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Sind die Goldbullen naiverweise optimistisch?

08.03.2019  |  Kelsey Williams
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Leider taten das die meisten Leute nicht. Und der Großteil derer, die Gold besitzen, sind keine Trader. Das bedeutet, dass sie Gold verstehen und es für das wertschätzen, was es ist - reales, ursprüngliches Geld. In den meisten Fällen haben Sie Gold mehrere Jahre besessen, vielleicht sogar Jahrzehnte. Dennoch profitieren sie von ihren Beständen nicht.

Die meisten Menschen sehen höhere Preise als ein Zeichen dafür, dass der Wert zugenommen hat. Ein höherer Preis bedeutet, es muss wertvoller sein.

Das kann der Wahrheit entsprechen, wenn es um Unternehmen, kleine Geschäfte und gewerbliche Immobilien gibt. Doch nicht, wenn es um Gold geht.

Der Wert des Goldes ist konstant und unveränderlich. Es ist reales Geld, weil es die entsprechenden Kriterien erfüllt: 1) Zahlungsmittel, 2) Wertmaßstab, 3) Wertanlage.

Gold ist also das ursprüngliche Geld. Der US-Dollar und alle Papierwährungen ersetzen das ursprüngliche Geld, d.h. Gold. Und alle Papierwährungen werden durch ihre eigenen Regierungen und Zentralbanken zerstört und inflationiert.

Gold unterliegt keinen traditionellen Angebots- und Nachfragegesetzen.

Beinahe alles Gold, das jemals gefördert worden ist, befindet sich an der Oberfläche. Die jährliche Goldproduktion der Bergbaubranche macht nur 1% (manchmal etwas mehr) des gesamten Angebots aus.

Demnach fungiert das begrenzte, festgelegte Goldangebot als eine Einschränkung der Regierungen, die es bevorzugen, Geld aus dem Nichts heraus zu drucken. Was tatsächlich der Grund ist, warum Regierungen kein Gold mögen. Sie werden Ihnen erzählen, dass sie Papier bevorzugen, weil es praktischer ist. Und sie könnten argumentieren, dass Papier und Kredit "flexibler" ist. Nichtsdestotrotz sind andere Dinge neben Gold kein echtes Geld; und die Risiken etwas anderes zu verwenden als Gold sind exponentiell. Alle Papierwährungen sind zum Scheitern verurteilt.

Der Wert des Goldes liegt in dessen Verwendungszweck als Geld. Demnach ist sein Wert stabil und unveränderlich. Der heutige Goldwert entspricht demselben Wert wie vor 50 oder 100 Jahren, vor einigen Jahrhunderten. Und sein Wert wird in Zukunft nicht größer werden. Egal welchen Preis es in Dollar oder irgendeiner anderen Währung besitzt.

Der US-Dollar hat im letzten Jahrhundert mehr als 98% seiner Kaufkraft verloren. Das bedeutet, dass es heute 50- oder 60-mal so teuer ist, ähnliche Waren und Dienstleistungen zu erwerben wie vor 100 Jahren.

In anderen Worten: Ein Haus, das man in den 1920er Jahren für 20.000 Dollar hätte kaufen können - oder 1.000 Unzen Gold zu 20,00 Dollar je Unze - würde heute eine Millionen Dollar oder mehr kosten. (1.000 Unzen Gold zu 1.300 Dollar je Unze wären 1,3 Millionen Dollar und stellen einen Kaufkraftverlust von 98,3% des US-Dollar dar.)

Wenn wir zurück in die späten 1960er blicken, würde ein ähnliches Haus wahrscheinlich 40.000 Dollar kosten. Die Verdopplung dessen Preises über 45 Jahre hinweg entspricht einem Kaufkraftverlust von 50% des US-Dollar; dies korreliert mit einer Verdopplung des Goldpreises 1968 auf 41 Dollar je Unze.

Es gibt auf dem obigen Chart sechs wichtige Wendepunkte (1920, 1933, 1971, 1980, 2001 und 2011). Alle von ihnen fallen mit - und reflektieren - invers korrelierenden Wendepunkten des US-Dollarwertes zusammen.

Und wie wir klar sehen können, schaffte es Gold nicht, ein neues inflationsbereinigtes Hoch im Jahr 2011 zu bilden. Das ist absolut nachvollziehbar, da die Aufwärtspreisbewegung des Goldes das Ausmaß der stattfinden US-Dollar-Wertminderung reflektierte, die seit den 80er Jahren stattfand. Die Aufwärtspreisbewegung in den 70er Jahren hingegen spiegelte die US-Dollar-Wertminderung wider, die seit den vorherigen 40 Jahren stattfand - eine Zeitspanne, die doppelt so lang war.

Der sich verändernde Goldpreis ist kein Indikator für einen veränderlichen Wert. Der Wert des Goldes ist konstant und verändert sich nicht. Sein höherer Preis ist eine Widerspiegelung des konstanten Kaufkraftverlustes des US-Dollar.

Wenn sich der Goldpreis von hier aus verdoppeln und auf 2.600 Dollar je Unze steigen würde, dann wäre der wahre Grund dafür, dass der US-Dollar seinen langfristigen Rückgang ernsthaft erneuert hat. Ansonsten wird so etwas nie passieren.

Keine der anderen so genannten Fundamentaldaten, die zitiert, analysiert, diskutiert, erklärt (und ausgedrückt) werden, haben irgendeine Wirkung auf den Goldpreis. Keine von ihnen.

Das bedeutet, dass jegliche plötzliche Goldpreiserhöhung, die nicht von einem entsprechenden Rückgang des US-Dollarwertes begleitet wird, nicht standhalten wird.

Das Problem ist, dass der Großteil derjenigen, die meinen dies zu verstehen, noch immer glaubt, dass sie Millionäre werden, sollte Gold letztlich auf 3000 Dollar, 5000 Dollar oder 10.000 Dollar je Unze steigen. Nun, ja, das werden sie. Doch von Bedeutung wird das nicht sein.

Wenn der US-Dollar zusammenbricht und der Goldpreis auf 6.500 Dollar je Unze schnellt, dann würde das einen Kaufkraftverlust des Dollar um 80% widerspiegeln.

Das bedeutet, es würde fünfmal so viel kosten, die notwendigen Waren und Dienstleistungen zu erwerben, um Ihren Lebensstil beizubehalten. Sie würden Ihre "Goldprofite" benötigen, um die zunehmenden Preise bezahlen zu können. Sie werden nicht reich werden.

Und wenn der Dollar unter einer vollständigen Ablehnung leidet, dann wird der Preis jegliche Bedeutung verlieren. Würden Sie Ihr Gold gegen eine Milliarde Dollar Monopoly-Geld eintauschen?


© Kelsey Williams


Der Artikel wurde am 8. Februar 2019 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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