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Wie Zentralbanken die Märkte ermordeten

04.07.2021  |  Michael Pento
Der Markt für japanische Staatsanleihen (JGBs) hat ein Volumen von fast 10 Billionen Dollar. Es ist der zweitgrößte Anleihenmarkt der Welt. Es ist jedoch ein Schock, dass dieser riesige Markt kaum noch gehandelt wird. Die japanische Regierung hat systematisch den gesamten privaten Markt für ihre Anleihen verdrängt und getötet. Das heißt, es gibt fast keine privaten Investoren mehr, die sie anfassen würden.

Die Bank of Japan hat so viele Schulden gekauft, dass sie die Zinsen 2016 unter 0% gedrückt hat; und das Ergebnis ist, dass der freie Markt daraufhin gestorben ist. Die Investoren weigern sich nun, JGBs zu kaufen, die nominal garantiert Kapitalverluste aufweisen - und inflationsbereinigt tief negative Ergebnisse erbringen. Gleichzeitig haben sie es aber auch nicht eilig, ihre bestehenden Bestände zu verkaufen, weil sie wissen, dass die Regierung die Anleihekurse stützen wird.

In diesem Sinne ist auch die Rendite der griechischen 5-Jahresstaatsanleihe kürzlich ins Negative geraten. Dies ist ein offensichtlicher Beweis dafür, dass die Zentralbanken einen Mord begangen haben, wenn es um die Märkte geht. Damals, im Februar 2012, auf dem Höhepunkt der europäischen Schuldenkrise, schoss die Rendite der griechischen 5-Jahresanleihe auf 63%. Der freie Markt war der Meinung, dass die Nation zahlungsunfähig sei und dass sie ihre Schulden niemals zurückzahlen könne, ohne zur Drachme zurückzukehren; und diese dann in Konfetti zu verwandeln. Daher schossen die Anleiherenditen in die Höhe - macht doch Sinn, oder?

Auch im Jahr 2012 lag die griechische Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP bei 160%. Heute ist dieses Verhältnis auf ein Allzeit-Rekordhoch von 210% angestiegen; und dennoch weisen diese Anleihen einen negativen Cashflow auf, der über eine Laufzeit von 5 Jahren hinausgeht. Nur eines hat sich geändert: Die Zentralbanken hielten es für zwingend erforderlich, einzugreifen und die gesamte Nachfrage nach Staatsanleihen zu ersetzen, um die Zinssätze in Richtung 0% zu drücken. Nur so können diese Länder auch nur den Anschein von Zahlungsfähigkeit erwecken.

Traurigerweise steuern die USA genau in die gleiche Richtung wie Griechenland und Japan. Und deshalb können wir sicher sein, dass die geldpolitischen Straffungszyklen der Zentralbanken nicht sehr lange andauern können und in einem Desaster enden werden - wie immer. In der Tat wird Powell wahrscheinlich die Märkte torpedieren, bevor er in der Lage ist, sein aktuelles historisches und massives QE-Programm zu beenden.

Wenn Sie wissen wollen, wie zerbrechlich die Märkte wirklich sind, schauen Sie sich nur den 2,5%-Ausverkauf in der Woche um Powells FOMC-Pressekonferenz im Juni an. Die Fed hat noch nicht begonnen, QE zu beenden. Tatsächlich hat sie noch nicht einmal ein Datum für den Beginn des Taperings festgelegt. Alles, was die Gelddrucker der Fed getan haben, ist zuzugeben, dass sie begonnen haben, darüber zu diskutieren, wann sie über einen Zeitpunkt für den Beginn der Drosselung der monatlichen Asset-Käufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar nachdenken sollten.

Lassen Sie uns nun über den Goldmarkt sprechen, denn er steht im Zusammenhang mit dem, worum es in diesem Kommentar geht. Wir haben bereits im September 2020 eine Warnung zu Gold herausgegeben, weil sich das, was wir als "die Impf-Todeszone" bezeichneten, näherte, was die realen Zinssätze in die Höhe treiben würde. Genau das ist eingetreten. Gold fiel von August 2020 bis April 2021 um 20%. Jetzt hat die Fed zugegeben, dass sie begonnen hat, über ein Ende von QE zu sprechen.

Aber das ist nicht der Beginn eines weiteren Bärenmarktes bei Gold. Stattdessen ist es höchstwahrscheinlich das Ende des Bärenmarktes und der Beginn eines massiven Bullenmarktes. Warum? Wegen dem, worauf ich zu Beginn dieses Kommentars hingewiesen habe. Die Fed kann dem System nicht viel Liquidität entziehen, bevor an der Wall Street das Chaos regiert.

Die einfache Wahrheit ist, dass die Vermögenswerte und die Verschuldung zu solch enormen Monstrositäten angewachsen sind, dass sie eine Straffung der Geldpolitik kaum noch zulassen, bevor das gesamte fragile und künstliche Gebäude zusammenbricht. Im Moment zeigt mein 20-Punkte-Inflations-/Deflations- und Konjunkturmodell an, dass es noch etwas Spielraum für diesen Bullenmarkt gibt. Das ist es, was uns davon abhält, in Panik vorzeitig aus den Aktien auszusteigen, wie es einige zu tun tendieren. Allerdings rückt die Zeit für einen massiven Ausgleich der Vermögenspreise immer näher.

Das Lieblingsmantra der Wall Street nach der Finanzkrise lautete: Entweder die Wirtschaft verbessert sich ausreichend, um die Gewinne und den Markt anzukurbeln, oder die Fed wird weiterhin Geld drucken, um die Aktien zu stützen und einen immerwährenden Bullenmarkt zu erzeugen. Jetzt, als Ergebnis des "Erfolgs" der Fed bei der Schaffung einer galoppierenden Inflation, gilt nun die genau gegenteilige Berechnung: Entweder verlangsamt sich die Wirtschaft bald selbst ausreichend, was die Gewinne und die Inflation drücken wird, oder die Fed wird die Geldpolitik straffen, bis die Inflation gezähmt ist, was zum Zusammenbruch von Vermögensblasen führen wird.

Die Zentralbanken haben die Preisfindung auf breiter Front zerstört. Wenn diese verrückten Gelddrucker beginnen, ihre Marktmanipulationen einzustellen, wird der freie Markt viel niedrigere Vermögenspreise verlangen. Die Herausforderung für Anleger besteht darin, ihr Portfolio aktiv zu verwalten, um ihren Lebensstandard zu halten - oder vielleicht sogar zu erhöhen - trotz des Gemetzels, das an der Wall und der Main Street stattfinden wird.


© Michael Pento
www.pentoport.com



Der Artikel wurde am 28. Juni 2021 auf www.pentoport.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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