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Bidens gefährliche Verleugnung der Inflation

26.07.2021  |  Stefan Gleason
Präsident Joe Biden verleugnet die Inflation. Diese Woche sprach er das Problem oberflächlich an, indem er das Offensichtliche zugab - dass die Preise dieses Jahr rapide gestiegen sind - während er leugnete, dass die Inflationszunahmen außergewöhnlich seien. "Einige Leute sind besorgt darum, dass dies ein Anzeichen für anhaltende Inflation sein könnte, doch das glauben wir nicht", so Biden. "Unsere Experten glauben und die Daten zeigen, dass die meisten Preiszunahmen, die wir beobachten konnten, zu erwarten waren und als temporär erwartet wurden."

Vertrauen Sie den Experten! Schließlich lagen sie nie falsch, wenn es um etwas anderes ging... als Kriege und Pandemien? Nun, in letzter Zeit lagen sie ziemlich falsch, als es um Inflation ging. Das Arbeitsministerium berichtete letzte Woche einen Anstieg um 5,4% des Consumer Price Index von Juni 2020 bis Juni 2021. Keiner von Bidens Experten hatte eine derart starke Zunahme erwartet. Das Budget Office des Weißen Hauses hatte für 2021 eine Inflation von 2,1% prognostiziert. Die Inflation ist mehr als doppelt so hoch.

Die Federal Reserve hat die Inflation Monat für Monat während ihrer Treffen in diesem Jahr ebenfalls unterschätzt. Offizielle beharren darauf, dass die überschüssigen Zunahmen "vorübergehend" seien, doch was, wenn sie hier auch falsch liegen? Könnte es sein, dass all diese sogenannten "Experten" Agenden haben, die sich nicht mit der objektiven Wahrheit decken? Ob nun ein politisches Narrativ gefördert, ein Deckmantel für die Geldpolitik geschaffen oder die Finanzinstrumente der Wall Street gestimmt werden sollen, Inflationsleugner dienen mächtigen Interessen, die nicht möchten, dass die Öffentlichkeit eine zunehmende Inflationsbedrohung wahrnimmt oder bekämpft.

Debatten um die Inflation sind nicht nur rein akademisch. Die Inflation falsch einzuschätzen, kann schreckliche Konsequenzen für Investoren haben. Wenn die Märkte die echte Inflation unterschätzen und das Inflationsrisiko zukünftig unterbewerten, dann könnten gesamte Assetklassen nun falsch bepreist sein. Das sorgt für ein gefährliches Investmentumfeld. Bedenken Sie das offensichtlichste Paradebeispiel: der Anleihemarkt.

Die Kalkulationen, ob Anleihen ausreichend Rendite abwerfen, um positive Realerträge zu leisten, sind recht einfach. Wenn die Inflation bei 5% liegt, dann müssen Anleihen mindestens 5% abwerfen, um die Kaufkraft der Investoren zu erhalten. Wenn erwartet wird, dass die Inflation höher ausfällt, dann sollten Investoren einen Renditeaufschlag (vor allem auf langfristige Anleihen) über die derzeitige Inflationsrate verlangen, um für das Risiko zu kompensieren, dass die Inflation zulegt.

Stattdessen sitzen Anleihehalter mit Renditen zwischen 1% bis 2% fest - nicht genug, um selbst dem von der Fed angegebenen Inflationsziel voraus zu sein, geschweige denn der kürzlichen Headline-Inflation. Wenn die Märkte die Inflation unterschätzen, dann weisen sie den meisten Sektoren des Aktienmarktes auch exzessive Bewertungen zu. Das Preis-Ertrags-Verhältnis auf eine Aktie spiegelt implizite Annahmen über das zukünftige Wachstum wider. Inflation macht dieses Wachstum weniger wertvoll.

Wenn die Märkte die Inflation unterschätzen, dann sind die Edelmetalle unterbewertet. Das Aufwärtspotenzial für Gold- und Silberpreis hängt eng mit dem Abwärtsrisiko des USD, d.h. Inflation, zusammen. Wenn Investoren aufhören, zu glauben, dass die Inflation vorübergehend ist und anfangen, ihre Portfolios abzusichern, um widerstandsfähiger gegenüber steigenden Preisniveaus zu werden, dann gibt es neben den Edelmetallen nur wenige Assetklassen, denen sie sich zuwenden können. Rapide steigende Gold- und Silberpreise sind ein Signal für zugrundeliegende Probleme innerhalb der fiskal- und geldpolitischen Systeme, weshalb die Machthaber die Inflationsbedrohung kleinreden möchten.

Die Biden-Regierung möchte nicht, dass irgendetwas ihrer Ausgabe-Agenda in die Quere kommt. Während das Weiße Haus leugnet, dass der American Relief Plan über 1,9 Billionen Dollar Inflationsdruck auslöste, befürwortet es nun ein Infrastrukturpaket über 1,2 Billionen Dollar und zusätzliche Ausgaben in Höhe von 3,5 Billionen Dollar. Während vorherige Regierungen, sowohl demokratisch als auch republikanisch, Ausgaben und Defizite erhöht haben, ist dies die erste der Geschichte, die dies tut, ohne etwaige finanzielle Zurückhaltung zu üben.

Ehemaliger Finanzminister Larry Summers gehört zu den wenigen Demokraten, die gegen diese Defizitausgaben-Philosophie vorgeht, die Washington übermannt hat. Summers, besorgt um steigende Inflation, möchte ebenfalls, dass die Federal Reserve ihre Stimulusprogramme eindämmt. Derzeit ist die politische Forderung nach zusätzlichem Fiskal- und Geldstimulus überwältigend. Der resultierende Inflationsdruck könnte die Finanzmärkte überwältigen und unerwarteten Schmerz für Investoren verursachen, die harten Vermögenswerten keinen Platz in ihren Portfolios gaben.


© Stefan Gleason
Money Metals Exchange



Der Artikel wurde am 22. Juli 2021 auf www.moneymetals.com veröffentlicht und exklusiv für GoldSeiten übersetzt.


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