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Themen für 2023: Staatsverschuldung, Silber & Navigieren durch das Post-Blasen-Wrack

16.01.2023  |  The Gold Report
Als ich mich Mitte Dezember hinsetzte, um die GGMA-Prognoseausgabe 2023 zu schreiben, dachte ich an die Ausgabe vom Januar 2020, in der ich meine Überzeugung dargelegt hatte, dass die Regierungen aufgrund der weltweit steigenden Verschuldung - und das war vor COVID - schließlich gezwungen sein würden, die Sicherheiten, die ihre in die Höhe schießenden Staatsschulden untermauern (bei diesen Sicherheiten handelt es sich natürlich um Gold), drastisch höher zu bewerten, um ihr Eigenkapital zu stützen.

Ich vermutete, dass die USA bei einer Deckung von 10% den Goldpreis auf ca. 15.700 USD je Unze anheben müssten, denn wenn sie ein 1:1-Verhältnis von Staatsschulden zu ihren 8.311 metrischen Tonnen Gold (die angeblich in den Büchern stehen) erreichen wollten, bräuchten sie einen Goldpreis von über 157.000 USD je Unze. Das war wiederum vor COVID.

Unter all den Goldprognostikern, Podcastern und selbsternannten Gurus gab es niemanden, der Gold als endgültige Lösung für die Schuldenbombe erwähnte, die 2023 hochgehen wird.

Am nächsten dran ist Luke Gromen, ein brillanter Makroanalyst aus dem Mittleren Westen der USA, der glaubt, dass die großen Ölproduzenten und -verbraucher bald ein Gold-für-Öl-Zahlungssystem einführen werden, um die Strafen zu vermeiden, die sich aus der massiven Entwertung des US-Dollar ergeben, die sich 2023 nur noch verschlimmern kann, wenn sich die wirtschaftlichen Bedingungen abschwächen und die Steuereinnahmen zu schrumpfen beginnen. Es ist kein Zufall, dass die Länder, die Netto-Ölimporteure sind, dieselben sind, die ihre Goldbestände aggressiv aufstocken, allen voran Deutschland, China und Japan, die zweit-, sechst- und achtgrößten Goldbesitzer der Welt.


US-Schulden

In der GGMA-Prognoseausgabe 2000 findet sich auch der folgende Absatz:

"Mit Blick auf das nächste Jahrzehnt - die "Roaring Twenties" des 21. Jahrhunderts - versuche ich herauszufinden, wo das größte Risiko nicht nur für das globale Wachstum, sondern auch für die globale Stabilität liegt. Die Antwort mit den acht Buchstaben ist dieselbe, die ich das ganze Jahr 2019 hindurch verwendet habe - Schulden. Nicht nachrangige Schulden sind riskant, aber unbesicherte Schulden sind ein Albtraum, und weltweit haben Regierungen etwa 17 Billionen US-Dollar an negativ verzinsten Schulden ausgegeben (Stand: 31. August), und obwohl diese Zahl bald nach unten korrigiert werden wird, reiten all diese Schulden auf dem Kamm einer Fiatwelle, die sich bald an einem starren Riff der Realität brechen wird.

Der einzige Diskussionspunkt ist das "Wann", denn für die Frage des "Ob" gibt es keinerlei Grundlage. Die Verschuldung im Verhältnis zum BIP steigt weltweit rasant an, und es gibt kaum Anzeichen für eine Verringerung, und da die einzige Sicherheit, die hinter dieser Verschuldung steht, der "volle Glaube und das Vertrauen der Regierung" ist (ihre Bürger zu besteuern und die Schulden zurückzuzahlen), behaupte ich, dass Investoren auf der ganzen Welt Sicherheit verlangen werden, bevor sie ihre hart verdienten Ersparnisse ausgeben, und wenn man über die Steuereinnahmen hinausgeht, kommt man zu "Crown Land" (Kanada) oder Federal Lands (USA).

Da dies aber immer noch zu heftigen Reaktionen der Wählerschaft führt, bleibt als Sicherheit nur noch der staatliche Besitz einer anderen Form von Sicherheit übrig, und diese Sicherheit ist nichts anderes als Gold."


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Ich schrieb diesen Absatz vor dem weltweiten Wirtschaftsstillstand, der durch ein Virus ausgelöst wurde, das angeblich die Wiederkehr der Beulenpest war, die im Jahr 1400 schätzungsweise 60 Millionen Menschen (bis zu 60%) der europäischen Bevölkerung auslöschte. Die Reaktion auf die Bedrohung war eine gleichzeitige Einstellung des Welthandels, begleitet von einem Abwurf von über 6 Billionen US-Dollar allein in den USA in Form von Schecks an buchstäblich jeden, der einen Puls hat, und an jedes Unternehmen, das angeblich Arbeiter hat.

Die Gesamtverschuldung der USA wird auf über 32 Billionen US-Dollar geschätzt, so dass die Schuldenbombe, von der im Jahr 2020 die Rede ist, in weniger als drei Jahren um über 20% angewachsen ist.

Darüber hinaus ist die Schuldendienstfähigkeit, ein Haupthindernis für den Reservestatus und die Vorherrschaft des US-Dollar, an der Belastungsgrenze angelangt. Wie wirkt sich dies nun auf die Anlagestrategie für das Jahr 2023 aus? Nun, in den 45 Jahren, in denen ich gegen diese abscheulichen Dämonen, die die Kapitalmärkte beherrschen, Krieg geführt habe, habe ich durch viele schmerzhafte Fehlurteile gelernt, dass die größte Gefahr im Inneren liegt.

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Wenn Sie an einem Handelsterminal arbeiten, gibt es nur zwei Tasten, die zählen. Die erste ist eine "Kaufen"-Taste, die bei den alten Quotron-Terminals in der Regel grün ist, und die zweite ist eine "Verkaufen"-Taste, die oft einen rötlichen Farbton hat. Es gibt keinen "Halten"-Knopf, und versuchen Sie nicht, den "Abbrechen"-Knopf zu finden, denn in den Trading-Pits gibt es, wie im Krieg, nur "Angriff" oder "Rückzug", obwohl General Patton die Bedeutung des letzteren nicht kannte und sich am ersteren erfreute.


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