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Es wird nichts mehr, wie es war

03.04.2020  |  Prof. Dr. Eberhard Hamer
Das Corona-Virus hat die ganze Welt erfasst und die größte Finanzblase aller Zeiten sowie den daraus entstandenen künstlichen Wirtschaftsboom plötzlich aufreißen lassen.

Der Verfasser galt seit 2000 als Crash-Prophet ("Was tun, wenn der Crash kommt?", 2000). Er hat die künstlichen Verzerrungen unseres Wirtschafts- und Finanzsystems ständig kritisiert, aber immer mit einem systemimmanenten Crash gerechnet. Dass nun dieser Crash von außen durch eine Pandemie kam, war nicht vorauszusehen.

Somit überlagern sich weltweit zwei Schockwellen: Die Gesundheitskrise und die Wirtschaftskrise. Beide sind stärker als alle Krisen vorher. Beide verstärken sich gegenseitig und werden die größte Zwangskorrektur unserer globalisierten Weltwirtschaft und unseres gesellschaftlichen Lebens bringen. Nichts wird in Zukunft so sein wie bisher.

Die Crash-Forscher des Mittelstandsinstituts Niedersachsen sehen nun zwei Aufgaben vor sich:

1. Was sollen alle Beteiligten in dieser Doppelcrash-Situation tun, um sich zu retten bzw. die Crash-Folgen zu reduzieren?

2. Die Corona-Krise wird vielleicht ein Jahr, die Weltwirtschaftskrise dagegen mehrere Jahre dauern. Wie sieht die Welt danach aus? Wie können wir uns auf die Zukunft einrichten?

Es war sicher richtig von der Politik, die Bevölkerung und Verbraucher zum Abstand zueinander zu zwingen und Massenveranstaltungen zu verbieten. China hat gezeigt, dass man damit das Virus eindämmen und reduzieren kann.

Falsch war jedoch, den Verbrauchern vorzumachen, das Ende des gesellschaftlichen Lebens sei nur kurzfristig nötig. Es wird Monate dauern, bis das Virus eingedämmt ist und das gesellschaftliche Leben wieder aufgenommen werden kann.

Der Quarantäne-Schock zeigt uns nun, dass
  • die akute Lebensgefahr des Virus uns viel unmittelbarer trifft als die von den grünen Untergangspropheten behaupteten Weltgefahren in Jahrhunderten,

  • die meisten Menschen mehr in den Tag hineingelebt als vorgesorgt haben und sich nun mit Recht vor Versorgungsschwierigkeiten, Schuldendruck, Arbeitslosigkeit und Verarmung fürchten,

  • die bisher wirtschaftliche Vorzugstellung der Alleinlebenden durch die gezwungene Isolierung plötzlich umschlägt: Wer Familie hat, lebt in der Quarantäne aufgehobener als derjenige, der alleinsteht. Familie und Risikogemeinschaft zu haben wird wieder zum Lebenswert.

  • Die Scheinwerte wie Feminismus, Genderwahn, Gleichgeschlechtlichkeit, Globalisierung, Klimawahn, "Multi-Kulti" o.a. zeigen sich als Scheinwerte, welche in der Krise untergehen und sich als nicht tragfähige Ideologien erweisen. Ohne Lebenswerte und Leitideen für ihr Leben können aber die Menschen nicht sinnvoll leben. Die Krise bringt also auch einen Wertewandel zu neuen verbindlichen Lebenswerten, die voraussichtlich wieder in den alten Werten von Glaube, Religion, Nächstenliebe, Solidarität, Familie und den Preußischen Tugenden liegenwerden.

  • Der Crash wird die wirtschaftliche Berechtigung der Berufe überprüfen. Unökonomische Wohlstandsberufe wie Gleichstellungsbeauftragte, Öko-Funktionäre, Berufsdemonstranten, ein großer Teil der strittigen Kulturszene und der Touristik werden schrumpfen und Mitarbeiter entlassen. Das Mittelstandsinstitut rechnet mit Millionen Entlassungen aus solchen Boom-Luxusberufen und mit Verarmung dieser Beschäftigten.

  • Wenn die große Geldblase durch De- und Inflation sowie Währungsreform geplatzt ist, wird sich zeigen, wie arm die Mehrheit unserer Bevölkerung real ist, sind jährlicher Urlaub, Restaurantbesuche und ein großer Teil des Vergnügungsapparates vorbei, geht es wieder um Existenz statt um Spaß.

  • Wenn die Virus-Krise noch länger anhält, verlieren die Menschen ihre Ersparnisse. Zusätzlich wird die Wirtschaft Millionen Mitarbeiter entlassen. Immer mehr Menschen werden deshalb von öffentlicher Fürsorge statt von Einkommen leben müssen. Die ökonomische Produktivität schüttelt so nicht nur die Berufe, sondern auch die Gesellschaft durcheinander und hinterlässt Millionen von Verlierern.

  • Die Verlierer dieser Krise werden den herrschenden Politikern die Schuld an ihrer Armut zuschieben und nicht zugeben wollen, dass sie zu lange diese Politiker selbst gewählt haben, also mitschuldig geworden sind.

Wir stehen also durch die Doppel-Krise vor nicht nur gesundheitlichen, sondern auch dramatischen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen - mehr noch als in der ersten Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre.

Die Menschen rufen zurzeit nach dem Staat um Hilfe und erwarten von ihm, dass er die Gesundheitskrise steuert und löst, dass er Unternehmen am Leben erhält und Arbeitslosigkeit verhindert. Daran ist richtig, dass der Staat das Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten und für die Gesundheit der Bevölkerung zu sorgen hat. Nur deshalb erduldet auch die Bevölkerung Zwangsmaßnahmen, welche mit der Gesundheit begründet werden, aber eigentlich langfristig die Freiheit der Bürger zugunsten der Funktionärsherrschaft begrenzen sollen.


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