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Goldaktien enttäuschen weiterhin

01.11.2020  |  Kelsey Williams
Anscheinend werden Investoren es niemals müde, dasselbe zu hören; und ihre Berater liefern freiwillig denselben, fragwürdigen Rat: "Die beste Möglichkeit, diesen neuen Bullenmarkt in Gold zu nutzen, ist es, Goldaktien zu kaufen" oder so etwas. Sind Goldaktien eine bessere Wahl als Gold an sich? Lassen Sie uns das herausfinden. Vor vier Jahren, 2016, schrieb ich das Folgende:

"Der diesjährige Umschwung der Goldbergbauaktien half dabei, die Hoffnungen und Träume der Investoren anzukurbeln, die darum "wetteten", dass ihr langes, quälendes Warten auf euphorische, exponentielle Gewinne vorbei ist. Sie glauben weiterhin, dass die Zukunft der Goldbergbaubranche rosig ist. Leider liegen sie wahrscheinlich falsch."

Kurz vor Veröffentlichung dieses alten Artikels verzeichnete der HUI-Goldaktienindex eine Spitze bei fast 300, nachdem er sich im Januar des Jahres verdreifachte. Der Anstieg der Goldaktienkurse überstieg die Zunahme des physischen Goldpreises. Gold an sich stieg von 1.070 Dollar auf 1.370 Dollar, um 28%. Das ist nett, jedoch nicht annähernd so gut wie die Zunahme um 200% der Goldaktien. Hier zwei Charts. Der erste Chart stellt einen fünfjährige Hintergrund der HUI-Preise dar; der zweite Chart einen fünfjährige Hintergrund des physischen Goldpreises...

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Die Zunahmen der Goldaktien und des physischen Goldes von Januar bis August 2016 sind in den Charts offensichtlich. Doch die Entwicklung von August 2016 erzählt uns etwas anderes als das, was wir vielleicht erwartet hätten. Die Goldaktien entwickelten sich bei Weitem schlechter als das gelbe Edelmetall. Während Gold in den vergangenen vier Jahren um 40% stieg, verzeichneten die Goldaktien nur eine Zunahme um etwa 13%. Eine schlechtere Leistung der Goldaktien gegenüber Gold sollte nicht unerwartet sein. So etwas gab es bereits seit Jahrzehnten und kann in den unteren Charts beobachtet werden. Der erste Chart zeigt das Verhältnis zwischen HUI und Gold und reicht bis 1996 zurück...

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Der zweite Chart zeigt das Verhältnis zwischen XAU und Gold und reicht bis 1983 zurück...

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Die meisten Goldaktieninvestoren wetten nicht so sehr auf die Bergbauaktien als auf Gold an sich. Sie haben in Goldaktien investiert, weil dies praktischer ist als der Besitz physischen Goldes. Sie denken ebenfalls, dass der Besitz von Goldaktien zu größeren Gewinnen führt, wenn der Goldpreis weiterhin steigt. Die Logik ist wie folgt: Da angenommen wird, dass die Bergbaukosten relativ fest sind und da die Minenproduktion verhältnismäßig stabil ist, wird ein höherer Goldpreis größere Gewinne mit sich bringen, selbst wenn die Produktion gleich bleibt. Die Erwartung höherer Gewinne für die Mine führt zur Annahme höherer Aktienkurse.

Und wenn der Goldpreis weiterhin steigt, dann können die Gewinne weiterhin steigen; theoretisch endlos. Leider ist das nicht der Fall; egal wie logisch es erscheint. Der Großteil der Kursgewinne in Goldaktien relativ zu Goldbullion trat in einer kurzen Zeitspanne in den frühen Phasen der Goldbullenmärkte auf. Dies können Sie obigen HUI-Gold-Chart von 1999 bis 2003 sehen.

Ansonsten verlief das Verhältnis zwischen Goldaktien und Gold den Großteil der letzten vier Jahrzehnte nach unten, seit Gold 1980 eine Spitze bildete. Das können Sie im obigen XAU-Gold-Chart sehen. Selbst mit den kurzfristigen Gewinnen der Goldaktien gegenüber Goldbullion zwischen März und August 2020 scheiterten beide Goldaktienverhältnisse, ihre vorherigen Hochs von August 2016 zu erreichen und bleiben heute nahe 40-Jahrestiefs.

Zum heutigen Preis sind Goldaktien etwa 50-mal so billig wie im August 2011, während sich physisches Gold bei oder nahe seiner Spitze vom August 2011 befindet. Die Preisperformance der Goldaktien ist antithetisch zum angeblichen Vorteil ihres Besitzes. Gold entwickelt sich weiterhin besser als Goldaktien und tut dies mit weniger Risiko.


© Kelsey Williams


Der Artikel wurde am 26.Oktober 2020 auf www.kelseywilliamsgold.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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