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Das "Ende vom Anfang" der wirtschaftlichen Erholung

24.10.2020  |  Frank Holmes
"Widerstandsfähigkeit" war das Thema letzte Woche, als Marktdaten ans Licht kamen, die besser als erwartet ausfielen. Die Berichtssaison hat begonnen und bisher haben die Berichte die Untergangspropheten widerlegt. Selbst Branchen, die vom Wirtschaftsabschwung am schwersten getroffen wurden, einschließlich Flugbranche, drücken ihren Optimismus aus, dass wir am "Ende des Anfangs" stehen, was die Erholung von der schlimmsten Gesundheitskrise der letzten 100 Jahre angeht.

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Das war die Meinung von Scott Kirby, CEO von United Airlines, der letzte Woche Winston Churchill zitierte. Dino Michael, Kopf von Hilton Worldwide, ist ebenfalls optimistisch. Die Einzelhandelsverkäufe in den USA zeigten großartige Widerstandsfähigkeit und stiegen fünf aufeinanderfolgende Monate an. Im September wuchsen die Verkäufe auf erstaunliche 1,9% im Vergleich zum Vormonat, der höchste Wert seit Juni.

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Mit Ausnahme einer von 13 Kategorien verbesserten sie sich alle, wobei Kleidung, Sportwaren und Automobile die Führung übernahmen.Verkäufe bei Baumärkten und Dekoläden waren ebenfalls stark. Wenn Sie am Amazon Prime Day teilnahmen, dann hat Sie das sicherlich nicht überrascht. Das zweitägige Event, das letzten Mittwoch beendet wurde, war das größte Verkaufsevent für klein- und mittelständige Unternehmen überhaupt, so der Einzelhandelsgigant Amazon. "Verkäufer verzeichneten rekordbrechende Verkäufe, die in 19 Ländern 3,5 Milliarden Dollar überstiegen", so Amazon in einer Pressemitteilung.


Deutliche Verbesserung der Luxusverkäufe

Die Luxusindustrie hat beeindruckende Widerstandsfähigkeit bewiesen. Führender Luxusgüterproduzent LVMH Moet Hennessy Louis Vuitton verzeichnete letzte Woche Ergebnisse, die besser als erwartet ausfielen. Die Umsätze in Q3 stiegen im Vergleich zum zweiten Quartal um 63% auf fast 14 Milliarden Dollar, bisher starke Zahlen für 2020. Das Konglomerat, ein Branchenführer, der mindestens 75 weltweite Marken besitzt, hat ehrgeizige Schätzungen von 17,4 Milliarden Dollar in Verkäufe für Q4 angegeben. Sollte diese Zahl erreicht werden, wäre dies ein quartalsweiser Rekord in der Geschichte von LVMH.

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Auch wenn der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um etwa 7% zurückgegangen ist, so verzeichnete LVMH zweistelliges Wachstum der Nachfrage nach Mode- und Lederartikeln; eine Zunahme um 12%. Das hochprofitable Louis Vuitton (LV) zeigte "exzeptionelles Momentum und Kreativität", während Christian Dior "ausgezeichnetes Momentum" zeigte, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Es ist nicht überraschend, dass Asien für den größten Anteil der verzeichneten Verkäufe von LVMH in den ersten Monaten dieses Jahres verantwortlich war. Einer von drei Dollar wurde in Asien für Luxusgüter von LVMH ausgegeben. Die USA stellen 24% aller Verkäufe dar.

Verkäufe in China "blieben extrem stark", so US-Schmuckunternehmen Tiffany, das diese Woche ebenfalls positive, vorläufige Verkaufszahlen für August und September verzeichnete. Betriebliche Erträge nahmen um 25% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2019 zu, wobei sich die positiven Verkaufstrends diesen Monat fortsetzten. Tiffany befindet sich in einer rechtlichen Fehde mit LVMH, was die Bedingungen der Akquisition angeht.

Wie ich bereits hervorgehoben habe, sind die chinesischen Verbraucher nun die weltweit größten Käufer von Luxusgütern, wobei drei Viertel aller Käufe während Überseereisen getätigt wurden. "Chinas Appetit nach großen Marken" wie LV, Dior und Moet Hennessy "erscheint unersättlich", so Verbraucherproduktanalyst bei Bloomberg, Deborah Aitken, am 15. Oktober.

Die Pandemie hat offensichtlich die internationale Flugindustrie gestört, was sich ebenfalls auf den Luxushandel ausgewirkt hat - vor allem was zollfreien Einzelhandel in Flughäfen angeht. Vor der Gesundheitskrise waren die Flughäfen die Luxushandelskanäle, die nach dem Online-Handel am zweitschnellsten wuchsen, so Vogue Business. Viele Einzelhändler bauten ihre Präsenz in Flughäfen aus und verzeichneten dort in den letzten Jahren höhere Erträge als in traditionellen Läden.



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