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Gold - Warum eine 2. Welle droht

26.06.2020  |  Robert Schröder
In diesen Tagen ist in diversen Ländern immer wieder die Rede von einer möglichen 2. Corona-Infektionswelle. Und auch an der Börsen bei den klassischen Indices DAX & Co. mehren sich die Stimmen, die vor einer zweiten Abwärtswelle warnen. Auch in Sachen wirtschaftlicher Entwicklung sind sich bei Weitem nicht alle Volkswirte einig, dass die Talsohle bereits durchschritten ist. Einzig beim Gold spricht so gut wie niemand über eine zweite Welle. Genau das könnte sich aber als großer Fehler erweisen!

Gegenüber der letzten Analyse vom 23. Mai "Gold steht auf sehr wackligen Füßen!" ist beim Goldpreis charttechnisch kaum etwas passiert. Nach einem kurzen Absacker auf 1.670 USD, die Anfang Juni erreicht wurden, robbt sich Gold seitdem wieder nach oben. In dieser Woche wurden nun abermals neuen knappe Jahreshochs erreicht, die jetzt bei 1.779 USD zu finden sind.

Darüber könnten sich Anleger jetzt freuen, doch mit Blick auf die Charts gibt es so gut wie keine positiven Aspekte. Jedenfalls dann nicht, wenn man sich mal bequemt die rosarote Gold-steigt-jetzt-auf 3.000-USD Brille abzunehmen.

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Trotz der höchsten Goldkurse seit Oktober 2012 lässt die Dynamik der letzten Wochen sehr zu wünschen übrig. Seit dem Aprilhoch ging es für Gold lediglich um 1,8% nach oben. Seit dem Februarhoch um gut 5,3%. Besonders seit April scheint Gold mehr in einer Seitwärtsbewegung festzuhängen als einen neuen Aufwärtstrend zu etablieren. Zudem übertreffen die jeweils neuen Hochs die alten immer nur um wenige US-Dollar. Eine dynamische Aufwärtsbewegung sieht eindeutig anders.

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Wie schon zuletzt an dieser Stelle geschrieben befindet sich Gold seit Februar, also seit Komplettierung des 5-teiligen Aufwärtsimpulses, in einer ABC-Korrektur. Aufgrund der eher schwammigen Kursstruktur besonders seit April mit entsprechender Wellenüberschneidung, ist davon auszugehen, dass hier noch immer eine überschießende B-Welle läuft, deren jüngstes neues knappes Hoch erneut von einer massiven Divergenz beim RSI-Indikator begleitet wurde.

Gold-Anleger sollten sich vor diesem Hintergrund also nicht zu sicher fühlen. So gut wie niemand spricht derzeit von einer zweiten (Abwärts)welle bei Gold. Der Fokus liegt hier eher auf weiter steigenden Kursen. Ein nochmaliger Crash-artiger Abverkauf wie im März scheint unvorstellbar.

Kurzfristig könnte Gold noch etwas weiter steigen. Bei ca. 1.780/1.800 USD wird allerdings die diagonal verlaufende Widerstandslinie erneut zum Problem. Die letzten Pullbacks waren eher harmlos. Das könnte sich jedoch mit der noch fehlenden C-Welle im weiteren Verlauf des Sommers schnell ändern.

Schon Kurse unterhalb von 1.740 USD und erst recht unter dem Juni-Tief bei 1.670 USD könnten der Aufwärtsbewegung ein Ende bereiten. Gold könnte anschließend in der Tat in eine neue Abwärtswelle übergehen und dabei Kurse von ca. 1.450 bis 1.350 USD. Dort besteht dann die reelle Chance auf einen großen Boden, der dann für eine weitere Rallybewegung genutzt werden könnte.


© Robert Schröder
www.Elliott-Waves.com


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