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Achtung vor diesen falschen, "inflationsgeschützten" Investitionen

26.09.2020  |  Stefan Gleason
Die Federal Reserve bekräftigte kürzlich ihre Bemühungen einer präzedenzlosen Kampagne zur Inflationserhöhung. Im Speziellen zielt die Fed darauf ab, die Inflationsrate über einen längeren Zeitraum über 2% zu befördern. Das Risiko für Investoren ist, dass Zentralbanker in ihrer Mission Erfolg haben, die Währung noch rapider abzuwerten - vielleicht sogar rapider als gewollt oder in den offiziellen Inflationsdaten anerkannt.

Inflation ist eine ätzende Kraft, die am Realwert von Ersparnissen und Investitionen nagt. Es ist vielleicht die größte Bedrohung am Horizont für Millionen Rentner, die zu Assets übergegangen sind, die als "konservativ" vermarktet werden - wie in Dollar ausgezeichnete Geldmarktkonten, Anleihen und festverzinsliche Produkte.

Investoren, die sich der Inflationsbedrohung bewusst sind, wissen, dass Finanzinstrumente mit niedriger Rendite besonders anfällig für realen Wertverlust sind. Doch diejenigen, die auf der Suche nach Schutz vor Inflation sind, können noch immer in Schwierigkeiten geraten, wenn sie zu falschen, "inflationsgeschützten" Assets fliehen. Vorsicht vor dem Folgenden:


Inflationsgeschützte Staatsanleihen (TIPS)

Auch wenn es ihnen relativ besser als konventionellen, festverzinslichen Anleihen ergehen könnte, so sind TIPS fehlerhaft. Sie werden an den eigennützigen Consumer Price Index der Regierung gekoppelt, der die Verbraucherpreise der echten Welt tendenziell unterbewertet.


Ausländische Währungen

Assets, die in ausländischen Währungen ausgezeichnet sind, können von einem Rückgang des US-Dollar an Devisenmärkten profitieren. Doch ausländische Fiatwährung ist kein sicherer Schutz vor Inflation. Es gibt keine wirklich sichere, nationale Währung da draußen. Die Tatsache, dass eine von ihnen gegenüber einer anderen über eine Zeitspanne hinweg steigt, bedeutet nicht, dass sie nicht preisbereinigt an Wert verliert.

Zentralbanken auf der Welt betreiben kompetitive Abwertung und Fiatwährungen sind gegenüber Gold gefallen. Wenn eine Währung gegenüber einer anderen über eine Zeitspanne hinweg an Stärke gewinnt, bedeutet das nicht, dass sie an Kaufkraft gewinnt - sie entwickelt sich wahrscheinlich nur weniger schlecht als die anderen.


Kryptowährungen

Einige Bitcoin-Enthusiasten bezeichnen Kryptowährung als "digitales Gold." Damit liegen sie jedoch falsch. Während Bitcoin sicherlich an Nutzen und Wert besitzt, ist es nur ein digitales Asset ohne fassbare Deckung. Des Weiteren gibt es keine Einschränkung der Anzahl konkurrierender, digitaler Währungen, die erschaffen werden können. Kryptowährungen können explosives Aufwärtspotenzial besitzen, haben jedoch auch ein großes Abwärtsrisiko - ungeachtet der Inflationsrate.


Rohstoffinstrumente

Theoretisch ist der Besitz eines Warenkorbes an Rohstoffen eine gute Absicherung gegen Inflation. Praktisch möchten Sie wahrscheinlich aber keine Fässer mit Öl oder Büschel Weizen in Ihrem Keller einlagern! Das bedeutet, dass Sie spekulative Derivatinstrumente besitzen müssen, die oftmals schrecklich dabei scheitern, die Preisentwicklungen der zugrundeliegenden Rohstoffe zu verfolgen. Rohstoff-Futures, ETFs, etc. sind nur für kurzfristige Spekulationen geeignet, keinen langfristigen Inflationsschutz.


Gold- und Silberbergbauaktien

Bergbauunternehmen können stark von steigenden Metallpreisen profitieren. Doch sie sind ebenfalls anfällig für steigende Energie- und Arbeitskosten, gehen mit politischem Risiko und der Gefahr schlechten Managements einher. In einer Finanzkrise können sie instabil werden. Sicher, Bergbauunternehmen können eine Rolle im Inflationsschutzportfolio eines aggressiven Investors spielen, sind jedoch kein Ersatz für den Besitz physischer Edelmetalle.


Sammlermünzen

Investoren, die das Bedürfnis verstehen, etwas physische Edelmetalle als Teil einer Inflationsschutzstrategie zu besitzen, können noch immer einen großen Fehler begehen, wenn sie teure Sammlermünzen kaufen. Die hohen Sammleraufpreise, die mit Sammlermünzen einhergehen, werden nicht notwendigerweise mit der Inflation steigen oder mit dem Anstieg des Spotmetallpreises mitgehen.


Hartwährung ist die ultimative Inflationsabsicherung

Gold ist ein zeitloses, unveränderbares Asset, das noch immer von vielen Zentralbanken gehalten wird. Der ehemalige Vorsitzende der Federal Reserve, Alan Greenspan, meinte einmal:

"Mehr als zwei Millennia wurde Gold praktisch unumstritten als Zahlung akzeptiert. Es setzte niemals die Kreditgarantie einer dritten Partei voraus... Heute hängt die Akzeptanz von Fiatgeld - Währung, die nicht durch ein Asset mit innewohnendem Wert gedeckt wird - von der Kreditgarantie einer Nation ab, die mit effektiver Besteuerungsmacht ausgerüstet ist; eine Garantie, die in Krisenumständen nicht immer der universellen Akzeptanz von Gold entsprach."

Aus diesen Gründen stellen Gold und Silber unverzichtbare, langfristige Absicherungen gegen Inflation und politische/finanzielle Unruhe dar. Über die Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte hinweg bleibt die Kaufkraft von Gold und Silber tendenziell relativ konstant. Der Haken ist, dass die Edelmetallmärkte die Inflation nicht immer kurzfristig verfolgen. Sie können starke zyklische Rückgange über Zeitspannen verzeichnen, in denen andere Assetklassen steigen.

Natürlich können sie auch hohe Gewinne verzeichnen, wenn konventionelle Märkte im Sinkflug sind - das macht sie für angemessene Portfoliodiversifikation essentiell. Laut dem World Gold Council stieg der Goldpreis in Jahren, in denen die Inflationsrate über 3% stieg, durchschnittlich um 15%. Silber besitzt das Potenzial, sich in einem Umfeld steigender Inflation sogar noch besser zu entwickeln - und Haltern große Gewinne in realer Kaufkraft zu liefern. Wenn die Kaufkraft der Federal-Reserve-Note einbricht, dann wird Hartwährung letztlich glänzen.


© Stefan Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 21. September 2020 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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