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Gold in Euro nahe Allzeithoch - Jeder ist long

12.08.2019  |  Markus Blaschzok
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Sollte ihm es irgendwie gelingen die Rezessionsängste noch einmal für einige Zeit zu zerstreuen, so dürfte sich der Angsttrade auflösen und das Goldilocks-Umfeld könnte ein letztes Mal erstarken, was den Goldpreis bis nach den Wahlen unter dem starken Widerstand bei 1.550$ je Feinunze halten könnte.

Auf der anderen Seite scheinen die westlichen Regierungen die Kontrolle über den Goldpreis langsam zu verlieren. Über fast sechs Jahre bildete sich ein Boden beim Goldpreis in US-Dollar aus und der Widerstand bei 1.350$ wurde nun letztlich durch die radikale Wende in der Geldpolitik überwunden. Die Zentralbanken der souveränen Staaten kauften im zweiten Quartal 374 Tonnen Gold und die westlichen Notenbanken scheinen dem, sowie der gestiegenen Investmentnachfrage, nicht mehr mit physischen Verkäufen bei Preisen unter 1.350$ begegnen zu können.

Die Regierungen müssen den Preisanstieg nun gemächlich in Schritten zulassen, um mit weniger physischer Ware den weiteren Preisanstieg managen zu können, da die Bestände in den Tresoren FED sonst zu schnell abfließen würden. Die neue Goldhausse da ist, wie ich bereits im Januar, nach dem Wechsel in der Geldpolitik, verkündet hatte.

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Die souveränen Staaten kauften in diesem Jahr historisch hohe Mengen Gold


Nicht nur die Gold-ETFs erfuhren starke Zuflüsse, sondern auch die physisch gedeckten Silber-ETFs. Seit Anfang Juni flossen in diese über 2.500 Tonnen, da Investoren mit einer Aufholjagd des Silberpreises zum Gold rechnen. Das Gold/Silber-Ratio ist mit 89 denkbar günstig für Silber. Kann der Goldpreis weiter ansteigen in den kommenden Jahren, so wird auch sehr viel Investmentnachfrage in den engen und kleinen Silbermarkt laufen.

Silber dürfte dann deutlich stärker ansteigen als der Goldpreis und das Ratio fallen. Ein Ratio von 30 halten wir in den nächsten Jahren für durchaus möglich, sodass der Silberpreis vom aktuellen Niveau aus bis zu 200% stärker steigen könnte als der Goldpreis. Silber bietet damit einen Vorteil bei geringem Risiko zum Gold, weshalb man diese Chance ergreifen und Silber kaufen sollte.

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Silber ist zum Gold deutlich unterbewertet und bietet daher aktuell einen dreifachen Hebel zum langfristigen Anstieg des Goldpreises



Technische Analyse zu Gold - Gold mit Anstieg über 200$ in zwei Monaten!

Bisher nur einmal extremer in der Geschichte

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitments of Traders)

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 33 auf 41 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 verringerte sich von 51 auf 61 Tage. Der Preisanstieg von 55$ erfolgte zu einem guten Teil durch ETF-Käufe und somit physische Nachfrage, sodass der Ausbau der Spekulation am Terminmarkt relativ gering war für einen Preisanstieg dieser Größe. Der CoT-Index fiel auf 2 Punkte und ist damit im Verkaufsbereich. Nur nach den politischen Ereignissen des Brexits und Trumps Wahl zum Präsidenten gab es eine ähnliche Flucht in den Goldmarkt. Eine Manipulation gab es, doch vermutlich erst in der Nähe des Widerstands bei 1.500$.

Insgesamt ist das Sentiment so bullisch wie nur sehr selten in der Geschichte, sodass eine schnelle starke Korrektur des Preisanstiegs nun jederzeit möglich ist. Alle glauben aktuell, der Preis würde immer weiter ansteigen. Aktuell reichen daher schon stagnierende Preise, um bei den kurzfristigen Tradern Gewinnmitnahmen auszulösen. Die ETF-Zuflüsse werden in den nächsten Wochen entscheiden, ob sich relative Stärke beim einem Goldpreis auf hohem Niveau zeigen wird oder ob die Spekulation über die Amplitude beim Goldpreis abgebaut werden muss.

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Nur selten in der Geschichte waren die Spekulanten so einseitig für weiter steigende Preise positioniert


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Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Position der Spekulanten nun im deutlich roten Bereich befindet
Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf www.blaschzokresearch.de




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