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Erste Erholung bei Gold, Silber und Minenaktien

23.05.2022  |  Markus Blaschzok
Die Edelmetallpreise konnten sich in der letzten Woche im Umfeld eines schwächeren US-Dollars erholen. Der Goldpreis stieg um 1,9% auf 1.845 $, nachdem die Bullen den Rücksetzer an die wichtige Unterstützung bei 1.800 $ gekauft und die Bären dort Gewinne mitgenommen hatten. Der Silberpreis verbuchte ein Wochenplus von 3%, nachdem der Preis über fast vier Wochen hinweg nur gefallen war und mit 20,50 $ den niedrigsten Stand seit Juli 2020 erreicht hatte.

Möglich macht diese Preiserholung ein schwächerer US-Dollar und ein stärkerer Euro, die beide eine kurzfristige Trendwende vollzogen. Der US-Dollar hatte den steilen Aufwärtstrend gebrochen, in dem der USD-Index mit 105 Punkten auf den höchsten Stand seit 2002 angestiegen war. Dies ist ein Indiz dafür, dass es zu einer kurzfristigen technischen Dollarschwäche kommen könnte, die eine kurzzeitige Erholung der Edelmetallpreise begünstigen würde.

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Die Edelmetallpreise konnten sich in der letzten Handelswoche erholen


Diametral gegensätzlich war der Euro vor einer Woche mit 1,035 US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 2002 gefallen. Der Bruch der langjährigen Unterstützung bei 1,05 $ war grundsätzlich ein bärisches Indiz, doch nachdem es nun zu einer Umkehr kam und der Euro zwei Widerstände zurückerobern konnte, decken sich die Shortspekulanten erst einmal ein und die Bullen setzen auf eine erste Erholung des Euros, die durchaus bis in den Bereich von 1,09 $ bis 1,10 $ laufen könnte.

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Nachdem der Euro ein 20-Jahrestief erreicht hatte, drehte der Wechselkurs


Das BIP der EU stieg nach offiziellen Angaben im ersten Quartal um 0,2% zum Vorquartal, während die Preise in der Europäischen Union zum Vormonat um 0,6% und zum Vorjahr um 7,4% angestiegen waren, was im Rahmen des Marktkonsens lag. Der harmonisierte Verbraucherpreisindex ist in der EU ebenso geschönt, wie in den USA, weshalb die wahre Teuerung um einige Prozentpunkte höher liegen dürfte, als man offiziell ausweist. Richtig berechnet würde die europäische Wirtschaft nicht stagnieren, sondern längst klar eine Rezession ausweisen, in der sich die EU aufgrund der steigenden Zinsen, der hohen Schuldenstände, der Sanktionen und dem Krieg in Europa zweifelsohne befindet.

Aufgrund der hohen Schulden in den einzelnen europäischen Staaten ist eine neue Euro- und Kreditkrise bei inflationsinduziert weiter steigenden Zinsen eine zwingend logische Folge. Die Europäische Zentralbank wird am Ende des Tages nur mit dem neuerlichen Drucken von Geld den Zerfall der politischen Union verhindern können, auf Kosten der Kaufkraft des Euros und des Wohlstands der Europäer. Eine weitere deutliche Abwertung des Euros ist in den kommenden Jahren unausweichlich, weshalb eine Absicherung der Ersparnisse über ein Investment in Gold und Silber für den Bürger die einzige Möglichkeit sein wird, um sich vor der Enteignung zu schützen.

Da die US-Notenbank mit ihren Zinsanhebungen eine viel restriktivere Geldpolitik als die EZB fährt, liegt die mittelfristige Tendenz immer noch bei einem stärkeren US-Dollar, weshalb wir aktuell nur von einer kurzfristigen korrektiven Gegenbewegung beim USD-Index ausgehen.

Entgegen dem leichten Wachstum in Europa, schrumpfte das BIP in den USA im ersten Quartal des Jahres überraschend um 0,36% (-1,4 annualisiert). Nicht einmal die kreative Statistik vermochte noch ein vermeintliches amerikanisches Wirtschaftswachstum zu zaubern. Offiziell stiegen die Preise in den USA im April um 8,3%, doch inoffiziell lag die Teuerungsrate bei 16,5% zum Vorjahr, zieht man die alte Berechnungsmethode heran, die man bis 1980 genutzt hatte.


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