr haben, Ihr Portfolio umzustellen.



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