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Nur Gold hält der finalen Katastrophe stand

29.03.2019  |  Egon von Greyerz
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Unbegrenzte Möglichkeiten, Geld zu verlieren

In den nächsten Jahren bieten sich uns unbegrenzte Möglichkeiten, Geld zu verlieren. Letzte Woche schrieb ich über 3 Dutzend Gründe für den Kauf von Gold und über die Risiken für die Vermögensanlagen von Investoren. Mindestens 99,5% der Anleger sind sich der von mir geschilderten Risiken nicht bewusst, und das ist auf jeden Fall überraschend, weil diese Risiken zur größten Vermögenswertzerstörung der Geschichte führen werden.

In der Regel ist es so, dass sich die maximale Zuversicht dann einstellt, wenn der Markt Höchststände erreicht. Die kommenden Verluste an allen Anlagemärkten - ob nun Aktien, Anleihen oder Immobilien - werden die Investoren in einen Schockzustand versetzen. Denn effektiv betrachtet werden sie mindestens 75% ihre Anlagewerte und in den meisten Fällen vielleicht sogar mehr als 90% verlieren. Die drei Dutzend finanziellen, ökonomischen, politischen und geopolitischen Risiken werden dafür sorgen.

Das Problem ist, dass die Welt jetzt in eine Phase eintritt, in der Geldschöpfung und Defizitfinanzierung nicht mehr funktionieren werden. Es ist überhaupt ein Wunder gewesen, dass die Welt mit Falschgeld und Scheinversprechen so lange überleben konnte. Aber jetzt haben wir den Punkt erreicht, wo es nicht mehr möglich sein wird, alle Menschen permanent zu täuschen.


Rückkehr ins Mittelalter

Die Geschichte steckt voller Beispiele für Staaten, die Misswirtschaft betrieben hatten und somit das Geld ihrer Völker zerstörten. Das ist eher die Regel als die Ausnahme. Es gibt zahlreiche Beispiele für Länder, die unter ihrer eigenen Schuldenlast zusammenbrachen, doch der beste Vergleich für die heutige Weltsituation ist der Vergleich mit dem Römischen Reich, und zwar wegen dessen Größe. Über einen Zeitraum von 500 Jahren dominierten die Römer militärisch wie kulturell ein Gebiet, zu dem große Teile Europas, Nordafrika und Teile Asiens gehörten.

Wie es mit allen Imperien der Fall ist, trug auch das römische den Keim seiner Zerstörung in sich. Interessanterweise befindet sich die Welt jetzt an einem Punkt, an dem buchstäblich jedes Land diese zerstörerischen Keime in sich trägt. Nach dem Fall des Römischen Reichs brach das Mittelalter an, das 500 Jahre dauerte. Doch anders als beim Römischen Reich ist heute die gesamte Welt von der aktuellen Verschuldungs-, Defizit- und Verfallsperiode betroffen.

Zudem sind die Probleme um ein Vielfaches größer als vor 2.000 Jahren. Deshalb kann es als wahrscheinlich gelten, dass die Folgen des kommenden Zusammenbruchs der Weltwirtschaft sehr lange andauern könnten. Der Begriff "finsteres Mittelalter" wurde erst im 14 Jh. erfunden und auch die zukünftigen Historiker werden erst im Nachhinein wissen, ob die Welt jetzt in eine Zeit eintritt, die einer Rückkehr ins Mittelalter gleichen wird.

Sollte das der Fall sein, dann käme es zu einer kompletten Zerstörung des Finanzsystems und der Weltwirtschaft mit all ihrer Infrastruktur. Es käme dann auch zu Kriegen, Bürgerkriegen, gesellschaftlichen Zusammenbrüchen und einer drastischen Abnahme der Weltbevölkerung um mehrere Milliarden Menschen. Für die meisten Menschen muss das nach unrealistischer Angstmache und düsterster Prophezeiung von dramatischem Ausmaß klingen. Der intellektuelle Horizont der meisten Menschen reicht nicht zu solchen komplexen Fragen und langfristige Prognosen. Da ist es viel leichter, über den Brexit zu reden oder über die angeblichen Russland-Verbindungen von Trump.

Auf jeden Fall hoffen wir, dass diese katastrophalen Ereignisse nicht stattfinden werden. Allerdings wissen wir auch, dass die Risiken heute größer sind als jemals zuvor in der Geschichte. Wir werden erst im Nachhinein Bescheid wissen, wie schon im Fall des Mittelalters. Die älteren, heute noch lebenden Generationen werden nur noch den Beginn des Niedergangs mitbekommen, aber auch das kann dramatisch genug sein. Sicher ist zumindest, dass unsere Kinder und Enkel mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kein so begütertes und friedliches Leben führen werden, wie es der größte Teil der Welt seit 1945 genossen hat.

Es ist praktisch unmöglich, sich auf einen potentiellen, ausgedehnten Niedergang vorzubereiten. Wir können uns aber zumindest kurzfristig, auf absehbare Zeit vorbereiten und unsere Anlagewerte schützen.


Währungsentwertung ist ein 2.000 Jahre alter Betrug

Staaten und Regierungen haben eine große Trickkiste, um das Geld der Bürger zu stehlen.


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