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Palladiumpreis explodiert auf über 2.500 $ - kein Ende des Anstiegs in Sicht! Goldanalyse

20.01.2020  |  Markus Blaschzok
Der Palladiumpreis stieg vergangene Woche an einem einzigen Tag um 9,4% auf 2.530 $ je Feinunze. Dies war der stärkste prozentuale Anstieg des Edelmetalls seit 2001. Der Chart sieht zwar wie eine Blase aus und mag es womöglich auch langfristig sein, doch ist und bleibt der Hauptpreistreiber ein realer physischer Versorgungsengpass, der sich schon über die letzten Jahre aufgebaut hat. Zuletzt hatte sich die Situation noch verschärft, da die Produzenten in Südafrika zusätzlich mit einer unsicheren Stromversorgung und ständigen Black Outs zu kämpfen haben. Südafrika produziert rund 38% des weltweiten Angebots, doch fiel die Minenproduktion im November zum Vorjahr um 13,5%.

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Der Palladiumpreis steigt wie eine ballistische Rakete in den Himmel


Gleichzeitig stieg die Nachfrage in der Automobilindustrie um 30% aufgrund höherer Umweltstandards, obwohl die absoluten PKW-Absatzzahlen rückläufig waren. Der starke Preisanstieg bei gleichbleibenden Kosten bescherte den Minen riesige Gewinne, weshalb sich die Aktie des Top-Produzenten „Sibanye Gold“ in den letzten 12 Monaten fast vervierfachte.

Die Palladium ETF-Bestände hatten sich in den letzten fünf Jahren, im Zuge des Preisanstiegs, sukzessive geleert, da jene, die Palladium horteten, zunehmend Kasse gemacht und Gewinne eingestrichen hatten. Jetzt sind die ETF Bestände von 2,5 Millionen Unzen auf 600 Tsd. Unzen dahingeschmolzen und das Angebot versiegt, während neue spekulative Käufe in den ETFs getätigt werden, weshalb sich das Defizit am Markt aktuell weiter verschärft. Für 2020 und 2021 wird jeweils ein Defizit von 700 Tsd. Unzen erwartet und solange diese Situation anhält, kann der Preis auch noch deutlich höher ansteigen.

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Die ETF Bestände wurden abverkauft - es gibt keine Verkäufer mehr und der Engpass verstärkt sich


Die Industrie wird nach dem neuerlichen Preisanstieg versuchen Palladium noch schneller mit dem günstigeren Platin zu substituieren. Beide Edelmetalle haben ähnliche Eigenschaften, doch ist die Umstellung in der Produktion ein langwieriger Prozess, weshalb das fundamentale Defizit nicht so schnell von heute auf morgen verschwinden wird.

Das Ratio von Platin zu Gold zeigt den aktuell historisch hohen Palladiumpreis, der zuvor nur einmal, während der Manie in der Dot.com Millenniumhausse, so hoch zum Gold war. Das Ratio zeigt aber auch, dass alles was steigt, auch irgendwann wieder fallen wird, was insbesondere für den Rohstoffsektor gilt. Palladium dürfte langfristig wieder günstiger als Gold zu haben sein und das Ratio auf Sicht der nächsten Jahre wieder zu seinem Durchschnitt bei 0,6 zurückkehren. Ein langfristiges Investment in Palladium macht daher keinen Sinn, während kurzfristig noch weitere Preisanstiege möglich sind.

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Mit einem Ratio von 1,6 war der Palladiumpreis seit 2001 nicht mehr so teuer zu Gold



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