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Die relative Stärke des Energiesektors gegenüber dem Markt ist sehr attraktiv

04.09.2022  |  Frank Holmes
Die University of Texas in Austin (UT), nur ein paar Stunden von unserem Hauptsitz in San Antonio entfernt, könnte schon bald Harvard als reichste Hochschule der USA ablösen. Wie hat sie das geschafft? Mit einem Wort: Öl. In einer Zeit, in der sich große Staatsfonds von fossilen Brennstoffen trennen und ESG-Investitionen (Environmental, Social and Corporate Governance) zum Mainstream geworden sind, ist das UT System seit langem Eigentümer und Verwalter von 2,1 Millionen Hektar mineralienreichem Land, das über ganz West-Texas verstreut ist und an bis zu 250 Produzenten, darunter ConocoPhillips, verpachtet wird.

Dank höherer Ölpreise bringen die Mineralienrechte für das Land laut Bloomberg jeden Tag etwa 6 Millionen Dollar ein. Die Entscheidung des UT-Systems, sich weiterhin an der Ölförderung zu beteiligen, steht im Einklang mit der engen Verbindung zwischen Texas und der Industrie für fossile Brennstoffe. Der Bundesstaat fördert mehr Öl und Gas (und Windenergie) als jeder andere, eine Tatsache, die die politischen Entscheidungsträger unbedingt schützen wollen. Letzte Woche hat Texas beschlossen, staatlichen Pensionsfonds Investitionen in BlackRock, UBS Group, Credit Suisse und eine Reihe anderer Finanzinstitute zu untersagen, die als "feindlich" gegenüber dem Energiesektor eingestuft wurden.

Aber es geht um mehr als nur Tradition. Die Ölinvestitionen von UT waren unglaublich profitabel und werden es nach den meisten Aussagen auch bleiben, solange sich die Energiekrise verschärft und der Inflationsdruck die Preise hochhält. Der S&P 500 Energy Index ist mit einem Plus von fast 50% der Sektor mit der mit Abstand besten Performance in diesem Jahr, verglichen mit dem breiteren Markt, der um 12% zurückliegt.


Ein neuer Zyklus der Outperformance?

Mit Blick auf die Zukunft scheinen sich Energieaktien auf einen neuen Zyklus der Outperformance gegenüber dem Markt einzustellen. Der nachstehende Chart zeigt das langfristige Verhältnis zwischen dem Energieindex und dem S&P 500. Aus technischer Sicht könnte dies der attraktivste Zeitpunkt für Investitionen in Energieaktien seit mindestens Anfang des Jahrhunderts sein. Warren Buffett scheint dieser Meinung zu sein. Sein Unternehmen, Berkshire Hathaway, erhielt kürzlich die behördliche Genehmigung, bis zur Hälfte des in Houston ansässigen Unternehmens Occidental Petroleum (OXY) zu kaufen.

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Es wird angenommen, dass die Störungen der letzten zwei Jahre eine Neuausrichtung des Energiemarktes ausgelöst haben. In einem soeben veröffentlichten Bericht prognostiziert Deloitte, dass die Öl- und Gasproduzenten im Jahr 2022 mit 1,4 Billionen Dollar den höchsten freien Cashflow (FCF) aller Zeiten verzeichnen könnten.

Außerdem könnte die Branche bis 2024 schuldenfrei werden. Obwohl die Ölpreise im Jahr 2022 denen der Jahre 2013 und 2014 entsprechen, sind die Cashflows derzeit dreimal so hoch, da die Investitionsausgaben nach Jahren der Unterinvestition diszipliniert sind, so die Deloitte-Analysten. Die US-Schieferproduzenten, die in neun der letzten zehn Jahre einen negativen Cashflow erwirtschaftet haben, werden voraussichtlich einen Rekord-FCF von 600 Mrd. USD verzeichnen.

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