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Silber – Werkzeug der Zeitenwende, Licht der Weihnacht

13.12.2025  |  Hans Jörg Müllenmeister
Silber – das unterschätzte Metall. Zwischen Hamsterkauf, Energienetz und Weihnachtsbaum entfaltet es seine ganze Doppelrolle. Wenn Gold glänzt, arbeitet Silber. Und manchmal erzählt es die Geschichte einer Zeitenwende. Gold thront in Tresoren, Silber schleicht durch Kabel. Gold ist Mythos, Silber ist Alltag.

Der unbedarfte Anleger weiß das nicht – er starrt gebannt auf den Goldpreis, bis er spät merkt: die Krone ist zu teuer. Erst dann entdeckt er das "Kleingeld" Silber, das längst die Energiewende befeuert. Dann beginnt das große Hamstern. Münzen, Barren, ETFs – alles wird eingesackelt, als sei Silber das neuantike Kleingeld der Apokalypse.

Und wenn die Münzen zu teuer werden, zieht der Hamsterer weiter: zu Auktionen, wo er Vasen, Schüsseln und ganze Services aus Silber ersteigert. Die verschönern das Heim, glänzen im Regal und haben einen unschlagbaren Vorteil – der Staat kann schwerlich danach fragen, wann und mit wieviel Geld dieser Schatz erworben wurde. Silber wird so zum doppelten Gewinn: Schmucke Dekoration und diskrete Wertanlage. Die Geschichte kennt das schon: Im 16. Jahrhundert schwemmten die Spanier Silber aus Südamerika nach Europa und machten ihre Silbermünzen zum Motor einer monetären Zeitenwende.

Heute, ein halbes Jahrtausend später, erleben wir eine neue Zeitenwende – diesmal "noch" nicht im Geldsystem, sondern in der Energieversorgung. Wieder läuft Silber hellwach an der langen Leine von Gold, diesmal als Industriemetall mit monetärem Echo. Gold bleibt das Symbol, Silber das Werkzeug. Doch immer dann, wenn die Welt kippt an der Zeitenwende, tritt Silber aus dem Schatten. Es bezahlt, es verbindet, es verändert.


Und genau hier öffnet sich der Blick auf eine Vision: das "Silbernetz 2045"

Silber hat noch ein As im Ärmel. Nach der Zeitenwende, wenn alle Kriegskassen leer geballert sind, wendet man sich wieder ernsthaft den elementar konstruktiven Dingen zu. Etwa Hybridstrukturen im Silber-Niob-Verbund. Silber könnte darin eine "leitende" Rolle spielen, indem es die Wärmeableitung und Stromverteilung optimiert, auch wenn es selbst nicht supraleitend ist.

Meine Vision: Das marode Energienetz der USA mit seinen verkommenen Überlandleitungen wird erst dann in ein Erdkabelnetz überführt. Das Ergebnis: nahezu verlustfreie und sichere Energieübertragung mit höherer Netzstabilität. Silber ist das Chamäleon der Elemente, einst glänzendes Münzgeld, würde zum unsichtbaren Stromleiter: Das Metall der Bewegung – es fließt, es verbindet, es leitet.


Der Schatz im Schrott

Gold geht uns aus – sagen die Experten. In zwanzig Jahren ist Schluss mit dem Glanz aus der Erde. Silber hält ein paar Jährchen länger durch, vielleicht drei Jahrzehnte. Klingt beruhigend? Ist es nicht. Denn Gold bleibt. Es liegt brav in Tresoren, hängt an Ketten, glänzt in Ringen. Es wird gehütet, umgeschmolzen, gestapelt, bewundert.

Silber dagegen verschwindet. Nicht in Tresoren, sondern in Handys, Solarmodulen, Schaltern. Winzige Mengen, milliardenfach verbaut. Die Industrie frisst Silber wie Smarties – und Recycling ist so mühsam, dass es kaum jemand macht.

Die historische Pointe: Unsere Müllberge sind die Minen von morgen. Die Zivilisation verteilt Silber wie ein Streuengelchen Süßigkeiten. In ein paar Jahrzehnten graben wir nicht mehr nach Silberadern im Gestein, sondern nach seinen Resten im Elektroschrott. Der Schatz der Zukunft liegt nicht im Bergwerk, sondern auf Müllhalden.

Unsere Konsumlust ist der Schlund, in dem Silber verschwindet. Vielleicht wird der alte Laptop irgendwann so wertvoll wie ein Goldbarren. Nur eben silbern. Wir stehen dann Schlange am Recyclinghof – nicht wegen der Mülltrennung, sondern wegen der Schatzsuche.

Doch das Multitalent Silber bleibt nicht nur Ingenieursmetall. Es ist auch das Metall der Gefühle – und genau das zeigt sich, wenn der Vorhang aufgeht zur Weihnachtsgeschichte.


Weihnachtsstory

Weihnachten, das Fest der Kleinen, wie sie harren auf des Silbers Erscheinen. Nicht das Gold der Könige, sondern das Silber der Kugeln, der Kerzenhalter, der Zierschüsseln auf dem Tisch. Es ist das Metall, das nicht im Tresor liegt, sondern im Wohnzimmer glänzt. Gold ruht schwer und würdevoll auf dem Kaminsims, ein alter Münzschatz im Samtbeutel. "Ich bin das Geschenk der Könige", verkündet es stolz, "seit jeher bringe ich Glanz und Sicherheit."

Silber aber funkelt im Kerzenlicht der Christbaumkugeln, läuft durch die Lichterketten und spiegelt sich in den Schüsseln des Festmahls. "Mag sein", sagt es leise, "doch heute bin ich überall. Ich beleuchte den Baum, ich schmücke den Tisch, ich verbinde die Menschen." Die Kinder greifen nach den glänzenden Kugeln, nicht nach dem schweren Beutel. Die Eltern freuen sich über das Licht, nicht über den Tresor. Und der Anleger, der eben noch Münzen und Barren hamstern wollte, entdeckt plötzlich: Silber ist nicht nur Wertanlage, sondern auch Festschmuck, Freude, Alltag.

So wird die Zeitenwende plötzlich zur Weihnachtswende: Silber, das Doppelwesen, tritt aus dem Schatten der Geschichte und leuchtet im Kerzenlicht. Gold mag die Krone tragen, doch Silber bringt das Licht ins Haus – und vielleicht auch die Hoffnung, dass die Zukunft nicht nur glänzt, sondern auch wärmt. Gold mag weiter die Krone tragen, doch Silber ist längst der Motor der Zeitenwende. Es bezahlt, es verbindet, es verändert – und wenn der Anleger es endlich bemerkt, ist es schon überall.

Vielleicht sagt man eines Tages: Die Energiewende war silbern – und Gold durfte zuschauen wie zuletzt Silber an der langen Leine den "Golden Retriever" spazieren führte. Und Enkelkinder werden dankbar raunen: Opi war ein richtiger Silberfuchs.


© Hans-Jörg Müllenmeister


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