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Michael Pento: Zentralbanken der Welt halten Marktblase künstlich aufrecht

29.01.2020  |  Mike Gleason
Mike Gleason: Es ist mir nun ein Privileg, Michael Pento, Präsident und Gründer von Pento Portfolio Strategies, begrüßen zu dürfen. Michael ist ein bekannter Vermögensverwalter, Marktkommentator und Autor des Buches, The Coming Bond Market Collapse: How to Survive the Demise of the U.S. Debt Market. Er ist seit Jahren ein regulärer Gast bei uns und wir heißen seine fantastischen Einblicke immer wieder willkommen.

Michael, ich danke Ihnen für Ihre Zeit heute und willkommen zurück.


Michael Pento: Es ist mir immer wieder ein Vergnügen, mit Ihnen sprechen zu dürfen. Ich danke Ihnen, dass Sie mich eingeladen haben.


Mike Gleason: Nun, wir haben es schwer, große Aufwärtsbewegungen der Metallpreise zu beobachten, bis nicht eines von zwei Dingen passiert. Beginnen wir doch an dieser Stelle. Das erste Ereignis wäre eine Erholung und Nachfrage nach sicheren Häfen. Unserer Meinung nach gibt es viel zu viel Bequemlichkeit unter den Investoren angesichts der aktuellen Umstände; die Bewertungen am Aktienmarkt sind himmelhoch.

Nun steht uns eine Wahl bevor und es gibt zumindest eine geringe Chance, dass unser nächster Präsident ein bekennender Sozialist wird. Das scheint nicht die Zeit für Investoren zu sein, sich vollkommen dem Risikohandel zu verschreiben, doch die einzige Sache, die scheinbar zählt, ist die Fed. Sie werden alles Mögliche tun, um die Party an den Aktienmärkten am Laufen zu halten.

Doch was sind Ihre Gedanken? Werden die Märkte bald einen Weckruf erhalten oder wird die Fed die vollständige Kontrolle für die absehbare Zeit wahrscheinlich beibehalten? Lassen Sie uns hiermit beginnen.


Open in new windowMichael Pento: Was für eine großartige Frage. Das ist tatsächlich die 20-Billionen-Dollar-Frage. Ich meine: Kann der Markt die Gravitationskraft weiterhin aushebeln? Denn das ist es, was er tut, daran besteht kein Zweifel. Betrachten wird das Verhältnis des Gesamtmarktanteils gegenüber BIP - ich verwende Wilshire 5000, in dem keine 5.000 Aktien mehr vorhanden sind. Es sind vielleicht noch 3.500, doch das ist der breiteste Maßstab für Aktien, deren Marktanteil, gegenüber der zugrundeliegenden Wirtschaft. Das Verhältnis beträgt nun 155%.

Mit Ausnahme von März 2000, als es sich bei 145 der 148 befand, befand es sich niemals nahe dieses Wertes. Das durchschnittliche Verhältnis ist 0,8%... 80% oder 0,8 im Verhältnis. Also 155%, 1,55% über dem Niveau, bei dem sich die zugrundeliegende, unterstützende Wirtschaft befindet. Mit Ausnahme dieser epischen Blase des NASDAQ-Debakles, als der NASDAQ 80% seines Wertes verlor, befand es sich niemals nahe dieses Niveaus.

An diesem Punkt befinden wir uns also derzeit. Wir haben den S&P 500; die jährlichen Einnahmen werden negativ sein. Margins schrumpfen. Vier aufeinanderfolgende Quartale negativen Ertragswachstum je Aktie und die Profitmargen nehmen ab. Das ist der überbewertetste Markt, den diese Welt jemals gesehen hat. Und trotzdem fragen wir uns, wie lange dieser noch anhalten kann? Nun, denken Sie darüber nach. Die Fed meinte, dass man im Dezember 2018 die Zinsen erhöhen würde. Erinnern Sie sich daran, dass Jerome Powell sagte: "Hey, wir erhöhen die Zinsen bis auf 3,5% des US-Leitzinses und werden unsere Bilanz weiterhin reduzieren. Wir werden quantitative Straffung fortsetzen." Wie lange dauerte das an, Mike?

Sie machten eine panische Kehrtwende, senkten die Zinsen auf 1,5% der Übernacht-Kreditkosten für Banken und kehrten zu QE zurück. Jeden Monat wird Geld im Wert von 60 Milliarden Dollar gedruckt und darüber hinaus gibt es auch eine Repo-Erleichterung. Hunderte von Milliarden Dollar, die versuchen, die Geldmärkte liquide zu halten. Die Bilanz der Fed sollte also zurück auf ein normales Niveau reduziert werden. Es sollte zurück auf 800 Milliarden Dollar gesenkt werden, doch was ist passiert? Es wurde seit Mitte September um eine halbe Billion Dollar erhöht.

Warum befindet sich der Markt also in einer Blase? Warum wird die Blase größer? Der Grund dafür ist die Tatsache, dass die Federal Reserve, die EZB, die Bank of Japan, die Bank of India und die People's Bank of China panisch darum bemüht sind, diese künstliche Blase am Leben zu halten. Die Frage ist nur, wann das enden wird.

Das verrate ich Ihnen. Ich kann Ihnen zwar nicht das genaue Datum sagen, doch ich habe ein Modell, das wir verrät, wann ich eine Short-Position gegenüber dem Markt einnehmen sollte. Und glauben Sie mir, der Crash wird etwas sein, das wir bisher noch nie zu Gesicht bekommen haben. Es könnte das NASDAQ-Debakel von 2000, von 2000 bis 2002, in den Schatten stellen.

Ich erwarte einen Bust der Rendite hochrentierlicher Anleihen. Wenn die Rendite dieser Anleihen implodiert, dann ist das der Kern der Krise. Und wann wird der Markt hochrentierlicher Anleihen implodieren? Wann immer die USA eine Rezession betreten und/oder - weil es beides sein könnte - sich Inflation verselbstständigt. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Markt implodieren wird. Dann werden unsere Augen geöffnet werden. Das ist der Zeitpunkt, an dem wir hoffentlich eine Menge Geld für unsere Investoren machen werden, während das Chaos auf der Welt herrscht.


Mike Gleason: Bleiben wir beim Aktienmarkt. Sie haben erst kürzlich einen Artikel über Zombie-Unternehmen veröffentlicht. Was wir derzeit an den Aktienmärkten beobachten, ist wahrhaft unglaublich. Sie sprechen darüber, die Gravitationskraft auszuhebeln. Das ist eine großartige Weise, dies zu erklären. Sie beobachten in diesem Artikel, dass die Aktien Rekordhochs erreicht haben, doch dass 40%, fast die Hälfte der notierten Unternehmen Geld verliert.

Und 97% der CFOs erklärten in einer Umfrage, die von Deloitte veröffentlicht wurde, dass ein Abschwung entweder bereits begonnen hat oder dieses Jahr beginnen wird. Sprechen Sie doch ein wenig über die vollkommen fehlende Verbindung zwischen Aktienkursen und der Realität.



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