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Chinesische Zinkproduktion erreicht Rekordniveau

19.12.2017  |  Eugen Weinberg
Energie

Die Ölpreise treten weiter auf der Stelle. Brent handelt am Morgen wenig verändert bei 63,7 USD je Barrel, WTI bei 57,5 USD je Barrel. Preistreibende Nachrichten wie die Lieferausfälle in der Nordsee und preisbelastende Nachrichten wie die steigende US-Produktion halten sich augenblicklich die Waage und sorgen damit für Stabilität.

Die US-Energiebehörde EIA erwartet einen kräftigen Anstieg der US-Schieferölproduktion im Januar um 94,4 Tsd. auf ein neues Rekordniveau von 6,41 Mio. Barrel pro Tag.

Darüber hinaus wurden die Vormonate von der EIA teilweise deutlich nach oben revidiert. Für Dezember rechnet die EIA nun mit 6,31 Mio. Barrel pro Tag (bislang 6,17 Mio.), für November mit 6,22 Mio. Barrel pro Tag (6,09 Mio.) und für Oktober mit 6,12 Mio. Barrel pro Tag (6,0 Mio.). Der Großteil des Anstiegs im Januar entfällt erneut auf das Schieferölvorkommen Permian Basin im Süden von Texas. Dort soll die Produktion um 67,9 Tsd. auf 2,8 Mio. Barrel pro Tag steigen. Das entspricht in etwa der täglichen Fördermenge von Kuwait oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Die Schieferölproduktion stellt mittlerweile zwei Drittel der gesamten US-Rohölproduktion und ist für deren Anstieg allein verantwortlich. Innerhalb eines Jahres wird die Schieferölproduktion laut Schätzung der EIA um 1,18 Mio. Barrel pro Tag gestiegen sein. Ein Großteil des Anstiegs der globalen Ölnachfrage wird somit durch die Schieferölproduktion befriedigt. Der von der OPEC mittels Produktionskürzung erwünschte Marktausgleich wird dadurch massiv erschwert. Wir fühlen uns daher in unserer pessimistischen Ölpreisprognose für 2018 bestätigt.

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Edelmetalle

Gold, Silber und Platin haben sich gestern im Zuge eines schwachen US-Dollars etwas erholt. Palladium profitierte hiervon jedoch nicht und gab leicht nach. Gold und Silber handeln heute Morgen auf 2-Wochenhochs von 1.265 USD bzw. 16,2 USD je Feinunze. Der größte Gewinner war allerdings Platin, das sich um 2% auf 915 USD je Feinunze verteuerte. Schon am Freitag hatte Platin um 1,3% zugelegt. Von seinem 22-Monatstief vor knapp einer Woche ist Platin mittlerweile um gut 40 USD gestiegen.

Wir führen dies zum Großteil auf die jüngste Stärke des Südafrikanischen Rand zurück. Dieser wertet seit Freitag gegenüber dem US-Dollar deutlich auf, nachdem sich abzeichnete, dass Cyril Ramaphosa zum neuen Vorsitzenden der Regierungspartei ANC und Präsidentschaftskandidaten für die Wahlen 2019 gewählt wird. Er setzte sich gegen eine Vertraute des amtierenden umstrittenen Präsidenten Jacob Zuma durch. Ramaphosa wird zugetraut, die Probleme Südafrikas wie Korruption, schwaches Wirtschaftswachstum und marode Staatsfinanzen anzupacken.

Der feste Rand führt allerdings dazu, dass der Platinpreis in lokaler Währung gestern auf ein 5-Jahrestief fiel, womit große Teile der südafrikanischen Minenproduktion nicht mehr kostendeckend sind. Die Produzenten stehen ohnehin schon seit Langem mit dem Rücken zur Wand. Der weltweit drittgrößte Platinproduzent, Lonmin, hatte letzte Woche einem Verkauf des Unternehmens an den südafrikanischen Edelmetallproduzenten Sibanye-Stillwater zugestimmt, und damit eigenen Angaben zufolge mehrere Tausend Arbeitsplätze gerettet.


Industriemetalle

China hat zwar im November deutlich weniger Aluminium und Stahl produziert (siehe TagesInfo Rohstoffe vom 15. Dezember), dafür aber umso mehr Kupfer, Zink und Blei. Gemäß Daten des Nationalen Statistikbüros ist die Kupferproduktion im November im Vergleich zum Vorjahr um 9,2% auf 786 Tsd. Tonnen gestiegen. Dies waren der vierte Monatsanstieg in Folge und der zweithöchste Monatswert aller Zeiten. Höher war die Kupferproduktion nur im Dezember 2014.

In China wurden in den letzten Jahren vermehrt Schmelzkapazitäten aufgebaut. Und bis zum Jahr 2020 sollen weitere umfangreiche Kapazitäten hinzukommen. China importiert daher auch große Mengen Kupfererz und -konzentrat - im November waren es rekordhohe 1,78 Mio. Tonnen -, die es dann selbst zu Kupferraffinade verarbeitet. Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Falle von Zink hat China erstmals überhaupt in einem Monat mehr als 600 Tsd. Tonnen produziert. Dies entspricht einem Plus von 7,3% gegenüber dem Vorjahr.

Die oftmals viel zitierte Knappheit von Zink in China ist für uns aus diesen Zahlen nicht erkennbar. Die chinesische Bleiproduktion ist im November im Vergleich zum Vorjahr sogar um 17,1% auf 424 Tsd. Tonnen gestiegen. Sie bleibt damit allerdings deutlich unter dem Rekordhoch von vor fünf Jahren. Dennoch spricht auch dies gegen eine akute Knappheit von Blei in China. Die Metallpreise geben heute Morgen einen Teil ihrer teilweise kräftigen Gewinne von gestern wieder ab.


Agrarrohstoffe

Nachdem die Abschaffung der Produktionsquoten gemeinsam mit guter Witterung in der laufenden Saison zu einem kräftigen Produktionsanstieg führt, malt die EU-Kommission in ihrem Marktausblick bis 2030/31 die Perspektiven der EU-Zuckerproduktion in weniger rosigen Farben. Der erhöhte Einfluss der Weltmarktpreise, die Konkurrenz der Isoglukose und das stärkere Bewusstsein der Verbraucher für die Gesundheitsgefahren eines hohen Zuckerkonsums dürften Preisentwicklung und Produktion dämpfen.

So rechnet die Kommission damit, dass die Nachfrage nach Zucker in der EU bis 2030/31 um 5% auf 17,5 Mio. Tonnen sinkt und die Isoglukose - bei der die Produktionsquote ebenfalls fiel - ihren Marktanteil an Süßungsmitteln von 4% auf 9% ausweiten kann. Die EU-Kommission rechnet mittelfristig mit einem Preisniveau um 400 Euro je Tonne, der Preisabstand zum Weltmarkt soll auf rund 40 Euro je Tonne schrumpfen. Im Juli und August 2017 lag der EU-Weißzuckerpreis nach Angaben der Kommission bei gut 500 Euro je Tonne, hat inzwischen aber deutlich nachgegeben.

Nach einem Anstieg um 22% auf 20,5 Mio. Tonnen 2017/18, dürfte die Zuckerproduktion in den Folgejahren sinken und 2030/31 18,9 Mio. Tonnen betragen. Dies wären aber noch immer 12% mehr als im Durchschnitt der letzten 5 Quotenjahre. Bei dem geringeren Preisabstand zum Weltmarkt wären Importe nur für Länder attraktiv, die zollfrei einführen dürfen. Umgekehrt fiel nun auch die EU-Exportbeschränkung weg, so dass die EU bis 2030/31 wohl Nettoexporteur ist.



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