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Diese Schwellenländer könnten von einem fallenden Dollar profitieren

03.02.2019  |  Frank Holmes
Das letzte Jahr war hart für Schwellenländer. Eine Vielzahl an Währungen befand sich unter starkem Druck, wobei einige von ihnen auf Rekord- oder beinahe Rekordtiefs gegenüber dem US-Dollar fielen. Weltweite Handelsspannungen, drohende Sanktionen, steigende US-Zinsen und höhere Ölpreise - bevor diese im Oktober begannen, abzustürzen - trugen ebenfalls zum Selloff bei. Von seinem 52-Wochenhoch ab Januar 2018 fiel der MSCI Emerging Markets Index zum Ende Oktober in den Bärenmarktbereich.

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Doch seitdem hat sich das Investitionsargument für Schwellenländer deutlich verbessert und weltweite Investoren spekulieren, dass der US-Dollar vor dem Hintergrund einer weniger aggressiveren geldpolitischen Straffung nachlassen wird. Das würde einen Teil des Drucks von den Schwellenländern nehmen, die höhere Importgebühren bezahlen müssen, wenn der US-Dollar stark bleibt. Zum 24. Januar verzeichneten die Aktienfonds der Schwellenländer über unglaubliche 15 aufeinanderfolgende Wochen hinweg positive Zuflüsse von mehr als 3 Milliarden Dollar.


Mobius und Gundlach bullisch gegenüber Schwellenländern

Einige bekannte Investoren haben kürzlich empfohlen, dass nun die Zeit gekommen sei, Schwellenländer im Auge zu behalten; unter ihnen auch Mark Mobius und Jeffrey Gundlach, Gründer von DoubleLine Capital und Goldbefürworter.

In einem Interview mit Bloomberg diesen Monat meinte Mobius, dass er Indien, Brasilien und die Türkei favorisiere, da sie seit dem Währungszusammenbruch im letzten Jahr eine "hervorragende Erholung" hingelegt hätten. Für eine Portfolio-Allokation in Schwellenländer empfiehlt er 30% in Indien; 30% in Lateinamerika, einschließlich Brasilien, Argentinien, Chile und Mexiko; 30% in osteuropäische Länder wie Polen, die Türkei und Rumänien; und den Rest in China und andere Teile Asiens.

Ein Teil von Mobius' Auswahl hatte es 2018 hart getroffen. Der türkische Borsa Instanbul 100 Index (BIST 100) ging im Jahresvergleich und in Dollar bepreist um 41% zurück. Dem argentinischen MERVAL Index erging es noch schlechter; dieser verlor etwas mehr als die Hälfte seines Wertes aufgrund außer Kontrolle geratener Inflation und Zinsen in Höhe von bis zu 60% - die höchsten der Welt.


Attraktiver osteuropäischer Handel

Das sich am besten entwickelnde Schwellenland 2018 war Russland, das nur 1,5% verlor. Das Land stellte sich nicht nur als äußerst resistent gegenüber höheren US-Zinsen und Handelsängsten heraus, sondern besitzt zudem auch attraktive Dividendensätze und starke Bewertungsunterstützung. Wie Sie unten sehen können, wurden die russischen Aktien zu sehr niedrigen 5,8-fachen Erträgen gehandelt, ein Nachlass von fast 50% gegenüber dem MSCI Index der 24 Schwellenländer. Die beiden osteuropäischen Länder, Türkei und Litauen, besaßen ebenfalls attraktive Bewertung bei 6,5 und 7,4.

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Auf annualisierter Basis war Russland während dieser 10-Jahresspanne ebenfalls ein guter Tipp und bot bis einschließlich 31. Dezember 2018 durchschnittliche 9,21%.

Zentral- und osteuropäische Ländern sollen in diesem Jahr um 3,4% wachsen. Das ist weniger als noch im Jahr 2018, doch stärkeres Wachstum als in Westeuropa und den USA.

Neben einem schwächeren US-Dollar sollten die Länder Zentral- und Osteuropas in diesem Jahr auch von einer vorteilhafteren Geldpolitik profitieren. Eine Vielzahl an Zentralbanken soll ihre Zinsen 2019 kürzen, einschließlich die der Türkei, was den Prozentsatz von 24% auf 18% reduzieren könnte, so Credit Suisse. Russland soll ebenfalls nachlassen, wenn auch nur um 50 Basispunkte.


© Frank Holmes
U. S. Global Investors



Der Artikel wurde am 30. Januar 2019 auf www.usfunds.com veröffentlicht und in Auszügen exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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