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Gold: Die ehemalige Aufwärtstrendlinie: Sargnagel oder Sprungbett?

28.12.2018  |  Florian Grummes
1. Gold in USD

Jahresrückblick:

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2018 war zweifelsohne ein schwieriges Jahr für den Goldpreis. Obwohl mit dem Tief- und Trendwendepunkt bei 1.236 USD am 12.Dezember 2017 eigentlich ideale Voraussetzungen für eine nachhaltige Aufwärtsbewegung gegeben waren, endete die Rally im Anschluss an den damaligen FED-Zinsentscheid bereits sechs Wochen später!

In das neue Jahr startete der Goldpreis am 2. Januar 2018 mit 1.302 USD in den Handel.

Die begonnene Aufwärtswelle konnte sich in den ersten drei Januarwochen zunächst stürmisch bis auf 1.366 USD fortsetzen. Am 26.Januar wurde an diesem Punkt aber bereits der Jahreshöchststand erreicht! Im Anschluss folgte eine recht wilde Seitwärtsphase, in der der Goldpreis fast vier Monate lang zwischen 1.305 und 1.355 USD hin und her schwankte.

Passend zum saisonalen Muster und entsprechend meiner Erwartung konnten die Bullen dann Mitte Mai ihre Unterstützungszone um 1.300 - 1.310 USD nicht länger verteidigen. Zwar gelang es Ihnen zunächst noch für weitere vier Wochen die Bären eine Etage tiefer zwischen 1.285 und 1.310 USD in Schach zu halten, im Zuge des immer stärker gewordenen US-Dollar brachen dann aber am 15. Juni alle Dämme. So fiel der Goldpreis in gerade einmal zwei Wochen von 1.310 USD bis auf 1.237 USD Ende Juni zurück.

Hier konnte die Aufwärtstrendlinie der letzten zweieinhalb Jahre den scharfen Abverkauf um 1.240 USD zunächst noch stoppen und für eine vorübergehende Erholung bis auf 1.266 USD sorgen. Nur eine Woche später wurde diese wichtige und vielversprechende Trendlinie (aufsteigendes Dreieck) jedoch von den Bären pulverisiert.

Schwer getroffen von diesem technischen K.O. taumelte der Goldpreis in den folgenden Sommerwochen weiter gen Süden und konnte auch die alte Haltezone und psychologische Marke um 1.200 USD letzten Endes nicht verteidigen.

Mitte August war aus der mehrmonatigen Abwärtswelle dann jedoch ein Sturzflug geworden und die Lage in allen Zeitebenen extrem krass überverkauft. Gleichzeitig signalisierten die Sentimentwerte eine völlig überzogene Panikstimmung unter den Goldanlegern. Zudem präsentierte sich die Konstellation am Terminmarkt so bullisch wie seit fast 20 Jahren nicht mehr.

So kam es im frühen asiatischen Handel des 16.August 2018 bei 1.160 USD zum finalen Tief der Abwärtswelle und einer großen klaren Umkehrkerze. In der Folge konnte sich der Goldpreis zunächst jedoch nur sehr zaghaft erholen, denn nach einer ersten Erholungswelle bis auf 1.215 USD pendelten die Notierungen bis Mitte Oktober zwischen 1.185 USD und 1.210 USD knapp zwei Monate orientierungslos seitwärts. Rückblickend war dies aber eine klare Bodenbildung.

Erst am 11.Okotber sorgte eine große grüne Tageskerze schließlich für den Ausbruch nach oben. Letztlich wurde das Kursgeschehen dadurch aber vorläufig nur eine Etage höher in den Bereich zwischen 1.212 USD und 1.235 USD verlagert. Denn als ob das diesjährige Verwirrspiel noch nicht ausgereicht hätte, fiel der Goldpreis vier Wochen später dann sogar noch einmal bis auf 1.195 USD zurück. Der flache Aufwärtskanal konnte den Abverkauf aber auffangen.

Erst diese Tatsache sorgte seit dem 11.November für ein zunehmend besseres Bild beim Goldpreis. So konnten die Bullen in den letzten beiden Novemberwochen die 50-Tagelinie zurückerobern. Pünktlich zum ersten Dezember folgte dann ausgehend von 1.212 USD die bis gestern laufende Aufwärtswelle.

Wenige Stunden vor dem FED-Zinsentscheid am 19.Dezember konnte der Goldpreis schließlich erstmals seit dem 14.Juni seine 200-Tagelinie um 1.253 USD und damit ein erstes sehr wichtiges Kursziel wieder erreichen. Über die Feiertage konnten sich die Bullen problemlos oberhalb dieser immer noch fallende Durchschnittslinie halten.

Im Zuge der um sich greifenden Panik an den weltweiten Aktienmärkten ging es am 2.Weihnachtsfeiertag sogar noch bis auf 1.279 USD weiter nach oben. Damit erreichet der Goldpreis zum Jahresende die ehemalige Aufwärtstrendlinie, die nun aber natürlich einen massiven Widerstand darstellt. Damit war gestern eine klare kurzfristige Übertreibung zu beobachten, die sofort mit einer hässlichen Umkehrkerze bestraft wurde.

Insgesamt war am Goldmarkt in diesem Jahr auf der Long-Seite fast elf Monate lang wenig zu holen. Während die ersten drei Januarwochen kaum Chancen boten, mit einem vernünftigen Chance/Risiko-Verhältnis in das schnell steigende Kursgeschehen einzusteigen, konnten man als Trader eigentlich nur mit Spekulationen auf fallende Kurse ab Mitte April bis Mitte August von einer

nachhaltigen Trendbewegung profitieren. Das Tief Mitte August war zwar klar ersichtlich, führte aber zunächst nur zu einer zähen und verwirrenden Seitwärtsphase.

Erst in den letzten sechs Wochen kamen die Bullen aus ihrem Versteck und sorgten mit einem starken Finale zumindest für ein halbwegs versöhnliches Jahresende. Auffällig ist, dass der Goldpreis zwar an sich keine starke Performance ablieferte, im Vergleich zu den meisten anderen Anlageklasse aber unterm Strich relativ stabil blieb. Edelmetallinvestoren sind im Zuge des Crashs beim DAX und Co. daher mal wieder heilfroh, mit dem Gold einen stabilen Anker im Portfolio zu haben.


Gold in USD Monatschart:

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Im großen Bild fehlen weiterhin klare Hinweise auf ein Ende der fünfjährigen Seitwärtsphase. Zwar spricht vieles für eine langgezogenen Bodenbildung, den Beweis für einen neuen Bullenmarkt ist der Goldmarkt aber bislang schuldig geblieben.


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