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Vorsicht Volatilität - nach den Wahlen setzt sich die Goldhausse fort

02.11.2020  |  Markus Blaschzok
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Die Shutdown-Krise erzeugte enorme Unsicherheiten, weshalb dies nicht nur viele Anleger, sondern auch die Zentralbanken dazu veranlasst hat, nach Vermögenswerten zu suchen, die den Wert ihrer Portfolios in Krisenzeiten diversifizieren und schützen. Es wundert daher nicht, dass es im letzten Quartal auch wieder einige Käufer unter den Zentralbanken gab, wie die Vereinigten Arabischen Emirate (7,4 t), Indien (6,8 t), Katar (6,2 t), die Kirgisische Republik (5 t), Kasachstan (4,9 t) und Kambodscha (1 t).

Auf Jahressicht sind die Zentralbanken bis dato noch Nettokäufer geblieben mit einer Nachfrage in den ersten drei Quartalen von insgesamt 220,6 Tonnen. Die Nettoverkäufe waren letztlich ein Ergebnis aus der Zurückhaltung der westlichen Notenbanken und dem Verkauf zweier Länder, deren die Reserven knapp wurden und den hohen Goldpreis nutzten, um Gold in dringend benötigte US-Dollar zu tauschen, um die Folgen der Shutdowns zu bekämpfen.

Insbesondere die Türkei und Russland dürften nach der Krise wieder auf die Käuferseite wechseln, wodurch ein erneutes Defizit am physischen Markt und womit eine Fortsetzung der Hausse wieder wahrscheinlicher wird.


Technische Analyse zu Silber: Sell Off für Käufe nutzen!

Terminmarkt: Schwäche zur Vorwoche und deutliche Manipulation in den vergangenen Wochen

Die Netto-Shortposition der Big 4 erhöhte sich von 49 auf 52 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 stieg von 58 auf 60 Tage an. Der Preis fiel um 38 US-Cent zur Vorwoche, während die Spekulanten 0,4 Tsd. Kontrakte netto verkauften. Dies zeigt eine leichte Schwäche zur Vorwoche, die sich insbesondere durch die mutmaßliche Manipulation in Höhe von drei Tagen der Weltproduktion erklärt.

Man hatte hier alle Hände voll zu tun, den Preis in Zaun zu halten, als der Abwärtstrend in US-Dollar kurzzeitig brach, aufgrund der plötzlichen Verunsicherung zum Ausgang der US-Wahl, nachdem US-Präsident Trump vermeintlich einen positiven PCR-Test erhielt. Der Anstieg der Positionierung bei den BIG4 legt die Vermutung nahe, dass eine sehr starke Hand den bärischen Verlauf des Silbermarktes in den letzten Wochen mit dem hohen Aufbau nackter Shortpositionen bestimmt hat.

Insgesamt haben sich die Daten zur Vorwoche leicht verschlechtert. Gerade der Silberpreis könnte überproportional zum Gold noch einmal kurzfristig fallen. Es scheint, als wollte man hier unbedingt, dass all jene Spekulanten, die hoch gehebelte Positionen halten, da sie zu früh in das fallende Messer griffen, noch einmal aus dem Markt geschüttelt werden.

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Die Terminmarktdaten zeigen mit einem CoT-Index von 36 Punkten, dass das Sentiment immer noch relativ optimistisch ist


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Der starke Aufbau von nackten Short-Positionen am Terminmarkt war in diesem Jahr ungewöhnlich in fallende Kurse hinein


Nachdem der Silberpreis im August ein Hoch bei 30 US-Dollar erreicht hatte, den höchsten Stand seit Anfang 2013, folgte die Ausbildung eines Doppeltops und eine erste scharfe Korrektur. Auf diese folgte ein erneuter Angriff der Bullen, der jedoch stets am Widerstand bei 28$ durch die Bären abgewehrt wurde. Entmutig warfen die Bullen Mitte September das Handtuch und es kam zu einem weiteren Rücksetzer auf 21,65 US-Dollar im Tief. Auch hier kauften die Bullen wieder das Korrekturtief, doch wurde ein Aufwärtstrend gebrochen und ein neuer Abwärtstrend ausgebildet, der zum aktuellen Zeitpunkt noch intakt ist.

Die 200-Tagelinie läuft aktuell bei 20 US-Dollar und betrachtet man den Anstieg seit dem Tief vom März als eine Impulswelle, so entspräche eine Korrektur bis 20 US-Dollar einem 50%-Retracement und bis 18,50 US-Dollar einem 62%-Retracement.

Im Umfeld der aktuellen QE-Programme, die sich in den kommenden Jahren noch fortsetzen dürften und angesichts des historisch hohen Goldpreises, erwarten wir auch ein anhaltend starke Investmentnachfrage und folglich steigende Silberpreise in den kommenden Jahren. Kurzfristig zeigt die Geschichte jedoch, dass der Silberpreis auch während eines Bullenmarktes in der Regel starke Anstiege immer um 50% bis 100% korrigiert, bevor dieser zu neuen Hochs aufbricht.

Vielen prozyklisch und langfristig agierenden Investoren, die in den letzten Jahren immer zum Hoch einer Bewegung zu spät in den Markt gesprungen sind, brachte diese Eigenschaft des Silberpreises viel Frust. Professionellen Swing-Tradern hingegen ermöglicht dies außergewöhnlich gute Setups und somit große zusätzliche Gewinne, wenn man antizyklisch handelt, Buchgewinne einstreicht und ggf. bei einem sehr guten CRV auch einmal auf einen fallenden Preis setzt. Antizyklisch sehen wir im Swing-Trading im Bereich von 20,50 $ bis 19 $ ein gutes Setup für antizyklische Käufe auf mittelfristige Sicht von drei bis neun Monaten.


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